Ein­mal über die Al­pen wan­dern

Bergische Morgenpost Wermelskirchen - - WERMELSKIRCHEN - VON STE­PHAN SIN­GER

Zwölf Jun­gen und Mäd­chen wa­ren mit dem Kin­der- und Ju­gend­be­reich der Katt­win­kel­schen Fa­b­rik in den Ber­gen un­ter­wegs.

WER­MELS­KIR­CHEN Sie ha­ben ein phan­tas­ti­sches Stück Na­tur ge­se­hen, ei­ne „Ach­ter­bahn“der Ge­füh­le er­lebt und sind als be­freun­de­te Grup­pe nach Wer­mels­kir­chen zu­rück­ge­kehrt. Ge­mein­sam mit Kol­ja Pfeif­fer und Jan Mar­quardt vom Kin­der- und Ju­gend­be­reich der Katt­win­kel­schen Fa­b­rik ab­sol­vier­ten zwölf Kin­der im Al­ter von zehn bis 15 Jah­ren ei­ne Al­pen­wan­de­rung, nach der sich al­le in Mut und Selbst­be­wusst­sein auch ganz in­di­vi­du­ell ge­stärkt füh­len. Bei ei­nem Nachtref­fen lie­ßen die Kin­der, ih­re El­tern und die Be­treu­er ih­re Ein­drü­cke noch ein­mal Re­vue pas­sie­ren.

Be­son­de­re Hö­he­punk­te für die Kin­der wa­ren auf der Wan­de­rung über die Al­pen die bei­den er­klom­me­nen Gip­fel in 2.400 und 2.700 Me­tern Hö­he, da­zu das Schwim­men in ei­nem Berg­see und am Fu­ße ei­nes Was­ser­falls. „Aber ei­gent­lich war die gan­ze Rei­se ein High­light“, fass­te die die mit zehn Jah­ren jüngs­te Teil­neh­me­rin Ma­ya zu­sam­men. Die 13-jäh­ri­ge So­phie be­schwor den in der Grup­pe ge­wach­se­nen und im­mens star­ken Zu­sam­men­halt: „Als ich am En­de ei­ner Etap­pe so ka­putt war, dass mei­ne Bei­ne vor Er­schöp­fung zit­ter­ten, ha­ben mich die an­de­ren an­ge­feu­ert – da ha­be ich vor Freu­de ge­heult.“Die­se Wil­lens­stär­ke, das Zu­trau­en und den Mut der Kin­der lob­te Kol­ja Pfeif­fer: „Wir ha­ben So­phie in die­ser Si­tua­ti­on an­ge­bo­ten, ih­ren Ruck­sack zu tra­gen, aber das woll­te sie nicht. Sie woll­te ih­re Ge­päck sel­ber ans Ziel brin­gen.“Lil­li (12) er­in­ner­te sich dar­an, dass sie ih­ren gleich­alt­ri­gen „Kum­pa­nen“Ga­b­ri­el mit an­feu­ern­den Wor­ten „an­trieb“. Für sie sei von Be­ginn an klar ge­we­sen: „Wir ha­ben das zu­sam­men an­ge­fan­gen, al­so brin­gen wir das auch ge­mein­sam zu En­de.“

Pech hat­te Marc. Er stürz­te auf der Wan­de­rung und zog sich ei­ne Ver­let­zung am Bein zu. Ein Hub­schrau­ber flog den 14-Jäh­ri­gen in ein Kran­ken­haus, von dort ging es mit der Bahn vor­zei­tig nach Hau­se. „Letzt­lich war die Ver­let­zung me­di- zi­nisch ei­ne Ba­na­li­tät, aber auf 2.400 Me­tern Hö­he eben nicht mehr geh­bar“, er­läu­ter­te Kol­ja Pfeif­fer die Ver­ant­wor­tung der Be­treu­er, die manch­mal eben auch schwe­re Ent- schei­dun­gen ver­langt. „Wir wa­ren al­le trau­rig, dass Marc uns ver­las­sen muss­te“, er­zähl­te Vi­vi­en (12).

Für die rei­bungs­lo­se Or­ga­ni­sa­ti­on der Wan­de­rung sorg­te der Veran- stal­ter „Aven­tura“, der sol­che Tou­ren für Kin­der und Ju­gend­li­che un­ter päd­ago­gi­schen Aspek­ten zu­sam­men­stellt und der Wer­mels­kir­che­ner Grup­pe ei­nen Berg­füh­rer zur Sei­te stell­te. Dank Spon­sor Frank Hap­pel vom The­ra­pie- und Rü­cken­zen­trum konn­te die Katt­win­kel­sche Fa­b­rik die Tour zu ei­nem ver­gleichs­wei­sen güns­ti­gen Teil­neh­mer­bei­trag an­bie­ten. „Ei­nen Teil un­se­res Bud­gets spen­den wir im­mer lo­kal an den Stand­or­ten un­se­res Un­ter­neh­mens. Ei­ne Mit­ar­bei­te­rin mach­te mich auf die Katt auf­merk­sam“, be­rich­te­te Hap­pel beim Nachtref­fen der Wan­de­rer. Und wei­ter: „So ein Feed­back wie hier heu­te ha­be ich ei­gent­lich noch nie be­kom­men. Wenn ich die Kin­der so be­geis­tert er­zäh­len hö­re, be­kom­me ich Gän­se­haut.“

Ei­nig zeig­ten sich Ma­ya (10), Le­vi (11), die zwölf­jäh­ri­gen Lil­li, Vi­vi­en und Ga­b­ri­el, die 13-jäh­ri­gen So­phie, Erik und Florian, die bei­den 14-jäh­ri­gen Phil­lip und Marc so­wie Lu­ca und Si­las (bei­de 15): „Wir sind stolz auf uns und selbst­be­wuss­ter ge­wor­den. Wir sind froh, dass wir das er­le­ben durf­ten.“Ih­re Ge­dan­ken lie­ßen die Katt-Kids be­reits jetzt in die Zu­kunft schwei­fen: Für 2018 könn­ten sie sich ei­ne Fahr­rad- oder Ka­nuTour vor­stel­len - „wir wol­len wie­der ei­ne der­ar­ti­ge Ak­ti­on und wä­ren be­stimmt wie­der da­bei.“

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