Co­ro­na drückt Käl­ber­prei­se

Bran­den­bur­ger Um­welt­be­hör­de: Ge­neh­mi­gung für E-Au­to-Fa­b­rik noch of­fen

Bersenbrucker Kreisblatt - - VORDERSEIT­E -

OS­NA­BRÜCK Teils deut­lich we­ni­ger als zehn Eu­ro ha­ben Land­wir­te in den zu­rück­lie­gen­den Wo­chen für ein Kalb be­kom­men. Pan­de­mie­be­dingt fehl­te es an Ab­satz­mög­lich­kei­ten für Kalb­fleisch. Der Preis ist im Kel­ler. Bau­ern­ver­band und Grü­ne üben Kri­tik.

FRE­MONT Elon Musk will ei­nen Tes­la zum Schnäpp­chen­preis auf den Markt brin­gen – der zu­dem voll­au­to­nom fah­ren kann. „Wir sind zu­ver­sicht­lich, dass wir ein sehr, sehr über­zeu­gen­des Elek­tro­au­to für 25 000 Dol­lar bau­en kön­nen“, sag­te der Star­un­ter­neh­mer am Di­ens­tag (Orts­zeit) bei Tes­las „Bat­te­ry Day“im ka­li­for­ni­schen Fre­mont.

Al­ler­dings müs­sen sich Kun­den noch ge­dul­den, denn Vor­aus­set­zung da­für, dass die Prei­se so stark fal­len kön­nen, sind dras­ti­sche Kos­ten­sen­kun­gen in der Bat­te­rie­her­stel­lung. Musk glaubt zwar, die­se er­rei­chen zu kön­nen, aber erst in et­wa drei Jah­ren.

Da der Tech-Mil­li­ar­där vor al­lem Zu­kunfts­mu­sik lie­fer­te, wur­den die ho­hen Er­war­tun­gen an das Event, bei dem Be­ob­ach­ter auf bahn­bre­chen­de In­no­va­tio­nen bei der Fer­ti­gung von Au­to­bat­te­ri­en spe­ku­liert hat­ten, letzt­lich nicht er­füllt. Ef­fi­zi­en­te und kos­ten­güns­ti­ge Bat­te­ri­en gel­ten als Vor­aus­set­zung da­für, dass sich die Elek­tro­mo­bi­li­tät im Mas­sen­markt durch­set­zen kann. Tes­la trau­en Ana­lys­ten in die­sem Be­reich be­son­ders viel zu. Ent­spre­chend hoch war die Span­nung auf das, was Musk prä­sen­tie­ren wür­de.

Doch auch wenn der Tes­laChef mal wie­der ei­ne Men­ge vor­führ­te und an­kün­dig­te – ins­ge­samt sol­len die Bat­te­rie­kos­ten dank tech­ni­scher Fort­schrit­te hal­biert und die Reich­wei­te der E-Au­tos mas­siv er­höht wer­den – han­del­te es sich zu­nächst nur um mit­tel- bis lang­fris­ti­ge Ver­spre­chen. Musk hat­te die Hoff­nun­gen auf ei­nen un­mit­tel­ba­ren Durch­bruch schon am Vor­abend ge­dämpft, in­dem er bei Twit­ter er­klär­te, dass sich die In­no­va­tio­nen in Tes

las Bat­te­rie-Tech­no­lo­gie erst ab 2022 in grö­ße­ren Pro­duk­ti­ons­vo­lu­men be­merk­bar ma­chen dürf­ten.

Trotz die­ser Vor­war­nung re­agier­ten An­le­ger ent­täuscht und lie­ßen die Ak­ti­en, die schon mit ei­nem Mi­nus von 5,6 Pro­zent aus dem re­gu­lä­ren US-Han­del ge­gan­gen wa­ren, nach­börs­lich um wei­te­re mehr als 7 Pro­zent fal­len. Al­ler­dings zählt Tes­la mit ei­nem Kurs­plus von über 400 Pro­zent im lau­fen­den Jahr auch zu den größ­ten Über­flie­gern am Markt, so­dass die Ge­le­gen­heit für Ge­winn­mit­nah­men güns­tig ist. Mit ei­nem Bör­sen­wert von gut 395 Mil­li­ar­den Dol­lar ist

der Musk-Kon­zern ak­tu­ell der mit Ab­stand am höchs­ten ge­han­del­te Au­to­her­stel­ler welt­weit.

Auch wenn das Bat­te­rieE­vent nicht ganz über­zeu­gen konn­te, ha­ben Tes­la-Fans der­zeit viel Grund zur Freu­de. Denn wäh­rend die Co­ro­na-Pan­de­mie der Au­to­in­dus­trie ins­ge­samt schwer zu schaf­fen macht, sieht Musk sein Un­ter­neh­men wei­ter auf Er­folgs­kurs. „Uns geht es 2020 sehr gut, wir wer­den trotz schwie­ri­ger Um­stän­de wahr­schein­lich ein Wachs­tum zwi­schen 30 und 40 Pro­zent er­rei­chen“, sag­te Musk. Da­mit mach­te er deut­lich, dass Tes­la am ehr­gei­zi­gen

Jah­res­ziel fest­hält, rund 500 000 E-Au­tos aus­zu­lie­fern. Das wä­ren 36 Pro­zent mehr als im Vor­jahr. „Wäh­rend es für den Rest der Bran­che ab­wärts ging, ging es für Tes­la nach oben“, tri­um­phier­te Musk. Der 49-jäh­ri­ge Tech-Mil­li­ar­där ließ sich von den Fans per Hup­kon­zert ab­fei­ern, da das Ak­tio­närs­tref­fen pan­de­mie­be­dingt mit ei­ner Frei­luft­büh­ne im Sti­le ei­nes Au­to­ki­nos zu­sam­men­kam. Musk er­hielt nach Be­stä­ti­gung der Jah­res­zie­le und des zu­letzt er­reich­ten Mei­len­steins der ers­ten vier auf­ein­an­der­fol­gen­den Quar­ta­le mit Ge­winn in Fol­ge viel An­er­ken­nung.

Un­ter­des­sen teil­te das Bran­den­bur­ger Lan­des­um­welt­amt ges­tern mit, dass es die ab­schlie­ßen­de Ge­neh­mi­gung für die Fa­b­rik von Tes­la in Grün­hei­de bei Berlin noch nicht als ent­schie­den an­sieht. „Ich kann auch nicht er­ken­nen, dass hier ei­ne Ent­schei­dung [...] prä­ju­di­ziert wird“, sag­te der Ver­samm­lungs­lei­ter ei­ner An­hö­rung von Kri­ti­kern, Ul­rich Stock, ges­tern in Erk­ner bei Berlin. Er ver­wies aber dar­auf, dass es bis­her fünf vor­läu­fi­ge Ge­neh­mi­gun­gen für ein­zel­ne Bau­schrit­te von Tes­la ge­ge­ben ha­be. Tes­la will ab Som­mer 2021 E-Au­tos in Grün­hei­de her­stel­len.

Fo­to: dpa/Su­san Walsh

Trotz gu­ter Nach­rich­ten er­füll­te Tes­la-Chef Elon Musk am Di­ens­tag nicht die Er­war­tun­gen der An­le­ger.

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