Rück­halt für die be­dräng­te Kanz­le­rin

Bersenbrucker Kreisblatt - - EINBLICKE - Von Bea­te Ten­fel­de b.ten­fel­de@noz.de

Der Asyl­krach wird zum Drama: Man­che in der CSU schlie­ßen selbst den Bruch der Frak­ti­ons­ge­mein­schaft nicht aus. Der­lei Dro­hun­gen ge­hö­ren zwar zur Folk­lo­re bei den Weiß-Blau­en, dies­mal aber ist es erns­ter. Die CSU will vor der Bay­ern­wahl ei­ne grund­sätz­li­che Asyl­wen­de er­zwin­gen und ist sich nicht zu scha­de, in Tei­len die Ar­gu­men­te der AfD zu über­neh­men. Das ist es, was die Uni­on ge­fähr­lich aus­ein­an­der­treibt und enor­me Spreng­kraft in die De­bat­te um die Zu­rück­wei­sung von Flücht­lin­gen an der Gren­ze bringt.

High Noon zwi­schen An­ge­la Mer­kel und Horst See­ho­fer. Die Kanz­le­rin kämpft – so­gar mit ver­deck­ter Rück­tritts­dro­hung – und zieht so zwei­feln­de Ab­ge­ord­ne­te auf ih­re Sei­te. 85 Pro­zent der Re­de­bei­trä­ge fal­len als Fol­ge pro Mer­kel aus. Fakt ist aber: Sie hat sich an­greif­bar ge­macht. Ver­geb­lich setz­te sie auf eu­ro­päi­sche Lö­sun­gen, die of­fen­kun­dig kei­ner will.

Auch See­ho­fer kämpft. Ver­fügt der 68-Jäh­ri­ge per Mi­nis­ter­ent­scheid die Grenz­zu­rück­wei­sun­gen, die Mer­kel nicht will, müss­te sie den Bun­des­in­nen­mi­nis­ter ent­las­sen. Das aber wür­de auch die Au­to­ri­tät der Kanz­le­rin ank­rat­zen. Selbst von Neu­wah­len ist schon die Re­de – mit ab­seh­bar ho­hem Stim­men­ge­winn für die AfD. Das kann die CSU kaum wol­len. Oder sind See­ho­fer wie auch sei­ne Büch­sen­span­ner Alex­an­der Do­brindt und Mar­kus Sö­der mitt­ler­wei­le blind vor Ei­fer?

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