Kei­ne Nach­fol­ge in Sicht – Dor­f­la­den schließt En­de 2017

Bergische Morgenpost Wermelskirchen - - WERMELSKIRCHEN - VON STE­PHAN SIN­GER

WERMELSKIRCHEN Bis zum Jah­res­en­de wird die Zeit von Tag zu Tag knapper. Dann wird Burk­hard Brach sei­nen Dor­f­la­den in Dhünn auf­ge­ben. Und die­ser Ent­schluss steht fest, wie der 58-Jäh­ri­ge auf Nach­fra­ge be­stä­tig­te. Er wol­le sich be­ruf­lich ver­än­dern. „Von ei­ner Nach­fol­ge­re­ge­lung weiß ich nichts“, sagt Burk­hard Brach. Da­mit bli­cken er und al­le Dhünn­schen der un­aus- weich­li­chen Schlie­ßung des Dor­f­la­dens mit­ten im Orts­kern an der Haupt­stra­ße ent­ge­gen.

Fin­det sich für den Dor­f­la­den-Be­trei­ber kein Nach­fol­ger, en­det die orts­na­he Le­bens­mit­tel­ver­sor­gung in Dhünn zum Jah­res­wech­sel – das En­de ei­ner Ära nach 15 Jah­ren Burk­hard Brach. Als der Be­trei­ber kurz vor der Dhün­ner Kir­mes An­fang Au­gust sei­nen Ent­schluss be­kannt gab, den Dor­f­la­den ab dem Jah­res­en­de nicht wei­ter füh­ren zu wol­len, ging nicht nur ein Auf­schrei des Schre­ckens durch den idyl­li­schen Ort. Auch Kom­mu­nal­po­li­ti­ker al­ler Cou­leur zeig­ten sich im Hin­blick auf die äl­te­re, we­ni­ger mo­bi­le Be­völ­ke­rung be­stürzt.

„Da stan­den ja Wah­len vor der Tür und es wur­de groß­ar­tig ge­tönt. Selbst auf der Dhün­ner Kir­mes, wie ich ge­hört ha­be“, zuckt Burk­hard Brach mit den Schul­tern. Ihm sei klar, dass die Po­li­tik da ei­gent­lich nichts ma­chen kön­ne, schließ­lich han­de­le es sich um ei­ne Fra­ge, die rein pri­vat­wirt­schaft­lich zu se­hen wä­re: „Wenn sich kei­ner fin­det, der in dem Ge­schäft ein Po­ten­ti­al sieht, muss eben zu­ge­macht wer­den.“Und wei­ter: „Die Bran­che der klei­nen Lä­den ist auf dem ab­ster­ben­den Ast. Die Men­schen wol­len al­le in gro­ßen Märk­ten ein­kau­fen.“

Ei­ne ge­wis­se Ent­täu­schung kön­ne er je­doch nicht leug­nen: „Bür­ger­meis­ter Rai­ner Bleek hat sich bis heu­te nicht bei mir ge­mel­det.“Le- dig­lich der Vor­sit­zen­de des CDUOrts­ver­ban­des, Hol­ger Ko­wa­lew­ske, wür­de sich im­mer wie­der nach dem Stand der Din­ge er­kun­di­gen.

Der Christ­de­mo­krat gibt die Hoff­nung auf ei­ne Brach-Nach­fol­ge nicht auf: „Im Mo­ment ist al­les in der Schwe­be, ich bin aber op­ti­mis­tisch. Ich konn­te vie­le Ge­sprä­che an­sto­ßen. Mir fal­len im­mer wie­der Kan­di­da­ten ein, mit de­nen ich Kon­takt auf­neh­me.“Na­tür­lich sei ei­ne sol­che Su­che nicht die ei­gent­li­che Auf­ga­be der Po­li­tik, aber: „Wer macht es sonst?“Und wei­ter sagt Ko­wa­lew­ske: „Si­cher­lich geht es da­bei um ei­ne Ab­stands­sum­me an den Vor­gän­ger.“Der Nach­fol­ger müs­se zu­dem zu Dhünn pas­sen und mit En­ga­ge­ment an die Sa­che her­an ge­hen, er­zwin­gen las­se sich nichts. „Es ist nicht ein­fach, je­man­den zu fin­den. Aber der Dor­f­la­den lässt sich rech­nen und die Dhün­ner wer­den ihn an­neh­men“, zeigt sich Ko­wa­lew­ske da­von über­zeugt.

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