Bersenbrucker Kreisblatt

Be­richt: Ren­ten­ni­veau sinkt bis 2034 auf 46 Pro­zent

DGB ruft Re­gie­rung zum Han­deln auf / „Star­ke ge­setz­li­che Ren­te al­ter­na­tiv­los“

- Von Uwe West­dörp Business

OS­NA­BRÜCK An­ge­sichts des lang­fris­tig deut­lich sin­ken­den Ren­ten­ni­veaus ruft der Deut­sche Ge­werk­schafts­bund (DGB) die Bun­des­re­gie­rung drin­gend zum Han­deln auf. DGB-Vor­stands­mit­glied An­ja Piel sag­te un­se­rer Re­dak­ti­on: „Da­mit die ge­setz­li­che Ren­te für die Men­schen ei­ne si­che­re Bank bleibt, muss die künf­ti­ge Bun­des­re­gie­rung auch über 2025 hin­aus das Ren­ten­ni­veau bei min­des­tens 48 Pro­zent sta­bi­li­sie­ren.“

Piel re­agier­te da­mit auf den am Mitt­woch im Bun­des­ka­bi­nett ver­ab­schie­de­ten Ren­ten­ver­si­che­rungs­be­richt. Da­nach dürf­te das Ren­ten­ni­veau von heu­te 48,2 Pro­zent bis zum Jahr 2023 zu­nächst auf 51 Pro­zent stei­gen, da­nach aber auf 46 Pro­zent im Jahr 2034 sin­ken. Hier­bei ist be­rück­sich­tigt, dass die Ren­ten bis 2034 um ins­ge­samt rund 32 Pro­zent stei­gen dürf­ten. Das Ren­ten­ni­veau drückt das Ver­hält­nis der Ren­te zu den Löh­nen aus. Bis 2025 gilt ei­ne Hal­t­el­i­nie, nach der das Si­che­rungs­ni­veau nicht un­ter 48 Pro­zent sin­ken darf.

Piel warn­te: „Die pri­va­ten Ver­si­che­rer ru­fen nach im­mer wei­te­ren Steu­er­zu­schüs­sen und we­ni­ger Ga­ran­ti­en für ih­re krän­keln­den Pro­duk­te, da­mit die­se über­haupt noch nen­nens­wer­te Ren­di­ten ab­wer­fen. Dort noch mehr Geld zu ver­sen­ken ist ein Irr­weg – ei­ne star­ke ge­setz­li­che Ren­te ist al­ter­na­tiv­los.“

Die Ge­werk­schaf­te­rin lob­te in die­sem Zu­sam­men­hang, trotz der Co­ro­na-Kri­se sei das Ren­ten­ni­veau dau­er­haft hö­her und der Bei­trags­satz und die Bun­des­mit­tel dau­er­haft nied­ri­ger als noch 2019 er­war­tet. „Der Ren­ten­ver­si­che­rungs­be­richt und der Al­ters­si­che­rungs­be­richt be­le­gen wie­der ein­mal die ho­he Leis­tungs­fä­hig­keit der ge­setz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung.“Die Lang­frist­pro­gno­sen zeig­ten aber auch den Hand­lungs­be­darf.

Al­le Ein­kom­mens­ar­ten zu­sam­men­ge­nom­men, ist das Haus­halts­net­to­ein­kom­men der Äl­te­ren zu­letzt deut­lich ge­stie­gen. Es klet­ter­te laut dem neu­en Ren­ten­ver­si­che­rungs­be­richt bei Ehe­paa­ren und Al­lein­ste­hen­den im Al­ter ab 65 Jah­ren seit 2015 um 14 Pro­zent auf im Schnitt 2207 Eu­ro im ver­gan­ge­nen Jahr. Ein­be­zo­gen sind hier­bei un­ter an­de­rem auch Zins­ein­künf­te, Ein­künf­te aus Ver­mie­tun­gen, Er­werbs­ein­künf­te und Pri­vat­ren­ten.

Die Bun­des­re­gie­rung be­schei­nigt den Äl­te­ren ei­nen „deut­li­chen rea­len Ein­kom­mens­zu­wachs“seit 2015 – denn die Prei­se für die Le­bens­hal­tung stie­gen seit­her nur um 5,3 Pro­zent. Da­bei liegt das mo­nat­li­che Net­to­ein­kom­men ab 65 Jah­ren bei Ehe­paa­ren in den al­ten Län­dern bei durch­schnitt­lich 2989 Eu­ro, in Ost­deutsch­land sind es 2557 Eu­ro. Bei al­lein­ste­hen­den Män­nern sind es bun­des­weit 1816, bei Frau­en nur 1607 Eu­ro.

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Fo­to: dpa/Ju­li­an Stra­ten­schul­te An­ja Piel

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