Bit­te run­ter­la­den und nut­zen!

Bersenbrucker Kreisblatt - - POLITIK - Von To­bi­as Schmidt

Nein,

den vor 100 Ta­gen er­hoff­ten „gro­ßen Schritt“im Kampf ge­gen Co­ro­na hat die mil­lio­nen­teu­re Warn-App bis­her nicht ge­bracht. Die teils schril­len War­nun­gen vor Da­ten­miss­brauch, tech­ni­sche Pan­nen und die Nicht-Nutz­bar­keit auf äl­te­ren Smart­pho­nes ha­ben den Start der ver­meint­li­chen Wun­der­waf­fe ge­gen Co­vid-19 er­schwert.

Das In­stru­ment ab­zu­schrei­ben wä­re aber viel zu früh. Nach der Ein­füh­rung wa­ren die In­fek­ti­ons­zah­len lan­ge Zeit ge­ring. Die Be­wäh­rungs­pro­be für die Co­ro­naWarn-App kommt erst in der kal­ten Jah­res­zeit, und das Po­ten­zi­al ist groß. Wer sie nutzt, kann nach ei­nem Test deut­lich frü­her – da oh­ne Um­weg über den Arzt – das Er­geb­nis er­fah­ren, sich und an­de­re schnel­ler schüt­zen, und Zeit ist ein ent­schei­den­der Fak­tor.

Auch die ei­gent­li­che Funk­ti­on, näm­lich Kon­takt­per­so­nen von Co­vid-Po­si­ti­ven zu war­nen, dürf­te bald stär­ker ge­nutzt wer­den. Von den zu­letzt rund 2000 Neu­in­fi­zier­ten pro Tag tei­len in­zwi­schen knapp 160 ihr Er­geb­nis per App. Das sind dop­pelt so vie­le wie vor ei­nem Mo­nat, und das ist spit­ze in Eu­ro­pa.

Wer Co­ro­na für ei­ne Pseu­do-Pan­de­mie hält, wird das Ding eh nicht her­un­ter­la­den. Wer Goog­le, Face­book oder Pay­back nutzt, gibt mehr pri­va­te Da­ten preis. Wem dar­an ge­le­gen ist, das Vi­rus in Schach zu hal­ten, soll­te die App nut­zen. Das gilt ge­ra­de für all je­ne, die ger­ne fei­ern und um ih­re Frei­heit ban­gen.

t.schmidt@noz.de

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