Gut ge­meint, doch al­len­falls ein An­fang

Bersenbrucker Kreisblatt - - POLITIK - Von Tho­mas Lud­wig t.lud­wig@noz.de

Beim Ziel sind sich die EU-Mit­glied­staa­ten ei­nig: Die Ge­mein­schaft muss ih­ren Bür­gern Si­cher­heit und Wohl­stand ga­ran­tie­ren. Da­zu ge­hört es, den Mi­gra­ti­ons­druck auf Eu­ro­pa in den nächs­ten Jah­ren ein­zu­däm­men – auch mit­hil­fe ei­nes kon­se­quen­ten und mög­lichst lü­cken­lo­sen Au­ßen­grenz­schut­zes. Das al­lein wird aber nicht rei­chen.

Min­des­tens eben­so wich­tig, wenn nicht wich­ti­ger ist es, auf wirt­schaft­li­che Ent­wick­lung und po­li­ti­sche Sta­bi­li­tät in je­nen Re­gio­nen hin­zu­wir­ken, aus de­nen sich die Men­schen auf­ma­chen. Da­zu braucht es ei­ne in au­ßen­po­li­ti­schen Fra­gen ei­ni­ge und hand­lungs­fä­hi­ge EU. Da­zu ge­hört es auch, Geld in die Hand zu neh­men; die Si­che­rung un­se­res Wohl­stands kos­tet. In­ves­ti­tio­nen in Ent­wick­lung sind die bes­te Frie­dens­po­li­tik. Wahr ist aber auch: Die in Aus­sicht ste­hen­den Sum­men sind gut ge­meint, wer­den aber nicht aus­rei­chen. Und oh­ne dras­ti­sche Um­schich­tun­gen im EU-Etat klappt die Fi­nan­zie­rung nicht.

Wer das nicht wahr­ha­ben will, soll­te sich Fol­gen­des vor Au­gen füh­ren: Afri­kas Be­völ­ke­rung wird sich in den nächs­ten Jahr­zehn­ten auf zwei Mil­li­ar­den Men­schen ver­dop­peln. Das und der Kli­ma­wan­del wer­den den Wan­de­rungs­druck aus Afri­ka auf Eu­ro­pa an­kur­beln. Ge­gen­steu­ern müs­sen wir jetzt. Da­zu ge­hört es auch, den Afri­ka­nern end­lich ei­nen bes­se­ren Zu­gang für ih­re Pro­duk­te zum EUMarkt zu ge­wäh­ren.

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