Bersenbrucker Kreisblatt

Tri­but an po­li­ti­sche Groß­wet­ter­la­ge

- Von Tho­mas Lud­wig t.lud­wig@noz.de Terrorism · Politics · Kunduz · Norden, Lower Saxony · United States of America · Taliban · The Terror · German Defence Force · NATO · Afghanistan · U.S. government

Fast

18 Jah­re nach­dem die ers­ten Bun­des­wehr­sol­da­ten in Kun­dus lan­de­ten, um die Si­cher­heits­la­ge im Nor­den Af­gha­nis­tans zu ver­bes­sern, ist das Land am Hin­du­kusch von Frie­den und Nor­ma­li­tät noch weit ent­fernt. Wenn sich die Deut­schen nun aus der Pro­vinz ver­ab­schie­den, ist das al­so nicht dem durch­schla­gen­den Mis­si­ons­er­folg ge­schul­det, son­dern der ge­än­der­ten po­li­ti­schen Groß­wet­ter­la­ge.

Ein zwi­schen den USA und den Ta­li­ban ge­schlos­se­nes Ab­kom­men sieht den schritt­wei­sen Ab­zug der Schutz­trup­pen bis April 2021 vor – so­fern die Ta­li­ban der Zu­sa­ge nach­kom­men und den Ter­ror im Land deut­lich re­du­zie­ren. Auf sol­che neu­en Rah­men­be­din­gun­gen muss sich die Bun­des­wehr vor­be­rei­ten. Auf der Hand liegt auch, dass der ge­sam­te Na­to-Ein­satz dem Rech­nung wird tra­gen müs­sen, wenn die USA ih­re Ka­pa­zi­tä­ten dort bis Mit­te Ja­nu­ar deut­lich re­du­zie­ren. Die in­ter­na­tio­na­le Ge­mein­schaft soll­te Af­gha­nis­tan nicht vor­ei­lig den Schutz ent­zie­hen. Das ist sie den Men­schen schul­dig, die nicht un­ter der Knu­te is­la­mis­ti­scher Ex­tre­mis­ten le­ben wol­len.

Zu­dem darf das Land nicht zu ei­nem Rück­zugs­ort für in­ter­na­tio­nal ope­rie­ren­de Ter­ro­ris­ten wer­den. Die Bun­des­re­gie­rung soll­te al­so auf bal­di­ge Klar­heit über die Zu­kunft des Af­gha­nis­tan-Ein­sat­zes drän­gen – nicht zu­letzt um der ei­ge­nen Sol­da­ten wil­len, aber auch im Sin­ne ei­nes be­dach­ten Um­gangs mit Steu­er­gel­dern.

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