17 Mo­na­te Fahr­ver­bot und saf­ti­ge Geld­stra­fe für Ra­ser

Bergische Morgenpost Wermelskirchen - - REMSCHEID KOMPAKT -

(nab) Ein 23-jäh­ri­ger Rem­schei­der wur­de ges­tern schul­dig ge­spro­chen, an ei­nem un­er­laub­ten Stra­ßen­ren­nen teil­ge­nom­men zu ha­ben, mit mehr als 100 km/h über die Frei­heit­stra­ße ge­fah­ren zu sein und da­bei ei­ne ro­te Am­pel miss­ach­tet zu ha­ben. Drei St­un­den dau­er­te die Ver­hand­lung, dann ver­kün­de­te das Amts­ge­richt das Ur­teil: 90 Ta­ges­sät­ze zu je 25 Eu­ro und 17 Mo­na­te Füh­rer­schein­ent­zug. Die Staats­an­wäl­tin hat­te 120 Ta­ges­sät­ze zu je 25 Eu­ro und ei­ne zwölf­mo­na­ti­ge Füh­rer­schein­sper­re ge­for­dert. Der Ver­tei­di­ger sprach von ei­nem „Ka­va­liers­start“und for­der­te Frei­spruch.

„Sie sind ab­so­lut un­ge­eig­net, Au­to zu fah­ren. Sol­che wie Sie wol­len wir nicht auf den Stra­ßen ha­ben“, mach­te die Rich­te­rin klar. An den Aus­sa­gen der Po­li­zei­be­am­ten hat­te sie kei­ne Zwei­fel, die Aus­sa­gen von zwei wei­te­ren Zeu­gen be­zeich­ne­te sie als „kom­plet­te Ge­fäl­lig­keits­aus­sa­gen“. Zwei Po­li­zei­be­am­te hat­ten aus­ge­sagt, dass am spä­ten Abend des 17. März zwei BMW ne­ben­ein­an­der vor der Am­pel an der Kreu­zung Frei­heit­stra­ße/Kre­men­hol­ler Stra­ße vor der Am­pel stan­den. Die bei­den Fah­rer hät­ten so ex­trem be­schleu­nigt, dass sie ge­dreht hät­ten und ih­nen nach­ge­fah­ren sei­en. Ihr Ta­cho hät­te 140 km/h an­ge­zeigt, als sie ver­such­ten, das Au­to an­zu­hal­ten. Das ge­lang aber nicht. Der An­ge­klag­te, der mit sei­nem BMW auf der lin­ken Fahr­spur un­ter­wegs war, hät­te die Warn­blink­an­la­ge ein­ge­schal­tet, die Fahr­spur ge­wech­selt, den an­de­ren Wa­gen über­holt und sei rück­sichts­los über die Kreu­zung am Amts­ge­richt in Rich­tung Kö­nig­stra­ße ge­fah­ren. Wäh­rend der rund zehn­mi­nü­ti­gen Ver­fol­gungs­jagd sei es über Ne­ben­stra­ßen bis zur Bö­kers­wie­se – dort wur­de ein Mit­fah­rer des An­ge­klag­ten ab­ge­setzt – und zu­rück zur Kö­nig­stra­ße, na­he dem Amts­ge­richt ge­gan­gen. Der An­ge­klag­te und sei­ne Mit­fah­rer, zwei von drei­en wa­ren als Zeu­gen ge­la­den, sag­ten über­ein­stim­mend aus, erst kurz zu­vor ge­merkt zu ha­ben, dass es bei der Ver­fol­gung um sie ge­gan­gen sei.

Der ers­te Zeu­ge, nach ei­ge­ner Aus­sa­ge ein gu­ter Freund des An­ge­klag­ten, hat­te aus­ge­sagt, man sei „ein biss­chen zü­gig“ge­fah­ren, weil es dem Mann auf dem Hin­ter­sitz nicht gut ge­gan­gen sei. Dass ein Po­li­zei­au­to hin­ter ih­nen her­ge­fah­ren sei, das sei ihm nicht auf­ge­fal­len. Der an­de­re Zeu­ge sag­te aus, er sei an dem Abend „gut al­ko­ho­li­siert“ge­we­sen und kön­ne sich nur bruch­stück­haft er­in­nern. „Laut Er­geb­nis des Al­ko­hol­tests hat­ten Sie aber gar nicht viel ge­trun­ken“, hielt ihm die Rich­te­rin ent­ge­gen.

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