Die Ar­beit mit dem Herbst­laub

Bergische Morgenpost Remscheid - - STADTPOST - VON TRISTAN KRÄ­MER

Bun­te Blät­ter sind schön und gut. Wenn sie al­ler­dings auf den Bo­den fal­len, ent­ste­hen für Stadt und Bür­ger Rei­ni­gungs­pflich­ten. Wer Be­sen oder Laub­blä­ser zu sel­ten be­nutzt, ris­kiert Buß­gel­der von der Ord­nungs­be­hör­de.

Ord­nungs­amts­lei­ter Jür­gen Beck­mann hat es schon mehr­fach er­lebt: Nach­barn, die mit Herbst­be­ginn am ei­ge­nen Grund­stück die Grenz­kon­trol­len ver­schär­fen und zum Laub­blä­ser grei­fen. „Da wird dann das Laub vom ei­ge­nen Grund­stück auf das des Nach­barn ge­bla­sen und um­ge­kehrt“, sagt der Amts­chef. Und ir­gend­wann lan­de der Streit bei sei­ner Be­hör­de. „Ich sa­ge den Men­schen dann: ‚Re­det doch ein­fach mal mit­eina­der‘“, sagt Beck­mann. gend ge­rei­nigt wur­de. Schä­den, die durch nas­ses Laub ver­ur­sacht wer­den, sind häu­fig von der pri­va­ten Haft­pflicht­ver­si­che­rung ab­ge­deckt.

Wer Be­sen oder Laub­blä­ser zu sel­ten be­nutzt, der ris­kiert al­ler­dings auch ein ord­nungs­be­hörd­li­ches Buß­geld. „Zu­nächst er­in­nern wir den Grund­stücks­ei­gen­tü­mer aber an sei­ne Pflich­ten“, sagt Beck­mann. Rich­tig teu­er wer­de es, wenn je­mand wie­der­holt auf­fal­le. Der Höchst­satz des Buß­gelds liegt in Ex­trem­fäl­len bei 1000 Eu­ro. So­gar noch tie­fer in die Ta­sche grei­fen muss, wer zu ex­zes­siv mit sei­nem Laub­blä­ser ar­bei­tet.

Vor al­lem ben­zin­be­trie­be­ne Ge­rä­te kön­nen ei­ne Laut­stär­ke von über 100 De­zi­bel er­rei­chen und da­mit so laut sein wie et­wa ein Press­luft­ham- mer. Des­halb gel­ten für Laub­blä­ser in­ner­halb der „Ma­schi­nen­lärm­schutz­ver­ord­nung“ver­schärf­te Re­geln: Sie dür­fen nur werk­tags von 9 bis 13 Uhr und 15 bis 17 Uhr be­nutzt wer­den.

Um das Laub auf den Geh­we­gen vor städ­ti­schen Grund­stü­cken wie Schu­len küm­mern sich die Tech­ni­schen Be­trie­be Rem­scheid. „Un­ser Haupt­au­gen­merk liegt aber auf den Fahr­bah­nen“, sagt Micha­el Sau­er, Ge­schäfts­be­reichs­lei­ter Stra­ßen­rei­ni­gung.

Rund 900 Ton­nen Laub sam­meln die TBR-Mit­ar­bei­ter jähr­lich von Rem­scheids Stra­ßen ein. Sechs Kehr­ma­schi­nen sind täg­lich un­ter­wegs, da­zu kom­men min­des­tens 15 Mann in Kehr­trupps. An in­ten­si­ven Ta­gen wer­de das Per­so­nal auf­ge­stockt. „Und ab nächs­ter Wo­che ist auch wie­der un­ser gro­ßer Laub­sau­ger im Ein­satz“, sagt Sau­er. Da­bei han­delt es sich um ei­nen um­ge­bau­ten Müll­wa­gen, des­sen Rüs­sel die von den Kehr­trupps zu­sam­men­ge­feg­ten Laub­hau­fen auf­saugt. Das kön­nen die nor­ma­len Kehr­ma­schi­nen nicht. „Des­halb ha­ben wir manch­mal Pro­ble­me, wenn ein Bür­ger das Laub zu­sam­men­kehrt und hofft, dass wir es mit­neh­men. Der Laub­schacht un­ter den Kehr­ma­schi­nen liegt da­für zu tief. Da bleibt vie­les lie­gen“, er­klärt Sau­er.

Wie oft wel­che Stra­ße ge­rei­nigt wird, das re­geln die Stra­ßen­rei­ni­gungs­plä­ne. „Aber wir müs­sen Prio­ri­tä­ten set­zen. In ei­ner nor­ma­len An­lie­ger­stra­ße oh­ne Bäu­me ist es manch­mal eben nicht so drin­gend wie et­wa auf der Mar­tin-Lu­ther­Stra­ße, die von Bäu­men ge­säumt ist“, sagt der TBR-Mann. Die Er­fah­rung der Kehr­ma­schi­nen­fah­rer hel­fe da­bei, die rich­ti­gen Schwer­punk­te zu set­zen.

FO­TO: CHRIS­TI­AN BEIER

Vie­le Bäu­me sind schon weit vor­an in der Laub­ver­fär­bung – und sie wer­fen die Blät­ter auch ab. Dar­um greift manch ei­ner zum Laub­blä­ser. Rund ums wel­ke Laub gibt es al­ler­dings kla­re Re­geln.

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