Len­nep – Po­li­tik stimmt Baum­fäl­lun­gen zu

Bergische Morgenpost Remscheid - - REMSCHEIDER STADTPOST - VON HENNING RÖ­SER

TBR be­grün­den Ab­hol­zung an Ring­stra­ße mit DOC-Zeit­plan, Kos­ten­er­spar­nis und Ver­kehrs­füh­rung in der Bau­zeit.

Für die Ver­le­gung ei­nes neu­en Misch­was­ser­ka­nals der Tech­ni­schen Be­trie­be (TBR) auf der Ring­stra­ße in Len­nep wer­den spä­tes­tens bis En­de Fe­bru­ar im Ab­schnitt zwi­schen der Ha­cken­ber­ger Stra­ße und der Schwel­mer Stra­ße 58 Bäu­me ge­fällt. Ge­gen die Stim­me der Grü­nen ga­ben die Po­li­ti­ker in der Be­zirks­ver­tre­tung Len­nep am Mitt­woch­abend den TBR mit gro­ßer Mehr­heit grü­nes Licht für die Fäl­lun­gen.

Zu­vor hat­te die glei­che Mehr­heit ei­nen An­trag der Lin­ken ab­ge­lehnt, die Ab­hol­zung der Bäu­me so lan­ge aus­zu­set­zen, bis end­gül­tig ge­klärt ist, ob das ge­plan­te DOC tat­säch­lich ge­baut wird. Hin­ter­grund: Erst wenn ein Be­bau­ungs­plan recht­lich un­an­fecht­bar ist, hat er so­ge­nann­te Be­stands­kraft. Ar­gu­ment der Lin­ken: Soll­te das DOC vor Ge­richt schei­tern, wür­den die Bäu­me um­sonst fal­len. Rolf Hau­mann (Grü­ne) folg­te als ein­zi­ger Po­li­ti­ker die­ser Ar­gu­men­ta­ti­on. Er kri­ti­sier­te die Sa­la­mi­tak­tik, mit der die Stadt nach und nach über ge­plan­te Baum­fäl­lun­gen in­for­mie­re.

Der Lei­ter der Tech­ni­schen Be­trie­be (TBR), Micha­el Zirn­giebl, wi­der­sprach zu­min­dest teil­wei­se der Darstel­lung, dass die Bäu­me nur we­gen des DOCs fal­len. Die da­durch mög­li­che „Auf­wei­tung“der Stra­ße um bis zu 7,30 Me­ter sei wich­tig, um das DOC-Grund­stück bes­ser er­schlie­ßen und da­mit ver­mark­ten zu kön­nen. Das gel­te al­ler­dings auch dann, wenn das DOC nicht kom­men soll­te, wo­von er al­ler­dings nicht aus­ge­he. Dann wer­de die Stadt an­de­re Din­ge mit der Flä­che pla­nen, die in ih­rem Be­sitz ist.

Zwar kön­ne die TBR den Ka­nal auch oh­ne die Baum­fäl­lung ver­le­gen, räum­te Zirn­giebl ein. Das aber ma­che die Bau­maß­nah­me zum ei­nen um ei­nen sechs­stel­li­gen Be­trag teu­rer. Zum an­de­ren wä­re das Bau­feld dann so schmal, dass es Ver­kehrs-Sper­run­gen ge­ben müs­se. Fäl­le man aber die Bäu­me, er­hal­te man zu­sätz­li­chen Bau­raum, um Ma­te­ri­al ab­zu­le­gen, die Ver­kehrs­füh­rung sei dann ein­fa­cher.

Der Zeit­druck kommt in das The­ma, weil die Stadt die Ka­nal­baus­tel- le fer­tig ha­ben will, be­vor der Um­bau der un­mit­tel­bar am DOC ge­le­ge­nen Kreu­zung Ring­stra­ße /Ra­der Stra­ße be­ginnt. Die Bäu­me müs­sen zwi­schen Ok­to­ber und Fe­bru­ar ge­fällt wer­den. Das be­sagt das Bun­des­na­tur­schutz­ge­setz. Mit dem Ka­nal­bau soll im Früh­jahr 2018 los­ge­legt wer­den. Da­hin­ter steckt die Ver­ein­ba­rung, dass al­le Ar­bei­ten an der neu­en In­fra­struk­tur in Len­nep so ge­tak­tet sein müs­sen, dass sie zur ge­plan­ten DOC-Er­öff­nung in der zwei­ten Hälf­te von 2019 fer­tig sind.

Auf der In­ter­net­sei­te der Stadt wird als Baustart für das DOC der 2. Ja­nu­ar 2018 an­ge­ben. Das wä­re vor Be­stands­kraft des B-Plans. Auf Ein­woh­ner­fra­gen zum The­ma von Mar­kus Eschwei­ler ver­las Be­zirks­bür­ger­meis­ter Mar­kus Köt­ter Ant­wor­ten der Ver­wal­tung. Dem­nach fließt der Kauf­preis an die Stadt erst nach Be­stands­kraft. Der In­ves­tor kann aber vor­her mit Bau­ar­bei­ten be­gin­nen, wenn er zu­vor die Zu­stim­mung des Ra­tes ein­ge­holt hat. An­de­re Ab­spra­chen ge­be es nicht.

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