Das Ge­schäft mit der Lie­be

Bergische Morgenpost Remscheid - - VERBRAUCHER -

Die Ver­brau­cher­zen­tra­le warnt da­vor, sich all­zu leicht­sin­nig Da­ting-Por­ta­len im In­ter­net zu nä­hern. Schließ­lich ist das Spiel mit den Sehn­süch­ten der Singles ein Ge­schäfts­mo­dell.

die in Deutsch­land nutz­ba­ren rund 2500 Sing­le-Bör­sen auf ei­nen Er­lös von et­wa 200 Mil­lio­nen Eu­ro. Bun­des­weit nah­men die Markt­wäch­ter der Ver­brau­cher­zen­tra­le 307 Be­schwer­den zum The­ma On­li­ne-Da­ting im ver­gan­ge­nen Jahr ent­ge­gen.

Ly­dia Schwert­ner, Lei­te­rin der Ver­brau­cher­zen­tra­le Rem­scheid, un­ter­schei­det zu­nächst zwi­schen drei Ar­ten von Da­ting-Por­ta­len: „Es gibt die so­ge­nann­te Part­ner­ver­mitt­lung, Sing­le-Bör­sen und Ero­tik-Por­ta­le.“Bei der Part­ner­ver­mitt­lung müs­sen In­ter­net­nut­zer ein Pro­fil er­stel­len, das sie cha­rak­te­ri­siert: Al­ter, Grö­ße, Hob­bys so­wie die Wunsch­vor­stel­lun­gen, die der zu­künf­ti­ge Part­ner er­fül­len soll­te. Das Por­tal gleicht die An­ga­ben mit an­de­ren Nut­zern ab und sucht Über­ein­stim­mun­gen. Auf die­ser Grund­la­ge er­hält der Nut­zer ei­ni­ge Part­ner-Vor­schlä­ge, die zu ihm pas­sen könn­ten.

Wer sich hin­ge­gen ei­ner Sing­le-Bör­se an­schließt, muss selbst ak­tiv wer­den. Der Nut­zer muss sich mit ei­ner Such­mas­ke durch ei­ne Un­zahl von mög­li­chen neu­en Part­nern fors­ten. „Die­ses Por­tal nut­zen Singles, die ne­ben dem Flirt auch neue Freun­de für ih­re Frei­zeit­ge­stal­tung su­chen“, er­klärt Schwert­ner. Wer nur auf kör­per­li­che Lie­be aus ist,

be­sucht

die ent­spre­chen­den Ero­tik-Por­ta­le. Bei al­len drei Va­ri­an­ten gibt es et­was zu be­ach­ten: Die Nut­zer die­ser In­ter­net­sei­ten soll­ten vor­sich­tig sein. Schwert­ner gibt In­ter­es­sier­ten und Mit­glie­dern ei­nen Leit­fa­den für die si­che­re Nut­zung an die Hand. „Be­vor sich Singles bei ei­nem Da­ting-Por­tal an­mel­den, soll­ten sie sich in Ru­he das Im­pres­sum der Sei­te durch­le­sen.“Der Sei­ten­be­trei­ber muss hier ein­deu­tig er­kenn­bar sein. „Des Wei­te­ren muss klar er­sicht­lich sein, wel­che Be­zahl­me­tho­den an­ge­bo­ten wer­den. Vor­sicht, Fal­le: Test-Abos müs­sen in der Re­gel vom Nut­zer ge­kün­digt wer­den.“Auf­ge­passt: Die rei­ne An­mel­dung bei Da­ting-Por­ta­len sei zwar oft kos­ten­los, aber die Nut­zung der Such­funk­tio­nen mit Ge­büh­ren ver­bun­den.

Vor dem Bei­tritt soll­ten sich Singles au­ßer­dem über das Wi­der­rufs­recht auf der An­bie­ter-Sei­te in­for­mie­ren. „Ich emp­feh­le auch ex­tra, ei­ne neue E-Mail-Adres­se vor der Nut­zung des Por­tals an­zu­le­gen, da­mit mit der Haupt­mail­adres­se kein Schind­lu­der be­trie­ben wer­den kann“, sagt Schwert­ner. All­ge­mein rät sie da­zu, mit In­for­ma­tio­nen über sich spar­sam um­zu­ge­hen: „Wer Fo­tos und Da­ten von sich ins In­ter­net stellt, setzt sich dem Ri­si­ko aus, dass die­se In­for­ma­tio­nen für Wer­be- zwe­cke wei­ter­ge­reicht und aus­ge­wer­tet wer­den. Da­ten sind schließ­lich das neue Gold.“

Be­son­de­re Acht­sam­keit er­for­dern so­ge­nann­te Fa­ke-Pro­fi­le. „Zum Teil ste­cken Mit­ar­bei­ter der An­bie­ter da­hin­ter, die sich auf dem Nut­zer-Pro­fil als at­trak­ti­ve Frau oder Mann aus­ge­ben. Es gibt aber auch Kri­mi­nel­le, die mit die­ser Ma­sche ver­su­chen, Singles aus­zu­hor­chen“, sagt Schwert­ner. Skep­tisch soll­ten Nut­zer auch wer­den, wenn wäh­rend des Ken­nen­ler­nens per Chat häu­fig sprach­lich fal­sche und ein­sil­bi­ge Ant­wor­ten ge­schickt wer­den. Dies könn­te ein Hin­weis auf ein Fa­ke-Pro­fil sein.

Die Ver­brau­cher­zen­tra­le Bay­ern hat 187 Da­ting-Por­ta­le aus­fin­dig ge­macht, die Fa­ke-Pro­fi­le an­wen­den. Dar­auf auf­merk­sam ma­chen die An­bie­ter al­ler­dings le­dig­lich im Klein­ge­druck­ten.

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