Bun­des­re­gie­rung un­ter­sagt Er­do­gan-Auf­tritt

Tür­kei Am Ran­de des G20-Gip­fels kom­men­de Wo­che woll­te der tür­ki­sche Prä­si­dent vor Lands­leu­ten spre­chen. Au­ßen­mi­nis­ter Ga­b­ri­el schrei­tet ein. Von Ste­fan Ke­gel

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We­ni­ge Ta­ge vor Be­ginn des G20-Gip­fels hat die Bun­des­re­gie­rung dem tür­ki­schen Prä­si­den­ten Re­cep Tay­yip Er­do­gan ei­nen Auf­tritt vor Tür­ken in Deutsch­land un­ter­sagt. „Ich ha­be mei­nem tür­ki­schen Kol­le­gen be­reits vor Wo­chen gesagt, dass wir das für kei­ne gu­te Idee hal­ten“, teil­te Bun­des­au­ßen­mi­nis­ter Sig­mar Ga­b­ri­el (SPD) mit. Zum ei­nen ha­be Deutsch­land rund um den G20-Gip­fel nicht die Po­li­zei­kräf­te, um bei zu­sätz­li­chen Ver­an­stal­tun­gen die Si­cher­heit zu ge­währ­leis­ten. Zu­dem sei „ein sol­cher Auf­tritt an­ge­sichts der Kon­flikt­la­ge, die es mit der Tür­kei gibt, nicht an­ge­mes­sen“und pas­se der­zeit nicht in die po­li­ti­sche Land­schaft. Er ha­be Bun­des­kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel (CDU) vor­ge­schla­gen, Auf­trit­te aus­län­di­scher Po­li­ti­ker in de­ren Wahl­kampf ge­ne­rell zu ver­bie­ten, „die auch dem Ziel die­nen, die in­nen­po­li­ti­schen Kon­flik­te ei­nes an­de­ren Lan­des nach Deutsch­land zu brin­gen“. Re­gie­rungs­spre­cher Stef­fen Sei­bert er­klär­te, dass die Kanz­le­rin die­se Po­si­ti­on un­ter­stüt­ze.

Tür­ki­schen Me­di­en zu­fol­ge gibt es zwar ei­ne Ein­la­dung an Er­do­gan für ei­nen Auf­tritt in Deutsch­land, al­ler­dings noch kei­ne kon­kre­ten Ter­min­plä­ne. Das tür­ki­sche Prä­si­di­al­amt stritt dem­zu­fol­ge ab, bei der Bun­des­re­gie­rung of­fi­zi­ell um ei­nen Auf­tritt er­sucht zu ha­ben.

Schon im Vor­feld des tür­ki­schen Ver­fas­sungs­re­fe­ren­dums zur Ein­füh­rung ei­nes Prä­si­di­al­sys­tems im April wa­ren meh­re­re Auf­trit­te tür­ki­scher Po­li­ti­ker ver­bo­ten wor­den. Da­mals hat­ten meh­re­re Kom­mu­nen Brand­schutz­be­den­ken oder Park­platz- man­gel als Grün­de an­ge­führt. Der tür­ki­sche Au­ßen­mi­nis­ter Mev­lüt Ca­vu­sog­lu sprach dar­auf­hin im Gar­ten des tür­ki­schen Ge­ne­ral­kon­su­lats in Ham­burg.

Das Ver­hält­nis zwi­schen der Tür­kei und Deutsch­land war zu­letzt deut­lich ab­ge­kühlt. Tür­ki­sche Po­li­ti­ker un­ter­stell­ten der Bun­des­re­gie­rung we­gen der Auf­tritts-Ver­bo­te Na­zi-Me­tho­den. Zu­letzt hat­te das Be­suchs­ver­bot für deut­sche Po­li­ti­ker bei der Bun­des­wehr in In­cir­lik da­zu ge­führt, dass die Sol­da­ten nach Jor­da­ni­en ver­legt wer­den.

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