End­lich ei­ne kla­re Li­nie

Bietigheimer Zeitung - - Vorderseite -

Kei­ne Aus­flüch­te mehr. Das scheint die neue Li­nie der Bun­des­re­gie­rung im Fall Er­do­gan zu sein. Nach­dem Ber­lin in der Ver­gan­gen­heit über­for­der­te Kom­mu­nen mit dem Ver­bot von Po­li­ti­ker­auf­trit­ten al­lein ge­las­sen hat­te, geht Ga­b­ri­el nun in die Of­fen­si­ve und will al­le Wahl­kampf­re­den aus­län­di­scher Po­li­ti­ker ver­bie­ten, die in­nen­po­li­ti­sche Pro­ble­me nach Deutsch­land tra­gen könn­ten.

Das soll Ent­schlos­sen­heit si­gna­li­sie­ren und mag di­plo­ma­tisch ein ge­rin­ge­rer Af­front sein als ein Auf­tritts­ver­bot al­lein für Er­do­gan. Aber wer soll ent­schei­den, wel­cher Auf­tritt die­sen Vor­ga­ben ent­spricht? Und was ge­schieht au­ßer­halb des Wahl­kamp­fes? Da lau­ern neue Fall­stri­cke.

Den­noch ist es an der Zeit, dem im­mer un­ver­fro­re­ner Rich­tung Dik­ta­tur schrei­ten­den Au­to­kra­ten die Stirn zu bie­ten und die Wer­bung in ei­ge­ner Sa­che zu un­ter­bin­den. Zu­mal sie bei Deutsch-Tür­ken auf durch­aus frucht­ba­ren Bo­den fällt, wie die Wah­l­er­geb­nis­se zum Ver­fas­sungs­re­fe­ren­dum ge­zeigt ha­ben. Wer die De­mo­kra­tie im ei­ge­nen Land ab­schaf­fen will, soll­te da­bei nicht die Hil­fe ei­nes de­mo­kra­ti­schen Staa­tes er­war­ten. Das hat die Bun­des­re­gie­rung klar ge­macht. Gut so.

Ste­fan Ke­gel

zum Ver­bot der Er­do­gan-Re­de

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