Bersenbrucker Kreisblatt

Kampf ge­gen Rech­te und Ras­sis­ten

Bun­des­re­gie­rung plant här­te­res Vor­ge­hen / „Ras­se“in Grund­ge­setz er­set­zen

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BER­LIN Rechts­ex­tre­mis­ti­sche und ras­sis­ti­sche An­schlä­ge ha­ben Deutsch­land zu­letzt mehr­fach er­schüt­tert. Die Re­gie­rung hat Kon­se­quen­zen ver­spro­chen. Nun liegt ei­ne lan­ge Lis­te mit Maß­nah­men „zur Stär­kung der wehr­haf­ten De­mo­kra­tie“auf dem Tisch.

BER­LIN Die Bun­des­re­gie­rung will mit zahl­rei­chen Maß­nah­men den Kampf ge­gen Rechts­ex­tre­mis­mus und Ras­sis­mus stär­ken. Von 2021 bis 2024 sol­len mehr als ei­ne Mil­li­ar­de Eu­ro in die­sen Be­reich flie­ßen, wie der Ka­bi­netts­aus­schuss der Bun­des­re­gie­rung zum The­ma ges­tern be­schloss. Das Ka­bi­nett selbst soll in der kom­men­den Wo­che dar­über ent­schei­den. Mit den Mit­teln sol­len et­wa Prä­ven­ti­ons­maß­nah­men und die Un­ter­stüt­zung von Be­trof­fe­nen so­wie die For­schung zum The­ma aus­ge­baut wer­den.

Es sei ein stär­ke­res Be­wusst­sein für Ras­sis­mus als ge­samt­ge­sell­schaft­li­ches Phä­no­men not­wen­dig, hieß es in ei­ner Mit­tei­lung. „Rechts­ex­tre­mis­mus und Ras­sis­mus, An­ti­se­mi­tis­mus, Mus­lim­feind­lich­keit und al­le an­de­ren For­men grup­pen­be­zo­ge­ner Men­schen­feind­lich­keit ha­ben kei­nen Platz in Deutsch­land.“Deutsch­land sei ein Land der Viel­falt.

Der Maß­nah­men­ka­ta­log ver­zeich­net 89 Punk­te aus ver­schie­de­nen Res­sorts oder der Zu­stän­dig­keit von Be­auf­trag­ten. Der Be­griff „Ras­se“im Grund­ge­setz soll dem­nach er­setzt wer­den. Mit ei­nem „Ras­sis­mus-Ba­ro­me­ter“sol­len Fäl­le in Deutsch­land wis­sen­schaft­lich aus­ge

wer­tet wer­den. Ein Ex­per­ten­rat soll die Bun­des­re­gie­rung zu Fragen der In­te­gra­ti­on, Teil­ha­be und bei der Be­kämp­fung von Ras­sis­mus be­ra­ten. Die ge­plan­te Er­nen­nung ei­nes An­ti-Ras­sis­musBe­auf­trag­ten ist nicht im Ka­ta­log ent­hal­ten, sie soll erst in der kom­men­den Wahl­pe­ri­ode er­fol­gen.

Auch beim Straf­recht sind Än­de­run­gen ge­plant: So­ge­nann­te Fein­des­lis­ten, mit de­nen Men­schen be­droht

wer­den, sol­len künf­tig eben­so straf­bar sein wie an­ti­se­mi­ti­sche oder ras­sis­ti­sche Het­ze, die sich an ein­zel­ne Be­trof­fe­ne rich­tet. „Der Rechts­ex­tre­mis­mus ist die größ­te Be­dro­hung für un­se­re of­fe­ne und viel­fäl­ti­ge Ge­sell­schaft“, sag­te Bun­des­jus­tiz­mi­nis­te­rin Chris­ti­ne Lam­brecht (SPD). Op­fer rechts­ex­tre­mer Ge­walt dürf­ten sich nicht al­lein­ge­las­sen füh­len, da­her wer­de auch in den Op­fer­schutz in­ves­tiert.

In­nen- und Fa­mi­li­en­res­sort sol­len laut dem Ka­ta­log schon bald Eck­punk­te für ein „Ge­setz zur För­de­rung der wehr­haf­ten De­mo­kra­tie“vor­le­gen. „Wir wer­den si­cher­stel­len, dass das En­ga­ge­ment für De­mo­kra­tie und ge­gen Hass, Het­ze, Ge­walt und Ex­tre­mis­mus ver­läss­lich und nach­hal­tig fi­nan­ziert wer­den kann“, ver­sprach Fa­mi­li­en­mi­nis­te­rin Fran­zis­ka Gif­fey (SPD).

Die Aus­ein­an­der­set­zung mit Rechts­ex­tre­mis­mus und

Ras­sis­mus sei für „den Frie­den und Zu­sam­men­halt in un­se­rem Land un­ver­zicht­bar“, sag­te die In­te­gra­ti­ons­be­auf­trag­te An­net­te Wid­mann-Mauz.

SPD- Ge­ne­ral­se­kre­tär Lars Kling­beil hat den ver­ab­schie­de­ten Ak­ti­ons­plan ge­gen Rechts­ex­tre­mis­mus und Ras­sis­mus eben­falls be­grüßt. „Mit mehr als ei­ner Mil­li­ar­de Eu­ro und ei­nem Pa­ket an Maß­nah­men un­ter­füt­tern wir un­se­ren un­er­müd­li­chen Kampf ge­gen rechts und ma­chen klar: Un­se­re De­mo­kra­tie ist wehr­haft“, sag­te Kling­beil un­se­rer Re­dak­ti­on. Die SPD ha­be sich schon lan­ge da­für ein­ge­setzt, dass „der schreck­li­che Be­griff ,Ras­se‘ end­lich aus dem Grund­ge­setz ge­stri­chen wird“, so Kling­beil wei­ter. „Wir las­sen uns als to­le­ran­te und bun­te Ge­sell­schaft von Na­zis, Ras­sis­ten und An­ti­se­mi­ten nicht klein­ma­chen. Wir ste­hen ge­mein­sam da­ge­gen.“Deutsch­land sei „ein of­fe­nes und viel­fäl­ti­ges Land, in dem rech­te Het­ze und ras­sis­ti­sche Aus­gren­zung kei­nen Platz ha­ben“, be­ton­te Kling­beil.

Der Ka­bi­netts­aus­schuss zur Be­kämp­fung von Rechts­ex­tre­mis­mus und Ras­sis­mus war nach ras­sis­ti­schen und rechts­ex­tre­men An­schlä­gen wie den Mor­den in Ha­nau ein­ge­setzt wor­den.

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