Pup­pen sol­len Au­to­fah­rer war­nen

Bergische Morgenpost Remscheid - - STADTPOST - VON AN­NA MAZZALUPI

Re­flek­tie­ren­de Ver­kehrs­hel­fer wer­den zu­nächst rund um die Ki­ta Hons­berg auf­ge­stellt.

Leo­pold, Nao­mi und Qu­en­tin la­chen breit. Sie se­hen fröh­lich aus. Aber vor al­lem fal­len sie auf. Denn sie sind drei der 14 neu­en re­flek­tie­ren­den Pup­pen, die wäh­rend des Win­ters im­mer wie­der die Au­to­fah­rer an das lang­sa­me Fah­ren in den 30er-Zo­nen er­in­nern sol­len.

Von Ok­to­ber bis März wer­den die Pup­pen an ins­ge­samt 15 der 30 Kin­der­ta­ges­stät­ten in der Stadt auf­ge­stellt. An­hand von ver­schie­de­nen Re­flek­to­ren sind die lie­be­voll ge­stal­te­ten Holz­fi­gu­ren gut sicht­bar. Je­weils ei­ne Wo­che sol­len sie so die Ver­kehrs­teil­neh­mer dar­auf auf­merk­sam ma­chen, dass ei­ne Ki­ta in der Nä­he ist. „So ent­steht kein Ge­wöh­nungs­ef­fekt bei den Fah­rern“, er­klärt Haupt­kom­mis­sar Ste­phan Kel­ler von der Ver­kehrs­un­fall­prä­ven­ti­on der Po­li­zei bei der Vor­stel­lung des Pro­jekts.

Die Tech­ni­schen Be­trie­be Rem­scheid wer­den die neu­en Pup­pen an den un­ter­schied­li­chen Stand­or­ten mon­tie­ren – an La­ter­nen oder an Stra­ßen­schil­dern, an de­nen sie den Ver­kehr nicht stö­ren. Sa­bi­ne Strack vom Ord­nungs­amt hat die Stel­len ge­prüft. An ei­ni­gen Ein­rich­tun­gen kön­nen die Ver­kehrs­hel­fer al­ler­dings nicht po­si­tio­niert wer­den, weil zum Bei­spiel par­ken­de Au­tos die Sicht auf die Fi­gu­ren ver­sper­ren wür­den.

Die Idee zu der Ak­ti­on stammt vom Ar­beits­kreis der Er­zie­he­rin­nen. Ein Va­ter hat­te be­reits in Ei­gen­re­gie sol­che Fi­gu­ren an­ge­fer­tigt und in Reins­ha­gen auf­ge­stellt. Die Re­ak­ti­on dar­auf sei gut ge­we­sen, er­zählt Po­li­zei­haupt­kom­mis­sar Micha­el Bran­den­stein. Des­halb woll­te man das Gan­ze nun kom­pakt gestal­ten. „Das ist ei­ne ein­ma­li­ge Ak­ti­on, die wir hier in Rem­scheid star­ten“, hebt Ot­to Mäh­ler, Be­zirks­bür­ger­meis­ter von Alt-Rem­scheid so­wie Vor­sit­zen­der der Ver­kehrs­wacht Rem­scheid, her­vor.

Mehr als ein Jahr ha­ben fünf Er­zieh­rin­nen an der Um­set­zung ge­ar­bei­tet. Un­ter­stützt wur­den sie nicht nur von der Po­li­zei, son­dern auch von Va­ter Marc Krau­se, der die Roh­lin­ge aus­säg­te. Die Ma­te­ri­al­kos­ten be­lau­fen sich auf rund 40 Eu­ro pro Pup­pe, fi­nan­ziert durch die Ver­kehrs­wacht. Wenn die Holz­fi­gu­ren ak­zep­tiert wer­den, kä­me auch die Po­si­tio­nie­rung vor Grund­schu­len in­fra­ge, merkt Bran­den­stein an. Dort sei we­ni­ger die über­höh­te Ge­schwin­dig­keit ein Pro­blem, son­dern viel­mehr die An­zahl der El­tern­ta­xis.

Der Start­schuss für das Pro­jekt fällt am 16. Ok­to­ber. Dann wer­den die Pup­pen rund um die Ki­ta Hons­berg auf­ge­stellt. Die Kids tref­fen auf zwei Be­kann­te, denn sie durf­ten bei der Na­mens­ge­bung der Fi­gu­ren mit­ent­schei­den. „Bei uns wur­den sie nach zwei Kin­dern be­nannt. No­emi und Qu­en­tin. No­emi ist ganz stolz dar­auf“, sagt Er­zie­he­rin Kat­ha­ri­na Jas­in­ski von der Ki­ta Hons­berg. Ne­ben der jähr­li­chen Ak­ti­on „Siehst du mich“wer­den die Kin­der nun auch zu­sätz­lich durch die Pup­pen für die Si­cher­heit in der dunk­len Jah­res­zeit sen­si­bi­li­siert.

FO­TO: MAZZALUPI

Er­zie­he­rin Kat­ha­ri­na Jas­in­ski hält die Pup­pen in die Ka­me­ra.

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