Kreis­vor­stand der AfD tritt ge­schlos­sen zu­rück

Mey­er: Par­tei­schä­di­gen­des Ver­hal­ten und La­ger­kämp­fe

Bersenbrucker Kreisblatt - - REGION - Von An­dré Pot­te­baum

OS­NA­BRÜCK Nach dem Bruch der AfD-Frak­ti­on im Nie­der­säch­si­schen Land­tag ist nun der Kreis­vor­stand der Os­na­brü­cker AfD ge­schlos­sen zu­rück­ge­tre­ten. Der ehe­ma­li­ge Vor­sit­zen­de Flo­ri­an Mey­er spricht von par­tei­schä­di­gen­dem Ver­hal­ten und „La­ger­kämp­fen“ei­ni­ger Mit­glie­der.

Be­reits in der Ver­gan­gen­heit gab es im­mer wie­der Strei­tig­kei­ten in­ner­halb der Os­na­brü­cker AfD. Erst im Mai die­ses Jah­res warf der Vi­ze­chef der Par­tei das Hand­tuch – nach ge­ra­de ein­mal zwei Mo­na­ten im Amt. Zu­dem wur­de be­kannt, dass die Os­na­brü­cker Staats­an­walt­schaft Er­mitt­lun­gen ge­gen den Kas­sen­wart der AfD auf­ge­nom­men hat­te, um zu prü­fen, ob sich der Mann mit ei­nem Face­book-Post straf­bar ge­macht ha­be.

Mey­er in der Kri­tik

In der Kri­tik stand aber auch der Kreis­vor­sit­zen­de Flo­ri­an Mey­er, der nun ent­nervt auf­gab. Der Bram­scher stand mehr als ein­ein­halb Jah­re an der Spit­ze der AfD in Stadt und Land­kreis Os­na­brück. Sei­ne bei­den Vor­gän­ger hiel­ten sich je­weils nur we­ni­ge Mo­na­te im Amt, bis sie nach in­ter­nen Strei­tig­kei

Ist nicht mehr Vor­sit­zen­der der Os­na­brü­cker AfD: Flo­ri­an Mey­er (links).

ten selbst hin­ge­schmis­sen hat­ten. In ei­ner Stel­lung­nah­me er­klärt Mey­er, dass ei­ni­ge Mit­glie­der im Hin­ter­grund im­mer wie­der ver­sucht hät­ten, die Ar­beit des Vor­stan­des zu dis­kre­di­tie­ren. Mey­er selbst spricht von „un­fai­ren und par­tei­schä­di­gen­den Mit­teln“. „In den ver­gan­ge­nen 22

Mo­na­ten wur­den wir per­ma­nent an­ge­grif­fen und un­ter Druck ge­setzt“, so Mey­er. „ Auf­fäl­lig war, dass die we­ni­gen Prot­ago­nis­ten stets die­sel­ben Per­so­nen wa­ren und sich da­bei zu je­der Zeit in un­se­rem Kreis­ver­band stell­ver­tre­tend die ,La­ger­kämp­fe‘ von Lan­des- und Bun­des­e­be

ne ab­bil­de­ten“, so Mey­er wei­ter. Be­reits in der jün­ge­ren Ver­gan­gen­heit sei­en zu­dem stän­dig Neu­wah­len er­zwun­gen und ein Vor­stand nach dem an­de­ren „ver­brannt“wor­den.

Aus­schlag­ge­bend für den Rück­tritt ist nach ei­ge­nen An­ga­ben auch die Ab­wahl der ehe­ma­li­gen Lan­des­che­fin Da­na Guth ge­we­sen. Der AfD-Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te Jens Kest­ner wur­de mit knap­pem Vor­sprung zum neu­en Lan­des­vor­sit­zen­den ge­wählt und wird dem of­fi­zi­ell auf­ge­lös­ten, völ­ki­sch­na­tio­na­lis­ti­schen „Flü­gel“zu­ge­rech­net.

Na­ment­lich be­zieht sich Mey­er auf drei Mit­glie­der, die sys­te­ma­tisch ge­gen den Kreis­vor­stand und ge­gen ihn selbst vor­ge­gan­gen sei­en. Zu­dem spricht Mey­er von „äu­ßerst un­an­ge­neh­men und par­tei­schä­di­gen­den Ak­tio­nen“. Die „Geg­ner“des Kreis­vor­stan­des sei­en „stets An­hän­ger des ,La­gers Ham­pel‘ und spä­ter die des ,La­gers Kest­ner‘ ge­we­sen und ge­gen den Lan­des­vor­sitz von Da­na Guth.

Trotz der Macht­kämp­fe im Hin­ter­grund ha­be sich das öf­fent­li­che Auf­tre­ten des Kreis­ver­ban­des un­ter sei­ner Re­gie deut­lich ver­bes­sert, so Mey­er wei­ter. „Die Re­so­nanz der uns wohl­ge­son­ne­nen Be­völ­ke­rung war stets po­si­tiv.“In Zu­kunft wol­le Mey­er der AfD als ein­fa­ches Mit­glied er­hal­ten blei­ben.

Fo­to: And­re Ha­ver­go

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