Park­haus mit 700 Plät­zen für Fahr­rä­der

Lud­wigs­burg. Es gibt ein Pro­blem: Die vor­ge­se­he­ne Flä­che am Bahn­hof ge­hört nicht der Stadt, son­dern ei­nem pri­va­ten Im­mo­bi­li­en­fond. Von Uwe Roth

Bietigheimer Zeitung - - Kreis Ludwigsburg -

Die Ka­pa­zi­tä­ten der Rad­sta­ti­on am West­aus­gang sind er­schöpft, die of­fi­zi­el­len Fahr­rad­stän­der rund um den Bahn­hof hoff­nungs­los zu­ge­stellt. Al­ter­na­tiv su­chen Rad­fah­rer Pro­vi­so­ri­en wie La­ter­nen und Ge­län­der, um dort ihr Rad zu si­chern. Auf ei­nem be­ste­hen­den Pkw-Park­deck im Ost­be­reich an der Bahn­hof­stra­ße soll jetzt auf ei­ner Gr­und­flä­che von 1526 Qua­drat­me­tern zu­sätz­lich ein Fahr­rad­park­haus mit 700 Ein­stell­plät­zen Ab­hil­fe schaf­fen. Wil­des Par­ken soll dann der Ver­gan­gen­heit an­ge­hö­ren.

Der Ge­mein­de­rat hat am Mitt­woch dem Vor­ha­ben der Stadt ein­stim­mig zu­ge­stimmt. Die CDU deu­te­te al­ler­dings an, dass nicht al­le Frak­ti­ons­mit­glie­der über­zeugt wa­ren. Die Grü­nen wie­der­um sind sich si­cher, dass das Rad­park­haus nur ei­ne ers­te Lö­sung sein kann. Schnell wer­de die Nach­fra­ge das An­ge­bot über­stei­gen.

Über­zeu­gungs­ar­beit nö­tig

Doch bis zum end­gül­ti­gen Baustart muss die wich­tigs­te Hür­de ge­nom­men wer­den: Ei­gen­tü­mer der be­nö­tig­ten Flä­chen ist ein pri­va­ter Im­mo­bi­li­en­fonds und muss vom Ver­kauf über­zeugt wer­den. Die Ge­sprä­che mit ei­nem Ver­tre­ter lie­fen zwar gut, doch ein Er­geb­nis lie­ge nicht vor, teil­te Ober­bür­ger­meis­ter Wer­ner Spec den Rats­mit­glie­dern mit. Der Ein­zel­han­del im Bahn­hofs­ge­bäu­de kön­ne we­gen der Vor­schrif­ten nicht oh­ne wei­te­res auf Kun­den­park­plät­ze ver­zich­ten. Die Flä­chen an­zu­mie­ten, kom­me für die Stadt je­doch nicht in Fra­ge, sag­te Spec. Au­ßer­dem wer­de ge­prüft, ob es steu­er­li­che Vor­tei­le brin­ge, die An­la­ge von den Stadt­wer­ken be­trei­ben zu las­sen. Die Stadt will je­den­falls die Fä­den in der Hand hal­ten.

Die Ver­wal­tung steht bei die­sem Pro­jekt mehr­fach un­ter Druck, weil die Zeit für die Ver­hand­lung mit dem Im­mo­bi­li­en­fonds be­grenzt ist. Die Stadt hat För­der­mit­tel be­an­tragt, die in Gän­ze nur bis En­de des Jah­res ab­ge­ru­fen wer­den kön­nen. Für die tech­ni­sche In­nen­aus­stat­tung des Fahr­rad­park­hau­ses in­klu­si­ve des Zu­gangs- und Be­zahl­sys­tems wer­den bei ei­ner För­der­quo­te von 70 Pro­zent Zu­schüs­se in Hö­he von 450 000 Eu­ro er­war­tet. 321 428 Eu­ro gibt die Eu­ro­päi­sche Uni­on, den Rest in Hö­he von 128572 Eu­ro das Land. Au­ßer­dem er­hofft sich die Stadt laut ih­rer Sit­zungs­vor­la­ge für die Fi­nan­zie­rung des Bau­kör­pers „bei idea­ler För­de­rung“Zu­schuss­mit­tel aus dem Bund-Län­der-Pro­gramm „So­zia­le Stadt“in Hö­he von 60 Pro­zent. Das Fahr­rad­park­haus wä­re so­mit kos­ten­güns­tig zu ha­ben.

At­trak­ti­ves Ver­lei­h­an­ge­bot

Nach den dem Ge­mein­de­rat vor­ge­leg­ten Plä­nen wird auch die Rad­sta­ti­on am West­aus­gang in we­sent­li­chen Tei­len um­ge­baut: Um dort Platz für zu­sätz­li­che Stell­plät­ze zu ge­win­nen, sol­len die bis­he­ri­ge Werk­statt, La­ger­flä­che und Bü­ros in das noch zu bau­en­de Fahr­rad­park­haus ver­la­gert wer­den. Dar­in wird es ne­ben der neu­en Werk­statt so­gar ei­ne Fahr­rad­wasch­an­le­ge so­wie ein Er­satz­teil­la­ger ge­ben. Um das Ver­lei­h­an­ge­bot at­trak­ti­ver zu ma­chen, sind ei­ne Stell­flä­che für fünf Fahr­rad­an­hän­ger, 20 Leih­fahr­rä­der und fünf Spe­zi­al­rä­der vor­zu­se­hen. Rei­chen Platz und Fi­nan­zen am neu­en Stand­ort kom­men noch öf­fent­li­che Toi­let­ten, ei­ne Be­hin­der­ten­toi­let­te so­wie even­tu­ell Du­sch­räu­me hin­zu, die über ein Zu­gangs­sys­tem ge­si­chert sind. In neue­ren Rad­park­häu­sern wer­de dies zu­neh­mend Stan­dard, so die Ver­wal­tung.

Fo­to: Richard Dan­nen­mann

Auf dem Park­deck am Lud­wigs­bur­ger Bahn­hof soll ein Fahr­rad­park­haus mit 700 Stell­plät­zen ent­ste­hen.

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