Mi­nus von 1,1 Mil­lio­nen Eu­ro bei der Stadt

Schwie­ri­ge fi­nan­zi­el­le La­ge / Steu­ern bre­chen weg / Bip­pen und Ber­ge we­ni­ger be­trof­fen

Bersenbrucker Kreisblatt - - LOKALES - Von Jür­gen Ack­mann

FÜRS­TEN­AU/BIP­PEN/ BER­GE Die Stadt Fürs­ten­au ist, fi­nan­zi­ell be­trach­tet, der­zeit das Pro­blem­kind in der Samtgemein­de Fürs­ten­au. Käm­me­rin Eli­sa­beth Moor­mann rech­net mit ei­nem Ein­bruch bei den Steu­er­ein­nah­men von 1,1 Mil­lio­nen Eu­ro. Bei ei­nem Ge­samt­haus­halts­vo­lu­men von rund neun Mil­lio­nen Eu­ro, ei­ne Sum­me, die schmerzt. Kaum be­trof­fen sind hin­ge­gen die Ge­mein­de Bip­pen und Ber­ge. Die Samtgemein­de selbst wird erst 2021 die Fol­gen der Co­ro­naPan­de­mie spü­ren. Ein Über­blick.

Die La­ge in der Stadt Fürs­ten­au: Das Mi­nus von 1,1 Mil­lio­nen Eu­ro, mit dem Eli­sa­beth Moor­mann kal­ku­liert, hat sie un­ter an­de­rem auf der Grund­la­ge der Mess­be­schei­de des Fi­nanz­am­tes er­mit­telt. Die sei­en für ei­ni­ge stark von Co­ro­na be­trof­fe­ne Be­trie­be auf null re­du­ziert wor­den. Ins­ge­samt geht die Käm­me­rin da­von aus, dass al­lein die Ge­wer­be­steu­er­ein­nah­men für die Stadt um 28 Pro­zent von 3,2 Mil­lio­nen Eu­ro auf rund 2,3 Mil­lio­nen Eu­ro sin­ken wer­den. Rück­gän­ge gibt es un­ter an­de­rem auch bei der Ein­kom­men­steu­er we­gen der Kurz­ar­beit in vie­len Be­trie­ben so­wie bei der Ver­gnü­gungs­steu­er, da die Spiel­hal­len lan­ge Zeit ge­schlos­sen hat­ten.

Da die Stadt Fürs­ten­au am Jah­res­be­ginn noch mit

Die Co­ro­na-Pan­de­mie wirkt sich stark auf die Fi­nan­zen in der Samtgemein­de Fürs­ten­au aus.

ei­nem Über­schuss von 124 000 Eu­ro im Haus­halt ge­rech­net hat­te, wird das Mi­nus am En­de noch et­was ab­ge­fe­dert. Hin­zu kommt, dass Bund und Land mit Blick auf die weg­bre­chen­den Steu­er­ein­nah­men Aus­gleichs­zah­lun­gen zu­ge­sagt ha­ben. Wel­che Kom­mu­ne wie viel Geld be­kom­me, wer­de aber erst im No­vem­ber be­rech­net, so Eli­sa­beth Moor­mann. Au­ßer­dem sei der Aus­gleich­stopf

ge­de­ckelt. Es kön­ne al­so sein, dass das Geld da­rin nicht aus­rei­che, um die Steu­er­aus­fäl­le in den Kom­mu­nen kom­plett ab­zu­de­cken. Dann wer­de es le­dig­lich an­tei­lig Geld ge­ben, so die Käm­me­rin.

Vor die­sem Hin­ter­grund sind Kom­mu­nal­po­li­tik und Ver­wal­tung froh, im ver­gan­ge­nen Jahr be­reits wich­ti­ge In­ves­ti­tio­nen an­ge­scho­ben und För­der­gel­der ein­ge­wor­ben zu ha­ben. So wird die Sa

nie­rung der 1912-Schu­le für ei­ne Mil­li­on Eu­ro trotz ei­nes sich ab­zeich­nen­den har­ten Spar­kur­ses ab­ge­schlos­sen. Das gilt auch für die Neu­ge­stal­tung des Pfer­de­mark­tes für 600 000 Eu­ro so­wie für die wei­te­re In­nen­stadt­sa­nie­rung, spe­zi­ell der Gro­ßen Stra­ße. An­sons­ten müss­ten al­le In­ves­ti­tio­nen und frei­wil­li­gen Leis­tun­gen auf den Prüf­stand ge­stellt wer­den, be­tont Eli­sa­beth Moor­mann.

Die La­ge in Bip­pen und Ber­ge: In den Ge­mein­den Bip­pen und Ber­ge hal­ten sich die Rück­gän­ge bei den Steu­er­ein­nah­men stark in Gren­zen. Das liegt un­ter an­de­rem dar­an, dass die Zahl der Ge­wer­be­be­trie­be im Ver­gleich zur Stadt Fürs­ten­au deut­lich ge­rin­ger ist. Die Bip­pe­ner ha­ben in die­sem Jahr mit Ein­nah­men von 472 000 Eu­ro kal­ku­liert, die Ber­ger mit 742 000 Eu­ro. Es wer­de hier kaum zu fi­nan­zi­el­len Ein­bu­ßen kom­men, so Eli­sa­beth Moor­mann.

Die La­ge in der Samtgemein­de: Hier wer­den sich in die­sem Jahr die fi­nan­zi­el­len Aus­wir­kun­gen der Co­ro­naPan­de­mie in Gren­zen hal­ten. Das liegt un­ter an­de­rem dar­an, dass die Samt­ge­mein­de­um­la­gen, die die Stadt Fürs­ten­au so­wie die Ge­mein­den Bip­pen und Ber­ge zah­len müs­sen, für 2020 fest­ste­hen. Das wird sich im nächs­ten Jahr än­dern, da die Hö­he der Zah­lun­gen eben von den Ein­nah­men der Mit­glieds­kom­mu­nen ab­hängt – und die wer­den mit gro­ßer Wahr­schein­lich­keit sin­ken. Ins­ge­samt rech­net die Samtgemein­de 2021 mit Er­trags­ein­bu­ßen von 500 000 Eu­ro im Haus­halt. Auch hier gilt, dass künf­ti­ge In­ves­ti­tio­nen und frei­wil­li­ge Leis­tun­gen auf den Prüf­stand ge­stellt wer­den. Pro­jek­te wie die Sa­nie­rung und der Um­bau des Bip­pe­ner Frei­ba­des wie­der­um blei­ben da­von un­be­rührt. So viel steht fest.

Klar ist auch, dass die Haus­halts­be­ra­tun­gen für das Jahr 2021 span­nend wer­den. Ob der In­ves­ti­ti­ons­stau, der durch den har­ten Spar­kurs frü­he­rer Jah­re ent­stan­den und in den ver­gan­ge­nen zwei Jah­ren ein we­nig auf­ge­löst wor­den ist, wei­ter ver­rin­gert wer­den kann, ist of­fen. Dar­auf wird die Käm­me­rin im­mer wie­der hin­wei­sen – auch wenn in zwölf Mo­na­ten die Kom­mu­nal­wahl an­steht.

Fo­to: Mo­ni­ka Sko­li­mow­s­ka/dpa

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