Der Star wird im Ber­gi­schen ver­drängt

Bergische Morgenpost Radevormwald - - RADEVORMWALD - VON DA­NI­EL DRESEN

Die Su­che nach Nah­rung und Brut­plät­zen macht dem Vo­gel das Über­le­ben ex­trem schwer.

OBER­BERG Der Star, der Vo­gel des Jah­res 2018, ist das Sor­gen­kind un­ter den Ar­ten im Ber­gi­schen Land. Das sei nicht im­mer so ge­we­sen, er­klä­ren die Or­ni­tho­lo­gen der Sta­ti­on Mitt­le­re Wup­per, Frank Son­nen­burg und Tho­mas Krü­ger. Ei­ne ge­naue Be­stands­er­he­bung für die Re­gi­on gibt es je­doch nicht. „Wenn wir kar­to­gra­phie­ren, fällt schon auf, dass der Star im Ge­gen­satz zu Am­sel, Mei­se und Rot­kehl­chen in man­chen Ge­bie­ten über­haupt nicht mehr auf­taucht“, sagt Krü­ger. Es ge­be der­zeit mas­si­ve Ein­brü­che bei der Zahl der Brut­vö­gel, fügt Son­nen­burg hin­zu.

Ak­tu­ell ist Zug­zeit bei den Sta­ren. „Da ge­winnt man schnell den fal- schen Ein­druck, dass es noch vie­le Vö­gel sind. Doch die Schwär­me am Him­mel sind meist Durch­züg­ler aus dem Nor­den“, klärt Son­nen­burg auf. Die Su­che nach Nah­rung und Brut­plät­zen ma­che dem hei­mi­schen Star das Über­le­ben sehr schwer. Schuld ist, wie so oft, der Mensch. „Der Star ist ein Höh­len­brü­ter, der al­te Bäu­me be­vor­zugt“, sagt Krü­ger. Wenn die­se aus dem Stadt­bild ver­schwin­den, gin­ge auch gleich­zei­tig ein Le­bens­raum für den Star ver­lo­ren. „Aber auch durch Ge­bäu­de­sa­nie­run­gen an Haus­fas­sa­den und Dä­chern fal­len Brut­plät­ze für den Vo­gel weg“, er­gänzt Son­nen­burg. Eben­so schwie­rig ge­stal­tet sich die Nah­rungs­su­che.

In vie­len Vor­gär­ten ge­be es heu­te kei­ne Ra­sen­flä­chen mehr, son­dern St­ein­gär­ten. „Ge­nau die­se kurz­ra­si­gen Flä­chen braucht der Star al­ler­dings als Nah­rungs­quel­le“, sagt Krü­ger. Auch der Rück­gang der Vieh­hal­tung im Ber­gi­schen Land in den ver­gan­ge­nen 20 Jah­ren ma­che dem Star zu schaf­fen. Rin­der hal­ten das Wei­de­gras schön kurz. So kön­nen die Sta­re zu Fuß durch das Gras zie­hen – auf der Jagd nach Schna­ken­lar­ven. Es gibt so­gar ei­nen be­son­de­ren Aus­druck für die­se Art der Nah­rungs­be­schaf­fung. „Beim Zir­keln spreizt der Star mit sei­nem Schna­bel die Er­de. Da­nach schaut er, ob sich In­sek­ten oder Wür­mer in dem Loch be­fin­den.“Doch was kön­nen die Ra­der tun, um dem Star ei­nen Un­ter­schlupf zu bie­ten? Die Ex­per­ten nen­nen Sta­ren­käs­ten als Al­ter­na­ti­ve. Die­se sind et­was grö­ßer als die Mei­sen­käs­ten und in Bau­märk­ten er­hält­lich. „Wer dem Star ei­ne Nah­rungs­quel­le bie­ten möch­te, soll­te auf den Ein­satz von In­sek­ti­zi­den ver­zich­ten“, sagt Krü­ger.

FO­TO: HIL­DEN­BRAND/DPA

Der Star be­fin­det sich auf der Ro­ten Lis­te des NA­BU.

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