Auk­ti­on mit Meis­ter­stü­cken

Bergische Morgenpost Remscheid - - WIRTSCHAFT -

Har­ges­hei­mer Kun­st­auk­tio­nen fei­ert zehn­jäh­ri­ges Fir­men­ju­bi­lä­um.

Die Herbst­sai­son bei Har­ges­hei­mer Kun­st­auk­tio­nen Düs­sel­dorf steht die­ses Jahr un­ter dem be­son­de­ren Stern des zehn­jäh­ri­gen Fir­men­ju­bi­lä­ums. Im Jahr 2007 als „Har­ges­hei­mer & Gün­ther“ge­grün­det, konn­te das Auk­ti­ons­haus be­reits ei­nen ful­mi­nan­ten Start er­le­ben und seit­dem er­folg­reich sei­ne Stel­lung als Haus für Kunst und An­ti­qui­tä­ten mit ei­nem Spe­zi­al­ge­biet in Iko­nen und rus­si­scher Kunst auf dem in­ter­na­tio­na­len Kunst­markt fes­ti­gen. Ei­ne fa­mi­liä­re At­mo­sphä­re und per­sön­li­ches En­ga­ge­ment in al­len Be­rei­chen sind Grund­stein für den bis­he­ri­gen Er­folg, wel­chem auch zu­künf­tig treu ge­blie­ben wird.

In der Ju­bi­lä­ums­auk­ti­on ab dem 21. Sep­tem­ber tritt ei­ne Nord­deut­sche Samm­lung mit Meis­ter­stü­cken her­vor. Dar­un­ter be­sticht vor al­lem ei­ne Samm­lung von 130 Spa­zier­stö­cken des 18. bis 20. Jahr­hun­derts. Die kunst­vol­len Stö­cke zei­gen in­di­vi­du­ell und de­tail­reich ge­stal­te­te Grif­fe aus Eben­holz, Sil­ber oder El­fen­bein.

Nicht we­ni­ger be­ste­chend ist ei­ne ober­rhei­ni­sche „Schö­ne Ma­don­na“, ein wich­ti­ges Zeug­nis der sa­kra­len Schnitz­kunst um 1450. Eben­falls in der Ver­stei­ge­rung: ein Wein­ge­fäß im Typ You der Ming-Dy­nas­tie. Die Ge­fäß­form „You“wur­de be­reits in der Shang-Dy­nas­tie und West Zhou-Dy­nas­tie zum Tra­gen von Wein ver­wen­det. Die­ses Ge­fäß hat ei­ne bau­chi­ge Form über ei­nem leicht aus­ge­stell­ten Fuß­ring. Bor­dü­ren mit Bocks­köp­fen zie­ren den De­ckel und den Hals. Der Hen­kel ist am An­satz Fa­bel­tier­köp­fen de­ko­riert. Die In­nen­sei­te des Ge­fä­ßes ist mit fei­nen In­schrif­ten im al­ten Ty­pus Ming­wen aus­ge­schmückt.

Der Be­reich der Ge­mäl­de hält Spit­zen­stü­cke be­reit. Das von Sir Tho­mas La­wrence (1769 – 1830) ge­fer­tig­te Por­trait ei­nes Gen­tlem­ans zeigt ver­mut­lich Wil­li­am Lay­man. Die­ser dien­te bis 1788 bei der Na­vy be­vor er in den fol­gen­den Jah­ren bei der East In­dia Com­pa­ny an­ge­stellt wur­de und dort ins­be­son­de­re für den Chi­na Han­del zu­stän­dig war. Die­ses Kon­ter­fei des Bri­ten wur­de be­reits 1931 bei Chris­tie’s in Lon­don an­ge­bo­ten und um 1960 im Me­tro­po­li­tan Mu­se­um of Art in New York aus­ge­stellt. Ein Ge­mäl­de des pol­ni­schen Ma­ler Micha­el Wy­wi­or­ski-Gorst­kin (1861 – 1926) prä­sen­tiert Ko­sa­ken und Bau­ern auf ei­nem schlam­mi­gen Weg. Als Sohn ei­nes rus­si­schen Of­fi­ziers stu­dier­te der Künst­ler zu­nächst Che­mie und wid­me­te sich erst spä­ter der Ma­le­rei. Er stu­dier­te an der Mün­che­ner Ma­ler­schu­le so­wie in den Ate­liers von Józef Brandt und Al­f­red von Wie­rusz-Ko­wal­ski, de­ren Ein­flüs­se in sei­nen Wer­ken deut­lich sicht­bar sind und mit de­nen er sich tech­nisch mes­sen kann. Um 1900 reis­te der Ma­ler viel und nimmt un­ter an­de­rem aus Spa­ni­en und Ägyp­ten ori­en­ta­li­sche Ein­flüs­se mit, wel­che sich in dem an­ge­bo­te­nem Ge­mäl­de zei­gen.

Von ei­nem der größ­ten deut­schen Por­trä­tis­ten des 18. Jahr- hun­derts wird das Kon­ter­fei der Land­grä­fin Phil­ip­pi­ne von Hes­sen-Kas­sel prä­sen­tiert. Als Kas­se­ler Hof­ma­ler fer­tig­te Jo­hann Hein­rich Tisch­bein (1722 – 1789) das fei­ne Bild­nis der Land­grä­fin, wel­che auf Rei­sen durch Deutsch­land und Frank­reich, als ei­ne der schöns­ten Fürs­tin­nen Eu­ro­pas ge­fei­ert wur­de. Das Por­trait ent­stand ver­mut­lich zu Ver­mäh­lung mit Fried­rich II. und zeigt die Land­grä­fin im pracht­vol­len Sei­den­kleid mit auf­wen­di­ger Sti­cke­rei und prunk­vol­lem Schmuck. Den rech­ten Arm ziert ein Arm­band mit den Initia­len Fried­rich II., am lin­ken Arm trägt sich ei­ne Por­trät­mi­nia­tur des Land­gra­fen.

Zum Ju­bi­lä­um wer­den auch mo­der­ne Glanz­stü­cke prä­sen­tiert. Emil Nol­de (1867 - 1956) mal­te um 1930 Blu­men­still­le­ben mit Feu­er­li­li­en und Glo­cken­blu­men. Die leuch­ten­den Far­ben wur­den be­reits 1968 im Be­stands­ka­ta­log von R. N. Ket­te­rer un­ter der Ka­ta­lo­gnum­mer 134 far­big ab­ge­bil­det. In flo­ra­len Mo­ti­ven und der Schön­heit der Blu­men mit ih­rer Ver­gäng­lich­keit fand Nol­de ei­nen ei­ge­nen Stil mit prä­gnan­ten und leuch­tend rei­nen Far­ben. In der flie­ßen­den Un­re­gel­mä­ßig­keit des Aqua­rells sah Nol­de zu­dem ei­ne bild­ne­ri­sche Über­set­zung der Ei­gen­heit pflanz­li­cher Mo­ti­ve. Har­ges­hei­mer Kun­st­auk­tio­nen, Fried­rich-Ebert-Str. 11+12, 40210 Düs­sel­dorf, Tel. 0211-3020010. In­ter­net: www.kunst­auk­tio­nen­du­es­sel­dorf.de

Har­ges­hei­mer Kun­st­auk­ti­on ver­stei­gert un­ter an­de­rem ein Ge­mäl­de des pol­ni­schen Ma­lers Micha­el Wy­wi­or­ski-Gorst­kin, das Ko­sa­ken und Bau­ern auf ei­nem schlam­mi­gen Weg zeigt.

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