Bersenbrucker Kreisblatt

Ers­te Her­aus­for­de­rung schon ge­meis­tert

Jo­han­nes Bei­sel neu­er evan­ge­li­scher Pas­tor in Ber­sen­brück / Sonn­tag Ein­füh­rungs­got­tes­dienst

- Von Mar­tin Schmitz Auch · Heidelberg · Osnabruck · Leipzig

BER­SEN­BRÜCK Die evan­ge­li­sche Bon­nus­ge­mein­de Ber­sen­brück hat wie­der ei­nen Pas­tor. Kom­men­den Sonn­tag wird Jo­han­nes Bei­sel in ei­nem Got­tes­dienst ins Amt ein­ge­führt. Die ers­te Her­aus­for­de­rung hat er schon ge­meis­tert.

Sein co­ro­na­kon­for­mes Pro­gramm für die Ad­vents­und Weih­nachts­zeit muss­te näm­lich ste­hen, be­vor er mit Ehe­frau Bir­git und dem Mö­bel­wa­gen an­kam. Da trifft es sich, dass der schlan­ke, hoch­ge­wach­se­ne Mann mit of­fe­nem Lä­cheln mit 62 Jah­ren kein An­fän­ger ist.

Und Ber­sen­brück ei­ne Stadt, in der die Öku­me­ne funk­tio­niert. Mit dem ka­tho­li­schen Pfar­rer Jan Wit­te und sei­nem Team in St. Vin­cen­ti­us ver­stän­dig­te er sich auf zwei ge­mein­sa­me Ad­v­ent­s­pro­jek­te: Die „ Atem­pau­sen“, Bei­sel be­schreibt sie als ei­ne Vier­tel­stun­de wohl­tu­en­der Un­ter­bre­chung des All­tags, sol­len diens­tags um 12 Uhr in St. Vin­cen­ti­us statt­fin­den, und don­ners­tags um 18.30 Uhr in der Bon­nus­kir­che. Und ei­nen „Le­ben­di­gen Ad­vents­ka­len­der“soll es ge­ben an je­den Di­ens­tag im Advent um 18 Uhr, am 1., 8. und 22. De­zem­ber auf dem Markt­platz und am 15. De­zem­ber bei der Bon­nus­kir­che.

Ge­stream­ter Got­tes­dienst

Auch das In­ter­net will Bei­sel ver­stärkt nut­zen, um die Men­schen zu er­rei­chen. Auf der Home­page der Bon­nus­ge­mein­de soll sich ab dem ers­ten Advent täg­lich ein neu­es Tür­chen im „Kun­ter­bun­ten Ad­vents- und Weih­nachts­ka­len­der“öff­nen. Hier kom­men die Ge­mein­de­mit­glie­der ins Spiel. Bei­sel bit­te sie um selbst ge­stal­te­te Bil­der, Fo­tos, viel­leicht so­gar klei­ne Vi­de­os, die von der Be­deu­tung und Stim­mung die­ser Zeit im Kir­chen­jahr er­zäh­len.

Die­se Bei­trä­ge sol­len in den Ka­len­der ein­ge­stellt wer­den. Das schöns­te Stück ei­nes Ad­vents­ka­len­ders ver­birgt sich hin­ter der Tür mit der Zahl 24. Hei­lig­abend soll es ein Weih­nachts­vi­deo ge­ben.

Au­ßer­dem plant er fünf Got­tes­diens­te zu Hei­lig­abend, da­mit mög­lichst vie­le ge­fahr­los teil­neh­men kön

Will­kom­men in der Bon­nus­kir­che: Jo­han­nes Bei­sel möch­te als Pas­tor auf Men­schen zu­ge­hen, sie ein­la­den.

nen. Nach­mit­tags sol­len drei statt­fin­den, drau­ßen am Weih­nachts­baum, je 25 Mi­nu­ten lang. Um 18 Uhr folgt ei­ne kur­ze Christ­ves­per mit dem Po­sau­nen­chor, eben­falls im Frei­en an der Kir­che. Und um 22 Uhr soll der Hei­li­ge Abend aus­klin­gen mit ei­ner

mu­si­ka­lisch-me­di­ta­ti­ven Christ­ves­per, dies­mal in der Kir­che, die ja ei­gent­lich ei­ne Ka­pel­le ist.

„Deut­scher Misch­ling“

Ihr boots­för­mi­ges Dach hat ihn in­spi­riert, den Cho­ral „Es kommt ein Schiff, ge­la

den“in sei­nen Ein­füh­rungs­got­tes­dienst auf­zu­neh­men. Er be­ginnt am Sonn­tag, 29. No­vem­ber 2020, um 16 Uhr. Wer teil­neh­men möch­te, soll­te sich bis zum 27. No­vem­ber 2020 im Pfarr­amt un­ter Te­le­fon 05439 2222 oder per EMail un­ter KG.Ber­sen­bru

eck@evl­ka.de an­mel­den. Erst­mals soll der Got­tes­dienst „ge­streamt“wer­den. Über die Home­page bon­nus.wir-e.de kann man ihn mit­ver­fol­gen oder nach­träg­lich als Vi­deo auf­ru­fen.

Ber­sen­brücks neu­er Pas­tor ist ein Fa­mi­li­en­mensch, mit fünf Ge­schwis­tern, zwei Kin­dern und vier En­keln. Au­gen­zwin­kernd be­zeich­net er sich als „deut­schen Misch­ling“, weil sei­ne Groß­el­tern aus Pom­mern, Leip­zig, Hei­del­berg und Ost­fries­land kom­men. Ge­bo­ren in Hei­del­berg, wuchs er in Ost­fries­land auf, mach­te Abitur in Os­na­brück, stu­dier­te Theo­lo­gie in Müns­ter, Zü­rich und Hei­del­berg.

Zu­letzt be­treu­te er zwei Kir­chen­ge­mein­den in der Nä­he von Hei­del­berg, „am son­ni­gen Süd­hang des Kai­ser­stuhls“. Aus fa­mi­liä­ren Grün­de zog es ihn nun wie­der ins Os­na­brü­cker Land.

Von Ju­gend an sei ihm ei­nes wich­tig ge­we­sen, er­zählt er: dass die wis­sen­schaft­li­che Welt und die Glau­bens­welt kei­ne ge­trenn­te Sphä­ren sind, son­dern eins.

Die nächs­ten Wo­che wird er gut zu tun ha­ben, sich häus­lich ein­rich­ten, die Ge­mein­de ken­nen­ler­nen, auch ih­ren Alf­hau­se­ner Teil. Und dann? Das wird sich fin­den. „Gu­cken, was geht“, möch­te er, „mög­lichst vie­le Ge­mein­de­mit­glie­der mit ins Boot neh­men. Und schau­en, was die Men­schen brau­chen.“

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Fo­to: Mar­tin Schmitz

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