„Ge­scho­be­ne“Bro­te kom­men bei von Pol­heim gut an

Bergische Morgenpost Hueckeswagen - - HÜCKESWAGEN -

HÜ­CKES­WA­GEN Bä­cker­meis­ter Jörg von Pol­heim liegt nicht nur gu­tes Brot am Her­zen, er hilft auch ger­ne sei­nen Mit­men­schen. Und manch­mal geht das auf die denk­bar ein­fachs­te Wei­se, wie er schmun­zelnd er­zählt: „Seit et­wa zwei­ein­halb Jah­ren gibt es bei uns in der Bä­cke­rei so­ge­nann­te ge­scho­be­ne Bro­te.“Die Idee da­zu ha­be er im Ur­laub in Nea­pel ge­habt, sagt der Bä­cker­meis­ter. Dort ge­be es in vie­len Bars und Ca­fés so­ge­nann­ten ge­scho­be­nen Kaf­fee. „Das Prin­zip ist ganz ein­fach: Je­mand kommt ins Ca­fé und kauft zwei Tas­sen Kaf­fee – ei­ne für sich und ei­ne wird ‚ge­scho­ben‘, al­so ge­spen­det“, sagt von Pol­heim. Das be­deu­te, dass er von ei­nem Mit­bür­ger, der sich den Kaf­fee nicht leis­ten kann, kos­ten­los ge­trun­ken wer­den kann. „Das ha­be ich bei uns ein­fach auf die Bro­te über­tra­gen – und es funk­tio­niert ganz wun­der­bar“, sagt der Bä­cker­meis­ter. Es hän­ge zwar von der Ta­ges­zeit ab, aber fünf bis zehn Bro­te wür­den auf die­se Wei­se pro Tag „ge­scho­ben“. Von Pol­heim freut das: „Ich fin­de es im­mer wie­der sehr er­staun­lich, wie viel doch ge­spen­det wird.“Manch­mal wür­den auch Kun­den ins Ge­schäft kom­men, die nur spen­den woll­ten, sagt der Bä­cker­meis­ter: „Das ist gar nicht so sel­ten – dann kommt je­mand her­ein und sagt: Ich wür­de ger­ne zehn Bro­te schie­ben.“Na­tür­lich weiß auch von Pol­heim, dass es die Ab­ho­ler Über­win­dung kos­tet, nach den kos­ten­lo­sen Bro­ten zu fra­gen. Da­mit nie­mand ver­ge­bens in die Bä­cke­rei kom­men und sich durch die ver­geb­li­che Fra­ge in ei­ne un­an­ge­neh­me Si­tua­ti­on brin­gen muss, ha­ben er und sei­ne Frau ein auch von au­ßen gut sicht­ba­res Schild im Ge­schäft auf­ge­hängt, an dem die Zahl der der­zeit „ge­scho­be­nen“Bro­te er­sicht­lich ist. Die Spen­der kön­nen sich zu­dem aus­su­chen, wel­ches Brot sie spen­den möch­ten. Ein klei­nes Bild des je­wei­li­gen Bro­tes wird dann an das Brett ge­hängt. Angst vor ei­nem Miss­brauch des An­ge­bots hat von Pol­heim nicht. „Na­tür­lich kann man so et­was nie aus­schlie­ßen, aber ich glau­be ei­gent­lich nicht, dass da wirk­lich je­mand Schind­lu­der treibt und sich so Brot er­gau­nert“, sagt er. Ein schö­nes An­ge­bot, das Men­schen hilft, die sich in ei­ner fi­nan­zi­el­len Schief­la­ge be­fin­den. „Und für mich ist es ei­ne ganz ein­fa­che Art und Wei­se, zu hel­fen“, sagt von Pol­heim. WOLF­GANG WEITZDÖRFER

BM-FO­TO: WOLF­GANG WEITZDÖRFER

Die Ak­ti­on von Bä­cker­meis­ter Jörg von Pol­heim wird gut an­ge­nom­men. Wel­ches der „ge­scho­be­nen Bro­te“noch zu ha­ben ist, zei­gen die klei­nen Bil­der an ei­ner Leis­te (an der hin­te­ren Wand zu se­hen).

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