Ber­gi­sche SPD ge­spal­ten zur Groko

Bergische Morgenpost Remscheid - - STADTPOST - VON AXEL RICH­TER UND STE­FAN PRINZ

Es war ein deut­li­ches Nein zur Groko, mit dem die SPD Rem­scheid ih­ren De­le­gier­ten Sven Wiertz zum Son­der­par­tei­tag En­de Ja­nu­ar ge­schickt hat­ten. Der stimm­te dort wie ge­hei­ßen ge­gen ei­ne Fort­set­zung von Schwarz-Rot auf Bun­des­ebe­ne. Doch die Mehr­heit ent­schied an­ders. Nun sind die Rem­schei­der So­zi­al­de­mo­kra­ten noch ein­mal ge­fragt. Wie in na­he­zu al­len SPD-Ver­bän­den ist die Mei­nung un­ter den Ge­nos­sen in der Werk­zeug­stadt ge­spal­ten. Ab Di­ens­tag nächs­ter Wo­che kann die SPD-Ba­sis ent­schei­den. Auf ei­ne Ab­stim­mungs­emp­feh­lung wird der Vor­stand be­wusst ver­zich­ten. „Es wird in den nächs­ten zwei Wo­chen In­for­ma­ti­ons­aben­de in den Orts­ver­ei­nen und Ar­beits­ge­mein­schaf­ten ge­ben“, sagt Chris­ti­ne Krupp, Vor­sit­zen­de der SPD Rem­scheid, „Am En­de soll je­des Mit­glied für sich ent­schei­den.“

Ih­re ei­ge­ne Po­si­ti­on ist be­kannt. „Ich stim­me ge­gen die Groko“, sagt die 36-jäh­ri­ge Rem­schei­de­rin. Dass ih­rer Par­tei Neu­wah­len ge­gen­wär­tig nicht gut be­kom­men – wie ges­tern be­rich­tet, liegt die SPD nach ak­tu­el­len Um­fra­gen bun­des­weit bei un­ter 17 Pro­zent – ist der Che­fin des Rem­schei­der Un­ter­be­zirks be­wusst. „Aber dann ist das eben so“, sagt sie und fin­det es bes­ser, „die Par­tei in den nächs­ten vier Jah­ren in der Op­po­si­ti­on wie­der auf­zu­bau­en an­statt sie nach wei­te­ren vier Jah­ren in ei­ner Re­gie­rung mit An­ge­la Mer­kel for­mal zu be­er­di­gen.“An­ders sieht das Krupps Par­tei­freund In­go Schä­fer. Bei der Bun­des­tags­wahl hat­te der SPD-Kan­di­dat ge­gen Amts­in­ha­ber Jür­gen Hardt (CDU) ver­lo­ren. Nach dem Schei­tern der Son­die­rungs­ge­sprä­che für ei­ne Ja­mai­kaKo­ali­ti­on hat­te er sich kri­tisch über die Auf­nah­me von Ge­sprä­chen zwi­schen SPD und CDU ge­äu­ßert. Heu­te ist In­go Schä­fer für die Groko. Sei­ne Par­tei ha­be im Ko­ali­ti­ons­ver­trag deut­li­che in­halt­li­che Ak­zen­te set­zen kön­nen.

Er glau­be, dass die deutsch­land­wei­te Mit­glie­der­be­fra­gung zu­guns­ten ei­ner Fort­set­zung der ak­tu­el­len Re­gie­rungs­mehr­heit aus­ge­he. Si­cher ist er sich je­doch nicht: „Die Gro­ße Ko­ali­ti­on steht auf je­den Fall auf der Kip­pe.“Wie Schä­fer weiß auch Chris­ti­ne Krupp: „Die La­ge in der SPD ist kon­fus.“

Die Per­so­nal­de­bat­te um Mi­nis­ter­pos­ten sei „eben­so un­wür­dig wie un­pro­fes­sio­nell“, sagt die Rem­schei­der Par­tei­che­fin, der Ab­sturz in der Wäh­ler­gunst des­halb nach­voll­zieh­bar.

FOTO: MOLL (ARCHIV)

Vor­sit­zen­de Chris­ti­ne Krupp stimmt ge­gen die Groko.

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