Gu­te Per­spek­ti­ven für die Büh­nen

Bergische Morgenpost Hueckeswagen - - WUPPERTAL KOMPAKT - VON MONIKA WER­NER-STAUDE

Die In­ten­dan­ten Tho­mas Braus und Bert­hold Schnei­der ha­ben ih­re Ver­trä­ge für Schauspiel und Oper bis zum Jahr 2023 ver­län­gert. Al­le drei Spar­ten ar­bei­ten zu­sam­men und stär­ken ein­an­der. Lang­fris­ti­ge Auf­stel­lung ist bald per­fekt.

Die Per­spek­ti­ven sind so gut wie lan­ge nicht, die Be­su­cher­zah­len stei­gen, nun stimmt auch die ver­trag­li­che Ba­sis. Jetzt ha­ben sich die In­ten­dan­ten Tho­mas Braus und Bert­hold Schnei­der auf fünf Jah­re ver­pflich­tet, wo­mit die künst­le­ri­sche Lei­tung von Sprech­thea­ter (Braus) und Oper (Schnei­der) ei­ne län­ger­fris­ti­ge Per­spek­ti­ve und da­mit Sta­bi­li­tät er­hält. An­lass für viel Freu­de im Zim­mer des Ober­bür­ger­meis­ters (OB), wo Ge­schäfts­füh­rer En­no Schaar­wäch­ter für die Wup­per­ta­ler Büh­nen Gm­bH die Ver­trä­ge un­ter­zeich­ne­te.

Sie ver­trau­en ein­an­der, die künst­le­ri­schen Lei­ter Braus, Schnei­der und Ge­ne­ral­mu­sik­di­rek­to­rin Julia Jo­nes (de­ren Ver­trag schon bis 2021 steht, wes­halb sie am Mitt­woch nicht da­bei war) und die Ver­tre­ter der Stadt – ne­ben Mu­cke und Schaar­wäch­ter Kul­tur­de­zer­nent Mat­thi­as No­cke. Ge­mein­sam wol­len sie die ne­ga­ti­ven Schlag­zei­len der Ver­gan­gen­heit end­gül­tig ver­ges­sen ma­chen und durch po­si­ti­ve er­set­zen. „Jetzt re­det man, auch über die Stadt hin­aus, über die künst­le­ri­schen Leis­tun­gen, denn in Wup­per­tal sind Mu­sik und Thea­ter wich­tig“, ver­kün­de­te OB Andre­as Mu­cke.

Braus lob­te be­son­ders die län­ger­fris­ti­ge Pla­nungs­per­spek­ti­ve, die ei­ne künst­le­ri­sche Wei­ter­ent­wick­lung er­mög­li­che, wo­zu auch der Auf­bau ei­nes Re­per­toires und Stü­cke ge­hö­ren, die kei­ne Pu­bli­kums­ren­ner, aber künst­le­risch wich­tig ha­ben wir ei­ne Qua­li­tät, die über das Maß ei­nes mitt­le­ren Thea­ters hin­aus­ragt.“

Rund 300 Mit­ar­bei­ter müs­sen nun kei­nen Ar­beits­platz­ab­bau mehr be­fürch­ten, brach­te Mat­thi­as No­cke als fro­he Bot­schaft mit. Die Zahl der Mit­ar­bei­ter hat­te sich seit den 90er Jah­ren hal­biert. Im Ge­gen­teil er­wei­se sich das Land als fai­rer Part­ner und leis­te in den nächs­ten Jah­ren ei­nen „fi­nan­zi­el­len Auf­wuchs“um bis zu 90 Pro­zent mehr bei den Be­triebs­kos­ten­zu­schüs­sen (die zu 85 Pro­zent Per­so­nal­kos­ten sind). Ta­rif­er­hö­hun­gen wür­den die fi­nan­zi­el­le Si­tua­ti­on nicht mehr ge­fähr­den, weil nicht aus dem künst­le­ri­schen Bud­get zu be­zah­len. Schnei­der be­grüß­te die Trend­wen­de aus­drück­lich: „Ab 2019/20 ha­ben wir kon­ti­nu­ier­li­che, mo­de­ra­te Etat­er­hö­hun­gen. Dass es das über­haupt gibt, ist ei­ne groß­ar­ti­ge Nach­richt.“Und: „Ich ha­be auch un­ter­schrie­ben, weil es mir hier Spaß macht.“

Es soll noch bes­ser kom­men: Das Land legt den Son­der­fonds zur künst­le­ri­schen Pro­fil­bil­dung auf, den man auch in Wup­per­tal an­zap­fen will. So wie man stets auf der Su­che nach Spon­so­ren sei, zu­neh­mend mit mehr Er­folg, er­gänz­te Schaar­wäch­ter. Lei­der sei­en der­lei Zu­wen­dun­gen aber pro­jekt­be­zo­gen, struk­tu­rell nicht hilf­reich, so Schnei­der. Es gibt al­so noch viel zu tun – wo­zu Mu­cke auch die Be­set­zung des Ge­schäfts­füh­rer­pos­tens zählt, da Schaar­wäch­ter die­ses Jahr in Ren­te geht. Dann aber sei „die lang­fris­ti­ge Auf­stel­lung per­fekt“.

FO­TO: AN­NA SCHWARTZ

Freu­di­ger Blick nach vorn: Opern­in­ten­dant Bert­hold Schnei­der (v.l.), OB Andre­as Mu­cke, Kul­tur­de­zer­nent Mat­thi­as No­cke, Schau­spiel­in­ten­dant Tho­mas Braus und Büh­nen-Ge­schäfts­füh­rer En­no Schaar­wäch­ter.

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