Haus­halts­ent­wurf 2018: Kreis­um­la­ge sinkt

Bergische Morgenpost Wermelskirchen - - WERMELSKIRCHEN -

Fehl­be­trag von 8 Mil­lio­nen Eu­ro ein­ge­plant – Kreis be­zu­schuss den ÖPNV mit 7,3 Mil­lio­nen Eu­ro.

RHEIN-BERG Sei­nen letz­ten Haus­halts­ent­wurf als Land­rat brach­te Dr. Her­mann-Jo­sef Te­bro­ke mit sei­nem Käm­me­rer Klaus Eckl in den Kreis­tag ein. Wich­tigs­ter Eck­punkt ist, dass die Kreis­um­la­ge er­neut ge­senkt wird – und zwar um 3,45 Pro­zent­punk­te. So­mit liegt der Satz jetzt bei 35,5 Pro­zent, 2017 wa­ren es noch 38,95 Pro­zent. Da­durch er­hält der Rhei­nisch-Ber­gi­sche Kreis vier Mil­lio­nen Eu­ro we­ni­ger aus den Kom­mu­nen. 2017 wa­ren es 138,3 Mil­lio­nen Eu­ro ge­we­sen.

Auch die durch­schnitt­li­che Um­la­ge je Kreis­ein­woh­ner sinkt, und zwar von rund 495 Eu­ro in die­sem Jahr auf 475 Eu­ro in 2018. „Wir steu­ern da­mit un­se­ren Teil da­zu bei, die en­gen Hand­lungs­spiel­räu­me der Kom­mu­nen et­was zu er­wei­tern“, er­klärt Her­mann-Jo­sef Te­bro­ke.

Seit 2011 hat der Rhei­nisch-Ber­gi­sche Kreis den Kreis­um­la­ge­satz nun um mehr als neun Pro­zent-Punk­te ge­senkt. „Den­noch ist der kom­mu­na­le Raum wei­ter un­ter­fi­nan­ziert. Da brau­chen wir im Kreis und na­tür­lich auch bei den Städ­ten und Ge­mein­den noch mehr Un­ter­stüt­zung von Bund und Land“, macht der Land­rat deut­lich.

Der Rhei­nisch-Ber­gi­sche Kreis rech­net für das Jahr 2018 mit ei­nem De­fi­zit von acht Mil­lio­nen Eu­ro, das aus der Aus­gleichs­rück­la­ge ge­deckt wird.

Die po­si­ti­ve Ent­wick­lung der kon­junk­tu­rel­len Rah­men­be­din­gun­gen spie­gelt sich auch in den Kos­ten für das Ar­beits­lo­sen­geld II wi­der. Der Kreis trägt hier über das Job­cen­ter in ers­ter Li­nie die so­ge­nann­ten Kos­ten für Un­ter­kunft und Hei­zung. Ge- gen­über dem Jahr 2017 geht der Käm­me­rer von ei­ner Re­du­zie­rung der Auf­wen­dun­gen um 1,7 Mil­lio­nen Eu­ro aus. Im Jah­res­durch­schnitt wird kreis­weit nur noch mit 8350 Be­darfs­ge­mein­schaf­ten, al­so 400 we­ni­ger als bis­her an­ge­nom­men, ge­rech­net.

Ein wei­te­rer gro­ßer Pos­ten im Etat des Rhei­nisch-Ber­gi­schen Krei­ses sind die So­zi­al­auf­wen­dun­gen nach dem So­zi­al­ge­setz­buch XII (SGB XII). Die­ses um­fasst in ers­ter Li­nie die Pfle­ge, Ein­glie­de­rungs­hil­fen für Men­schen mit Be­hin­de­rung und Hil­fen zum Le­ben. Die fi­nan­zi­el­len Be­las­tun­gen da­für stei­gen kon­ti­nu­ier­lich an. Auf­wen­dun­gen von knapp 58 Mil­lio­nen ste­hen Er­trä­ge von 22,7 Mil­lio­nen ge­gen­über, so dass aus dem Kreis­haus­halt mehr als 35 Mil­lio­nen Eu­ro ein­ge­setzt wer­den. „Das ge­wach­se­ne Be­dürf­nis nach in­klu­si­ven Leis­tun­gen, wie bei­spiels­wei­se nach In­te­gra­ti­ons­hel­fern in Schu­len oder nach frü­hen heil­päd­ago­gi­schen Hil­fen wie auch das neue Bun­des­teil­ha­be­ge­setz, das in meh­re­ren Ent­wick­lungs­stu­fen in Kraft tritt, ver­stär­ken die­se Ent­wick­lung“, er­läu­tert der Käm­me­rer.

In die Aus­wei­tung des Öf­fent­li­chen Per­so­nen­nah­ver­kehrs, für die der Kreis­tag auf sei­ner Sit­zung stimm­te, in­ves­tiert der Rhei­ni­schBer­gi­sche Kreis zu­sätz­lich 1,5 Mil­lio­nen Eu­ro. Da­durch wer­den Tak­te ver­dich­tet und die Bus­se auf den Haupt­li­ni­en fah­ren häu­fi­ger. Ins­ge­samt gibt der Kreis 10,9 Mil­lio­nen Eu­ro aus, 3,6 Mil­lio­nen ste­hen dem an Er­trä­gen ge­gen­über. Da­mit be­zu­schusst der Kreis den ÖPNV mit 7,3 Mil­lio­nen Eu­ro.

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