Für Glatt­eis, Frost und Schnee ge­rüs­tet

Bergische Morgenpost Wermelskirchen - - WERMELSKIRCHENER ANZEIGER - VON UDO TEIFEL

Das Salz­la­ger ist voll, die Schich­ten sind ein­ge­teilt. Ges­tern er­folg­te die ers­te Er­kun­dungs­fahrt, aber ein Streu­di­enst-Ein­satz war nicht er­for­der­lich. Je­des Fahr­zeug legt in ei­ner Schicht 100 Ki­lo­me­ter zu­rück.

WER­MELS­KIR­CHEN Die Mit­ar­bei­ter im Bau­hof sind ganz ent­spannt. Der Win­ter kann kom­men, denn tech­nisch ist al­les vor­be­rei­tet: Die Salz­la­ger sind voll, die Fahr­zeu­ge über­prüft, die Schich­ten ein­ge­teilt. Den­noch wä­re es Bau­hofs­lei­ter Vol­ker Niemz lieb, wenn es kein har­ter Win­ter mit Dau­er­ein­satz wird. Denn die Per­so­nal­de­cke des Be­triebs­hofs ist durch Krank­heit sehr, sehr dünn.

Stra­ßen­meis­ter Ju­li­an von Heim­burg hat ges­tern sei­nen ers­ten Nacht­ein­satz ge­habt. Er war um 3 Uhr auf Er­ken­nungs­dienst und prüf­te, ob die Stra­ßen glatt wa­ren. Trotz Mi­nus­tem­pe­ra­tu­ren gab es an ganz we­ni­gen Stel­len in ab­ge­le­ge­nen Wald­stü­cken mal Reif auf der Stra­ße – „kein Grund, die Streu­fahr­zeu­ge aus­rü­cken zu las­sen“, sagt Niemz.

Der Er­ken­nungs­dienst fährt sechs neur­al­gi­sche Punk­te im Stadt­ge­biet an – zum Bei­spiel den höchs­ten Punkt am Stump­fer Knap­pen oder die Brü­cke über der Dell­mann­stra­ße/Vorm Ei­cker­berg, wo es oft spie­gel­glatt ist. Müs­sen die Fahr­zeu­ge aus­rü­cken, wird ei­ne Prio­ri­tä­ten­lis­te ab­ge­ar­bei­tet – Haupt­ver­kehrs­stra­ßen, Zu­fahr­ten zum Kran­ken­haus so­wie zu den Schu­len und Bus­stre­cken.

Ju­li­an von Heim­burg ist im städ­ti­schen Bau­hof jetzt zu­stän­dig für die Or­ga­ni­sa­ti­on und Ko­or­di­na­ti­on des Win­ter­diens­tes. Ein Auf­ga­ben­be­reich, den bis­her Niemz ne­ben sei­nen an­de­ren Auf­ga­ben wahr­nahm.

Wenn von Heim­burg oder sein Ver­tre­ter auf Er­kun­dungs­fahrt sind, ent­schei­den sie, ob die Fahr­zeu­ge aus­rü­cken. Win­ter­dienst gilt wie in an­de­ren Städ­ten auch ab 1. No­vem­ber, aber die Ruf­be­reit­schaft wird erst ein­be­ru­fen, wenn der Wet­ter­be­richt Frost an­kün­digt. Und da­nach sieht es laut Niemz in den nächs­ten Ta­gen nicht aus. „Die Tem­pe­ra­tur soll im ein­stel­li­gen Be­reich blei­ben, aber Frost ist nicht an­ge­sagt. Es kann auch pas­sie­ren, dass es so­gar zwei­stel­lig wird.“Trotz der schwie­ri­gen Per­so­nal­si­tua­ti­on sind al­le vier städ­ti­schen Streu- und Rä­um­fahr­zeu­ge be­setzt. Je­de der drei Schich­ten fährt rund 100 Ki­lo­me­ter im Stadt­ge­biet. In der Re­gel wird pro Schicht zwei- bis drei­mal Streu­salz nach­ge­la­den.

Ein wich­ti­ger Part­ner ist die Fir­ma Sieg und Part­ner. Seit vie­len Jah­ren über­nimmt das Un­ter­neh­men die so­ge­nann­te klei­ne Ruf­be­reit­schaft und hält städ­ti­sche Geh­we­ge, Über­we­ge und ei­ni­ge Ne­ben­stra­ßen von Eis und Schnee frei. „Die Fir­ma ist ein zu­ver­läs­si­ger Part­ner. Dar­über bin ich sehr froh“, stellt Niemz klar.

Sor­gen über Salz­nach­schub macht sich der Bau­hof­lei­ter nicht. „Wir ha­ben in Son­ne, ei­nem Stand­ort des Bau­hofs, noch Res­te lie­gen. Und die Nach­lie­fe­rung klappt über ein Web-Por­tal in­ner­halb von 24 St­un­den. Dann kom­men so­fort ein bis zwei Zü­ge mit Streu­salz“, sagt er. Au­ßer­dem hat er ge­nü­gend Kon­tak­te, so dass es an Salz nicht man­geln wird. Bei der span­nends­ten Fra­ge weicht Niemz aber aus. Wird es ein har­ter Win­ter? Er lacht. Von Bau­ern­re­geln und an­de­ren Weis­hei­ten zum Wetter hält er nichts. „Ich bin kein Pro­phet. Ich rich­te mich nach dem Wet­ter­be­richt. Das ist für mich die ein­zi­ge In­for­ma­ti­ons­quel­le.“

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