Beißt er auch?

Bersenbrucker Kreisblatt - - POLITIK - Von Ma­nu­el Glas­fort m.glas­fort@noz.de

Hun­de, die bel­len, bei­ßen nicht, heißt es. Gilt das auch für Nord­ko­reas Dik­ta­tor Kim Jong Un, der mit im­mer neu­en Atom- und Ra­ke­ten­tests die Welt­ge­mein­schaft ge­gen sich auf­bringt? Der Ja­pan an ei­nem Tag droht, es mit der Atom­bom­be zu „ver­sen­ken“, und am nächs­ten Tag ei­ne Ra­ke­te über den In­sel­staat hin­weg­schießt?

Si­cher ist: Die Pro­vo­ka­tio­nen aus Pjöng­jang wer­den so rasch nicht ab­rei­ßen. Dar­an kön­nen auch die UN mit im­mer neu­en Sank­tio­nen nichts än­dern. Denn für Kim stellt das Atom- und Ra­ke­ten­pro­gramm ei­ne Le­bens­ver­si­che­rung dar. Er hat aus den Bei­spie­len Mu­am­mar al Gad­da­fis in Li­by­en und Sad­dam Hus­seins im Irak ge­lernt: Bei­de stell­ten ih­re Atom­waf­fen­pro­gram­me ein – und wur­den spä­ter ge­stürzt.

Doch es stimmt auch, dass nie­mand ein In­ter­es­se an ei­nem hei­ßen Krieg hat, am al­ler­we­nigs­ten Kim. Ein ato­ma­rer Schlag­ab­tausch mit den USA wä­re das En­de sei­nes Re­gimes – und sei­nes Lan­des. Die größ­te Ge­fahr be­steht dar­in, dass der Kon­flikt ver­se­hent­lich aus­bricht, et­wa wenn die nächs­te Ra­ke­te über Ja­pan ab­stürzt statt im Meer.

Die Welt­ge­mein­schaft hat kei­ne Wahl, als be­harr­lich zu ver­su­chen, die La­ge zu ent­schär­fen. Das wird enorm schwer. Wie so oft, wenn die Pro­pa­gan­da die Brü­cken sprengt, über die die Di­plo­ma­tie ge­hen müss­te.

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