Mehr Pla­nungs­si­cher­heit für ver­kaufs­of­fe­ne Sonn­ta­ge

Bergische Morgenpost Radevormwald - - KULTUR -

Das war knapp. Der ver­kaufs­of­fe­ne Sonn­tag zu der Ver­an­stal­tung „à la car­te“wur­de die­se Wo­che ge­ra­de noch ge­ret­tet. Mit ei­ner früh­zei­ti­gen An­pas­sung der ent­spre­chen­den städ­ti­schen Ver­ord­nung an die neue Ge­set­zes­la­ge, in der der Be­reich für of­fe­ne Lä­den klar ein­ge­grenzt wird, hät­te un­nö­ti­ger Stress ver­mie­den werden kön­nen.

Aber es hat sich ge­lohnt, am Ball zu blei­ben und mit ei­nem Kom­pro­miss­vor­schlag in der Ta­sche in das Ge­spräch mit der Ver­di-Ver­tre­te­rin zu ge­hen, ob­wohl das Ver­wal­tungs­ge­richt we­ni­ge Ta­ge zu­vor die Ge­schäfts­öff­nung per einst­wei­li­ger An­ord­nung un­ter­sagt hat­te. Für den Ein­zel­han­del und den Mar­ke­ting­ver­ein WiW ist es ein wich­ti­ges Si­gnal, dass sich Stadt

Die Ver­an­stal­tung à la car­te hing am sei­de­nen Fa­den. Ver­di zog die Kla­ge zu­rück, weil ein Kom­pro­miss in letz­ter Mi­nu­te ge­fun­den wur­de. Ei­ne Zit­ter­par­tie für Ver­an­stal­ter und Ge­schäfts­in­ha­ber.

und Po­li­tik für die vier ver­kaufs­of­fe­nen Sonn­tag stark ma­chen, dass sie die bei­den Ter­mi­ne in die­sem Jahr per Dring­lich­keits­be­schluss si­chern: zu à la car­te und zur Ber­gi­schen Weih­nacht. Für 2019 muss die neue städ­ti­sche Ver­ord­nung zur La­den­öff­nung zei­tig rechts­kräf­tig sein, da­mit die Ver­an­stal­ter künf­tig Pla­nungs­si­cher­heit ha­ben.

Die hat­ten sie für das dies­jäh­ri­ge à la car­te nicht, weil die Ver­ord­nung aus dem Jah­re 2000 der Ge­werk­schaft An­lass zur Kla­ge gab. Zwangs­läu­fig lag vie­les auf Eis, wa­ren die po­ten­zi­el­len Teil­neh­mer zu­rück­hal­tend. Jetzt muss WiW rich­tig Gas ge­ben, um al­le zur Teil­nah­me zu mo­bi­li­sie­ren und zu mo­ti­vie­ren. Eh­ren­amt­li­che in­ves­tie­ren jetzt sehr viel Ar­beit, um ei­ne Ver­an­stal­tung gut auf­zu­s­tel- len, von der al­le pro­fi­tie­ren: weil ver­kaufs­of­fe­ne Sonn­ta­ge ein un­ver­zicht­ba­res Mar­ke­ting­in­stru­ment und die Events ei­ne gu­te Vi­si­ten­kar­te für die Stadt sind, weil der Ein­zel­han­del und gro­ße Ver­an­stal­tun­gen Le­ben in die Stadt brin­gen, weil ein brei­tes Ein­zel­han­dels­an­ge­bot ein wich­ti­ger Stand­ort­fak­tor ist.

Ein wei­te­rer Stand­ort­fak­tor ist un­be­strit­ten ein gu­tes Bil­dungs- und Be­treu­ungs­an­ge­bot. El­tern, die in ei­ne Stadt zie­hen, schau­en ge­nau hin, wo und wie sie ih­re Kin­der be­treu­en las­sen kön­nen. Hier hat die Stadt ei­nen Berg an Haus­auf­ga­ben zu be­wäl­ti­gen. Zug um Zug ar­bei­tet sie die­sen ab wie der Ki­ta-Aus­bau zeigt. Der Aus­bau des OGS-An­ge- bots ist noch ei­ne „Bau­stel­le“, die die Ver­wal­tung die nächs­ten Jah­re be­schäf­ti­gen wird. Sie ist gut be­ra­ten, jetzt schon al­les vor­zu­be­rei­ten, um wei­te­re An­ge­bo­te in der Ganz­tags­be­treu­ung schaf­fen zu kön­nen. Der Rechts­an­spruch der El­tern auf ei­nen OGS-Platz er­höht den Druck.

Zu klä­ren ist, welche mög­li­chen Räu­me ge­nutzt werden kön­nen, welche um­ge­baut werden müss­ten, wo Platz für An- und Neu­bau­ten sind – ge­ra­de in der In­nen­stadt –, wie viel Ka­pa­zi­tä­ten die Trä­ger ha­ben und ob neue Trä­ger ak­qui­riert werden müs­sen.

Si­cher­lich werden nicht al­le El­tern ei­nen OGS-Platz ein­for­dern, aber mit dem Rechts­an­spruch deut­lich mehr als der­zeit, sa­gen Ex­per­ten.

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