Wunsch und Rea­li­tät

Bersenbrucker Kreisblatt - - POLITIK - Von Ste­fa­nie Wit­te s.wit­te@noz.de

Ein­mal mehr will die EU durch wirt­schaft­li­che För­de­rung und Zu­sam­men­ar­beit in die Zu­kunft Afri­kas in­ves­tie­ren. Ein­mal mehr geht es dar­um, Afri­ka so zu ver­än­dern, dass dort nie­mand mehr die Not­wen­dig­keit sieht, sich auf den Weg nach Eu­ro­pa zu ma­chen. Funk­tio­nie­ren wird das nicht.

In Staa­ten, in de­nen Ter­ror, Bür­ger­krieg und Über­be­völ­ke­rung herr­schen, wird auch ein eu­ro­päi­sches Frei­han­dels­ab­kom­men we­nig be­wir­ken. Gleich­zei­tig sagt Chi­na In­ves­ti­tio­nen in ähn­li­cher Hö­he wie die eu­ro­päi­schen Staa­ten zu – ex­pli­zit oh­ne po­li­ti­sche Be­din­gun­gen. Wer wie die Chi­ne­sen le­dig­lich Bo­den­schät­ze, aber kei­nen po­li­ti­schen Wan­del will, wird zwar nicht ent­täuscht. Ex­per­ten er­war­ten je­doch, dass sich afri­ka­ni­sche Staa­ten eher in asia­ti­sche Ab­hän­gig­keit be­ge­ben, als dass die In­ves­ti­tio­nen viel Po­si­ti­ves be­wir­ken.

Zu­erst gilt es, flä­chen­de­ckend funk­tio­nie­ren­de staat­li­che Struk­tu­ren zu schaf­fen. Denn oh­ne Si­cher­heit und Sta­bi­li­tät wer­den we­der eu­ro­päi­sche Fir­men dau­er­haft in­ves­tie­ren noch die Le­bens­be­din­gun­gen der Men­schen vor Ort nach­hal­tig ver­bes­sert. Sol­che Ent­wick­lun­gen aber müs­sen von der je­wei­li­gen Be­völ­ke­rung ei­nes Lan­des selbst aus­ge­hen. Erst im zwei­ten Schritt kann es um wei­te­re wirt­schaft­li­che Zu­sam­men­ar­beit ge­hen.

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