Feu­er­wehr holt Pferd von den Glei­sen

Bergische Morgenpost Remscheid - - REMSCHEIDER STADTPOST - VON HEN­NING RÖ­SER

Ein aus Wuppertal aus­ge­büx­tes Tier fing die Feu­er­wehr ges­tern Mit­tag im Be­reich des Gar­ten­cen­ters Kre­mer wie­der ein. Die Zug­stre­cke der S-Bahn 7 war zwi­schen­zeit­lich ge­sperrt. Auf ei­nem Bau­er­hof in Len­nep kam der Aus­rei­ßer un­ter.

Ob sich Feu­er­wehr­mann Fer­di­nand Rock­holtz als Kind ger­ne als Cow­boy ver­klei­det hat, ist nicht be­kannt. Ges­tern Mit­tag zeig­te der Ein­satz­lei­ter der Rem­schei­der Feu­er­wehr auf je­den Fall sein Händ­chen für Pfer­de. Mit Sei­len, die die Feu­er­wehr auf ih­rem Ein­satz­wa­gen im­mer da­bei hat, hol­te Rock­holtz im Be­reich des Gar­ten­cen­ters Kre­mer in Len­nep ein aus­ge­büx­tes Pferd von den Glei­sen der S-Bahn­Stre­cke Wuppertal / So­lin­gen.

„Pferd im Gleis­bett“– die­se Mel­dung ging bei der Feu­er­wehr ge­gen 12.42 Uhr ein. An­woh­ner hat­ten das Tier in Hö­he des Lüttring­hau­se­ner Bahn­hofs ge­se­hen. Nach­dem ei­ne Mel­dung zur Sper­rung der Stre­cke

„Wir ha­ben uns auf An­hieb

ver­stan­den“

Fer­di­nand Rock­holtz

Ein­satz­lei­ter der Feu­er­wehr

ab­ge­setzt war, mach­te sich die Feu­er­wehr auf den Weg. In Hö­he der Au­to­bahn­brü­cke an der Blu­me gab es Sicht­kon­takt. Der jun­ge Vier­bei­ner war da be­reits in Len­nep an­ge­kom­men. „Viel­leicht woll­te es ja ins Gar­ten­cen­ter in die Ro­sen­ab­tei­lung“, scherzt Rock­holtz. Auf dem Gleis­ab­schnitt in Hö­he Kre­mer ging die Feu­er­wehr auf die Glei­se. „Das Tier war zum Glück sehr zu­trau­lich – wir ha­ben uns gleich ver­stan­den“, sagt der Ein­satz­lei­ter. Er konn­te dem Tier ein Seil um­le­gen und es si­cher von den Glei­sen füh­ren. An die Bahn er­ging die Mel­dung, dass die Stre­cke wie­der frei war.

Wo­hin nun mit dem Tier ? Hil­fe fan­den die Tier­fän­ger der Feu­er­wehr beim Ka­me­ra­den Chris­ti­an Wet­te. Der Lösch­grup­pen­füh­rer der Ein­heit Len­nep wohnt auf ei­nem Bau­ern­hof in En­d­ring­hau­sen. Dort­hin brach­te Rock­holtz das Pferd – zu Fuß. Ein Pfer­de­trans­por­ter ge­hört nicht zur se­ri­en­mä­ßi­gen Aus­stat­tung der Ein­satz­kräf­te. Hier fand das Tier Un­ter­schlupf in ei­nem war­men Stall. Fut­ter gab es auch.

Wie sich her­aus­stell­te, „war das Pferd schon ei­ne Wei­le un­ter­wegs“. Es hat­te sich von ei­ner Wei­de in We­fel­spütt in Wuppertal auf den Weg ge­macht. Der Be­sit­zer muss mit kei­nen Kos­ten rech­nen. Ret­tung von Tie­ren in Not ge­hört zu den ori­gi­nä­ren Auf­ga­ben der Feu­er­wehr.

Be­reits am Vor­mit­tag war die Feu­er­wehr zu ei­nem Brand zum Heint­jes­ham­mer an der Gren­ze zu Wermelskirchen aus­ge­rückt. In ei­nem leer­ste­hen­den Haus brann­te es aus noch un­ge­klär­ter Ur­sa­che. Tank­wa­gen rück­ten zur Si­cher­heit mit aus, doch die Frei­wil­li­ge Feu­er­wehr pump­te das Lösch­was­ser vor Ort aus dem na­hen Esch­bach.

Im Gleis­bett war das Pferd in Rich­tung Len­nep

un­ter­wegs.

Ein­satz­lei­ter Fer­di­nand Rock­holtz leg­te dem jun­gen Tier ein im­pro­vi­sier­tes

Half­ter an.

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