Wei­te­re Be­ben mög­lich

Bersenbrucker Kreisblatt - - VORDERSEIT­E - l.laue@noz.de Von Lars Laue

DStreit um die po­li­ti­sche Aus­rich­tung der AfD in Nie­der­sach­sen wird im­mer of­fen­kun­di­ger. Schon die denk­bar knap­pe Kampf­ab­stim­mung zwi­schen der ge­mä­ßig­ten Da­na Guth und ih­rem ra­di­ka­le­ren Her­aus­for­de­rer Jens Kest­ner um den Lan­des­vor­sitz hat ge­zeigt, dass bei­de La­ger in et­wa gleich groß sind. Wie sehr Kest­ner an der Par­tei­spit­ze die Ba­sis po­la­ri­siert, zeigt der Rück­tritt des Kreis­vor­stan­des der Os­na­brü­cker AfD, der sich mit Kest­ner nicht iden­ti­fi­zie­ren konn­te.

Gut mög­lich, dass wei­te­re Be­ben fol­gen und das ge­mä­ßig­te La­ger sei­ne Ge­folg­schaft ver­wei­gert. Die AfD in Nie­der­sach­sen er­scheint in­ner­lich so zer­strit­ten, dass sie von der viel be­schwo­re­nen Ei­nig­keit mei­len­weit ent­fernt ist. Die Grä­ben zwi­schen de­nen, die Guths be­son­ne­nen Kurs schät­zen, und de­nen, die ei­nen Kämp­fer wie Kest­ner an die Lan­des­spit­ze ge­wählt ha­ben, könn­ten tie­fer kaum sein.

Dass Kest­ner die Pa­ro­le aus­gibt, bei der Land­tags­wahl 2022 zehn Pro­zent und mehr ho­len zu wol­len, er­scheint vor die­sem Hin­ter­grund mehr als kühn. Zer­fleischt sich die Par­tei wei­ter so, kann sie froh sein, wenn sie es über­haupt über die Fünf-Pro­zent-Hür­de schafft. Kest­ner hat viel Ar­beit vor sich, wenn er die Par­tei auf ei­nen ge­mein­sa­men Kurs brin­gen will. Ge­lingt ihm das nicht, dürf­te die AfD in Nie­der­sach­sen in ab­seh­ba­rer Zeit in der Be­deu­tungs­lo­sig­keit ver­schwin­den.

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