Ho­no­rar­kon­sul Oes­ter­le will nicht zah­len

Bietigheimer Zeitung - - Stuttgart -

STUTT­GART (gs). Er war acht Ki­lo­me­ter pro St­un­de zu schnell un­ter­wegs ge­we­sen. Ei­ne Lap­pa­lie, das Kn­öll­chen weist ei­ne Geld­bu­ße von 15 Eu­ro aus. Doch Fritz Oes­ter­le, ehe­mals Vor­stand des Phar­ma­rie­sen Ce­le­sio und seit 2006 bri­ti­scher Ho­no­rar­kon­sul in Ba­den­Würt­tem­berg, will nicht zah­len. Ge­gen das Ur­teil des Amts­ge­richts Stutt­gart, vor dem er Ein­spruch ein­ge­legt hat­te, wer­de er vor­ge­hen, sag­te der 65­Jäh­ri­ge.

Im Fe­bru­ar war der streit­ba­re Ju­rist auf der Pi­schek­stra­ße im Os­ten ge­blitzt wor­den. Er fuhr da­mals auf ei­ner der der­zeit elf Tem­po­40­Stei­gungs­stre­cken, die der Ge­mein­de­rat ein­ge­rich­tet hat, um die Luft zu ver­bes­sern. Doch Oes­ter­le sagt, Tem­po 40 gel­te nur für nor­ma­le Au­tos. Er fah­re ei­nen Elek­tro­Smart, er dür­fe des­halb Tem­po 50 fah­ren. Oes­ter­le ar­gu­men­tiert, die Tem­po­40Re­gel gel­te nicht für E­Au­tos. Er gei­ßelt die Re­gel als ei­ne „ver­fas­sungs­wid­ri­ge Gleich­be­hand­lung von Un­glei­chem“. Mit sei­nem E­Mo­bil müs­se er schnel­ler fah­ren dür­fen, da sein Bei­trag zur Luft­ver­schmut­zung im Ba­ga­tell­be­reich lie­ge.

Fritz Oes­ter­le be­tont, er sei da­für, die Schad­stoff­wer­te in Stutt­gart zu sen­ken. Man müs­se die Leu­te al­ler­dings viel ef­fek­ti­ver mo­ti­vie­ren, sich E­Au­tos zu­zu­le­gen. Die per­fek­te Wer­bung aus sei­ner Sicht: Auf den Stei­gungs­stre­cken soll­te man mit sei­nem ES­mart am Por­sche vor­bei­zie­hen dür­fen. Die Amts­rich­te­rin be­schei­nig­te ihm zwar ein eh­ren­wer­tes Mo­tiv, sie muss­te sich aber ans Ge­setz hal­ten. Oes­ter­le muss die 15 Eu­ro al­so zah­len. Der Stutt­gar­ter wird aber er­neut da­ge­gen vor­ge­hen. Er hat die Stadt we­gen der Tem­po­40­Re­gel üb­ri­gens vor dem Ver­wal­tungs­ge­richt ver­klagt. Ei­nen Ge­richts­ter­min gibt es noch nicht.

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