Brief­wahl­boom im Alt­kreis

An­teil der Brief­wäh­ler bei Land­tags­wahl steu­ert auf Re­kord zu

Bersenbrucker Kreisblatt - - VORDERSEITE - Von Chris­ti­an Geers

cg ALT­KREIS BER­SEN­BRÜCK. Der Brief­wahl­Boom hält im Alt­kreis Ber­sen­brück an. So vie­le Wäh­ler wie noch nie wol­len ih­re Stim­me bei ei­ner Nie­der­sach­sen­wahl per Brief ab­ge­ben. Bis Mitt­woch­abend la­gen 6315 Brief­wahl­an­trä­ge vor.

Auch die vier Samt­ge­mein­den ver­zeich­nen ei­nen neu­en Re­kord bei der Land­tags­wahl. So vie­le Wäh­ler wie noch nie wol­len ih­re Stim­me bei ei­ner Nie­der­sach­sen­wahl per Brief ab­ge­ben. Bis Mitt­woch­abend hat­ten 6315 von 57 755 Wahl­be­rech­tig­ten ih­re Brief­wahl­un­ter­la­gen be­an­tragt.

ALT­KREIS BER­SEN­BRÜCK. Es gibt viel zu tun in den Wahl­bü­ros der Samt­ge­mein­den Art­land, Ber­sen­brück, Fürs­ten­au und Neu­en­kir­chen: Fünf Ta­ge vor der Neu­wahl des Nie­der­säch­si­schen Land­ta­ges ha­ben gut 62 Pro­zent mehr Ein­woh­ner von der Brief­wahl Ge­brauch ge­macht als im Ja­nu­ar 2013. Da­mals zähl­ten die Ver­ant­wort­li­chen in den Rat­häu­sern 3898 An­trä­ge bei un­ge­fähr gleich vie­len Wahl­be­rech­tig­ten.

Die Zah­len im Ein­zel­nen: In der Samt­ge­mein­de Art­land hat­ten bis Mitt­woch­abend et­wa zwölf Pro­zent der 16055 Wahl­be­rech­tig­ten die

Un­ter­la­gen be­an­tragt, das sind be­reits vier Pro­zent mehr als bei der Wahl An­fang 2013. Zum Ver­gleich: Bei der Bun­des­tags­wahl vor drei Wo­chen ver­schick­te die Art­län­der Samt­ge­mein­de­ver­wal­tung 2375 Brief­wahl­un­ter­la­gen, das wa­ren 15 Pro­zent der Wahl­be­rech­tig­ten.

Ähn­lich sieht es in der Samt­ge­mein­de Ber­sen­brück aus, mit 21691 Wahl­be­rech­tig­ten die größ­te der vier Samt­ge­mein­den. 2427 – das sind elf Pro­zent – hat­ten bis Di­enst­schluss am Mitt­woch ih­re Brief­wahl­un­ter­la­gen be­an­tragt, 2013 wa­ren es nur 1358 ge­we­sen. Die Samt­ge­mein­de Fürs­ten­au re­gis­trier­te bis Mitt­woch­abend 1253 Brief­wäh­ler, das sind zehn Pro­zent al­ler Wahl­be­rech­tig­ten. 2013 hat­ten ins­ge­samt 826 Ein­woh­ner in Fürs­ten­au, Ber­ge und Bip­pen ih­re Stim­me per Brief­wahl ab­ge­ge­ben.

709 Brief­wahl­an­trä­ge – das sind gut neun Pro­zent al­ler Wäh­ler – be­ar­bei­te­te die Samt­ge­mein­de Neu­en­kir­chen bis Mitt­woch­abend. Bei der Land­tags­wahl im Ja­nu­ar 2013 wa­ren es 448 Wäh­ler, auch hier ist ei­ne deut­li­che Zu­nah­me zu ver­zeich­nen.

Da­mit steu­ern al­le vier Samt­ge­mein­den auf neue Re­kord­zah­len zu. Wie auch in an­de­ren Lan­des­tei­len ist von ei­nem wah­ren Brief­wahl­boom zu spre­chen, auch wenn die bis­he­ri­gen Zah­len noch un­ter de­nen bei der jüngs­ten Bun­des­tags­wahl lie­gen. So viel ist ab­zu­se­hen: Bis Sonn­tag­abend dürf­te die Zahl der Brief­wäh­ler noch stei­gen.

Fakt ist, dass der An­sturm auf die Brief­wahl je­de Men­ge Kos­ten ver­ur­sacht – für Per­so­nal, Ma­te­ri­al und Por­to. Wer wel­che Auf­wen­dun­gen über­nimmt, ist klar ge­re­gelt:

Für den Druck der Stimm­zet­tel und die Kos­ten für das Por­to auf den ro­ten Brief­wahl­um­schlä­gen ist der Kreis­wahl­lei­ter beim Land­kreis Os­na­brück zu­stän­dig. Das Per­so­nal hin­ge­gen, das in den Or­ten die Un­ter­la­gen her­aus­gibt, stellt die je­wei­li­ge Samt­ge­mein­de. Im Qua­ken­brü­cker Rat­haus sind nach An­ga­ben von Samt­ge­mein­de­spre­cher Franz-Ge­org Gra­mann zwei Mit­ar­bei­ter in Voll­zeit für die Be­ar­bei­tung der Brief­wahl­an­trä­ge ein­ge­setzt. An­ders sieht es da­ge­gen in der Nach­bar­kom­mu­ne Ber­sen­brück aus, wie Tho­mas Oe­ver­haus auf An­fra­ge un­se­rer Re­dak­ti­on er­läu­tert. Hier wür­den die Brief­wahl­an­trä­ge in den Rat­häu­sern der Mit­glieds­ge­mein­den so­wie im Bür­ger­ser­vice des Ber­sen­brü­cker Rat­hau­ses be­ar­bei­tet. „Durch die stei­gen­de An­zahl der Brief­wäh­ler ent­steht hier ein er­höh­ter Ar­beits­an­fall, der ne­ben dem ‚nor­ma­len‘ Ta­ges­ge­schäft – wie auch die sons­ti­ge Wahl­sach­be­ar­bei­tung – zu­sätz­lich ab­ge­ar­bei­tet wer­den muss.“Zu­sätz­li­ches Per­so­nal ste­he nicht zur Ver­fü­gung.

Ähn­lich sieht es in der Samt­ge­mein­de Fürs­ten­au aus, wie Jan Bo­jer be­rich­tet. Auch hier wird die Brief­wahl ne­ben dem Ta­ges­ge­schäft ab­ge­wi­ckelt. Zu­sätz­li­che Kräf­te aus der Ver­wal­tung wür­den das Wahl­amt un­ter­stüt­zen, „zu­sätz­li­ches Per­so­nal wur­de aber nicht ein­ge­stellt“.

In der Samt­ge­mein­de Neu­en­kir­chen küm­mern sich Mit­ar­bei­ter in den Bür­ger­bü­ros in Mer­zen und Volt­la­ge um die Brief­wahl­an­trä­ge, „der Groß­teil wird aber im Neu­en­kir­che­ner Rat­haus ab­ge­wi­ckelt“, sagt Die­ter Wes­ter­mann. Er schätzt, dass je­der Brief­wahl­an­trag ei­ne Be­ar­bei­tungs­zeit von et­wa fünf Mi­nu­ten be­an­sprucht.

Was die Kos­ten für das Por­to an­geht, gibt es in den Ver­wal­tun­gen Er­fah­rungs­wer­te. „Grund­sätz­lich kann man sa­gen, dass et­wa 15 Pro­zent der Brief­wäh­ler ih­re Un­ter­la­gen im Wahl­bü­ro ab­ge­holt ha­ben bzw. di­rekt vor Ort ih­re Stim­me ab­ge­ben. 85 Pro­zent der Brief­wäh­ler er­hal­ten die Un­ter­la­gen per Post, in­so­fern kann man der­zeit die Por­to­kos­ten auf et­wa 1550 Eu­ro be­zif­fern“, er­klärt Jan Bo­jer.

Die Un­ter­la­gen per Post zu be­an­tra­gen ist üb­ri­gens nicht mehr mög­lich. Wer sich am heu­ti­gen Frei­tag doch noch kurz­fris­tig ge­gen den sonn­täg­li­chen Gang ins Wahl­lo­kal und für Wäh­len per Brief ent­schei­det, er­hält bis Mit­tag sei­ne Brief­wahl­un­ter­la­gen in sei­ner Ge­mein­de aus­ge­hän­digt. Die soll­te er noch am glei­chen Tag zur Post brin­gen, da­mit ei­ne pünkt­li­che Zu­stel­lung ge­si­chert ist. Bis Sonn­tag, 18 Uhr, muss der ro­te Um­schlag mit Stimm­zet­tel und Er­klä­rung an Ei­des statt beim Kreis­wahl­lei­ter in Os­na­brück vor­lie­gen. Al­ter­na­tiv kann er di­rekt in der Ge­mein­de­ver­wal­tung wäh­len.

Fo­to: dpa

Je­de Men­ge Wahl­brie­fe: Auch bei der Land­tags­wahl wol­len vie­le Wäh­ler ih­re Stim­men per Brief ab­ge­ben.

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