„Die Phy­si­ker“ha­ben die Spiel­zeit er­öff­net

Bergische Morgenpost Radevormwald - - RADEVORMWALD - VON FLO­RA TREI­BER

Das Rhei­ni­sche Lan­des­thea­ter Neuss gas­tier­te zum Auf­takt mit dem Klas­si­ker von Dür­ren­matt im frisch sa­nier­ten Bür­ger­haus. Der Kul­tur­kreis freut sich über den pünkt­li­chen Start.

RA­DE­VORM­WALD (trei) Den Som­mer lang hat Michael Te­cken­trup, Vor­sit­zen­der des Ra­der Kul­tur­krei­ses, um den pünkt­li­chen und rei­bungs­lo­sen Auf­takt für die 69. Spiel­zeit ge­bangt. Ob­wohl die Brand­schutz­sa­nie­run­gen im Bür­ger­haus am Schloss­ma­cher­platz noch nicht zu 100 Pro­zent ab­ge­schlos­sen sind, konn­te die ers­te Auf­füh­rung der neu­en Sai­son im Haupt­saal und auf der gro­ßen Büh­ne ge­zeigt wer­den.

Das mach­te nicht nur die Abon­nen­ten des Kul­tur­krei­ses, son­dern be­son­ders Michael Te­cken­trup glück­lich. „Dank des En­ga­ge­ments der Haus­meis­ter, Hand­wer­ker und der Stadt kön­nen wir die Rä­um­lich­kei­ten nut­zen und die Spiel­zeit in vol­ler Form und Län­ge er­öff­nen. Toll, dass es ge­klappt hat“, sag­te er. In den kom­men­den Mo­na­ten wird das Rhei­ni­sche Lan­des­thea­ter Neuss (RLT) noch oft sei­nen Weg nach Ra­de­vorm­wald fin­den, denn auch in die­ser Spiel­zeit ist das Thea­ter ein wich­ti­ger Part­ner des Kul­tur­krei­ses. Die Spiel­zeit 2017/2018 des RLT steht unter dem Mot­to „Weis­heit. Ge­rech­tig­keit. Tap­fer­keit. Mä­ßi­gung“und be­schäf­tigt sich mit der Tu­gend des Maß­hal­tens so­wie mit der Su­che nach dem ge­sun­den Mit­tel­weg. Aus­ge­hend von Os­car Wil­des Aus­sa­ge „Mä­ßi­gung ist ei­ne ver­häng­nis­vol­le Sa­che. Nichts ist so er­folg­reich wie der Ex­zess“ha­ben die Dra­ma­tur­gen und Re­gis­seu­re ih­re Stü­cke in­sze­niert.

Die dra­ma­ti­sche Ko­mö­die „Die Phy­si­ker“von Fried­rich Dür­ren­matt macht das Ir­ren, das Irr­sin­ni­ge mensch­lich und be­wies Mitt­woch­abend ein wei­te­res Mal die schau­spie­le­ri­sche Qua­li­tät des Neus­ser En­sem­bles. Mit dem fu­tu­ris­ti­schen Büh­nen­bild, ei­ner pri­va­ten Ner­ven­heil­an­stalt, le­ben die drei ver­rück­ten Phy­si­ker Mö­bi­us (Phil­ipp Al­fons Heit­mann), New­ton (Ste­fan Schleue) und Ein­stein (Joa­chim Ber­ger) ih­ren Irr­sinn aus. Zwei von ih­nen, die sich an­geb­lich für New­ton und Ein­stein hal­ten, sind aber le­dig­lich hin­ter den kost­ba­ren Auf­zeich­nun­gen und Stu­di­en von Phy­si­ker Mö­bi­us her. Die Agen­ten kon­kur­rie­ren­der Ge­heim­diens­te ha­ben al­ler­dings nicht mit Fräu­lein Dok­tor von Zahnd (Kat­ha­ri­na Da­li­chau) ge­rech­net, die sich längst al­le Auf­zeich­nun­gen ge­si­chert hat. Sie hält al­le drei, ver­rückt oder nicht ver­rückt, in dem „Ir­ren­haus“fest und plant auf ei­ge­ne Faust, mit dem neu er­run­ge­nen Wis­sen den Amok­lauf der Welt­ge­schich­te. Die Ins­ze­nie­rung von Rei­ner Ort­mann stellt die Fra­ge nach der Ver­ant­wor­tung von Wis­sen­schaft in den Mit­tel­punkt der Hand­lung. „Mit ih­ren Er­kennt­nis­sen kön­nen Wis­sen­schaft­ler die Welt ver­än­dern, sie ha­ben uns in der Hand. Die Ka­ta­stro­phe kann ih­ren Lauf neh­men“, sag­te der Chef­dra­ma­turg des RLT bei der Ein­füh­rung im Foy­er.

Das Pro­gramm der ak­tu­el­len Spiel­zeit geht be­reits kom­men­den Frei­tag, 20. Ok­to­ber, mit dem neu­en For­mat der Ra­der Mu­sik-Come­dy­Show in die zweite Run­de. An­dy Ost, An­dy Sau­er­wein, Bri­an O’Gott, „Der unglaubliche Heinz“und Sa­scha Thamm wer­den ab 19.30 Uhr für aus­ge­las­se­ne Stim­mung sor­gen.

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