Bersenbrucker Kreisblatt

Je­der ist ge­for­dert

- Von Uwe West­dörp Angola · Morden · Clifford W. Morden · Hanau · National Democratic Party of Germany

Die

gu­te Nach­richt zu­erst: Die Bun­des­re­gie­rung will den Kampf ge­gen Rechts­ex­tre­mis­mus, Ras­sis­mus, An­ti­se­mi­tis­mus und Mus­lim­feind­lich­keit ver­stär­ken und da­für in den kom­men­den vier Jah­ren mehr als ei­ne Mil­li­ar­de Eu­ro zur Ver­fü­gung stel­len. Das kann man nur be­grü­ßen, denn die La­ge ist ernst – und das nicht erst seit den fürch­ter­li­chen Mor­den von Ha­nau.

Dies ist die schlech­te Nach­richt: Rechts­ex­tre­me Ge­walt zieht sich wie ein blut­ro­ter Fa­den durch die ver­gan­ge­nen Jahr­zehn­te. 30 Jah­re ist es nun schon her, da schlu­gen Neo­na­zis den An­go­la­ner Ama­deu An­to­nio tot. Und heu­te? Heu­te stuft der Ver­fas­sungs­schutz 32 000 Per­so­nen als rechts­ex­tre­mis­tisch ein; 13 000 von ih­nen gel­ten so­gar als ge­walt­ori­en­tiert. Die Mor­de von Ha­nau ka­men al­so nicht über­ra­schend – über­ra­schend ist viel­mehr, wie schwer es fällt, die Front ge­gen Rechts­ex­tre­mis­ten zu schlie­ßen. Nicht ein­mal die NPD ist bis heu­te ver­bo­ten.

For­schung, Auf­klä­rung und Prä­ven­ti­on sol­len jetzt ei­ne Wen­de zum Bes­se­ren brin­gen. Das ist rich­tig und wich­tig, wird al­lein aber nicht rei­chen. Denn Hass und Het­ze ha­ben pan­de­mi­sche Aus­ma­ße an­ge­nom­men. Auf den Stra­ßen, in den Schu­len, am Ar­beits­platz, in den Par­la­men­ten – übe­r­all ma­chen sie sich breit. Nur ei­ne gro­ße Ko­ali­ti­on cou­ra­gier­ter und en­ga­gier­ter Bür­ger kann dies stop­pen. Je­der ist ge­for­dert.

u.west­do­erp@noz.de

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