Bun­ker und Stol­len öff­nen die To­re

Bietigheimer Zeitung - - Bietigheim-Bissingen -

His­to­rie Der Ar­beits­kreis Bun­ker­for­schung gibt am Sonn­tag Ein­bli­cke. Ei­ne Aus­stel­lung zeigt den Zu­stand von 1938.

Bie­tig­heim-Bis­sin­gen. Der Ar­beits­kreis Bun­ker­for­schung, der dem Ge­schichts­ver­ein Bie­tig­heim-Bis­sin­gen an­ge­glie­dert ist, wid­met sich seit 1999 der Au­f­ar­bei­tung der Ge­schich­te der so­ge­nann­ten Neckar-Enz-Stel­lung. Am kom­men­den Sonn­tag, 2. Ju­li, ist wie­der der Mu­se­ums­bun­ker „Ro1“in der Bis­sin­ger Brand­hal­de von 11 bis 17 Uhr zur Be­sich­ti­gung ge­öff­net.

Wie Nor­bert Proth­mann vom Ar­beits­kreis mit­teilt, wird als be­son­de­rer Pro­gramm­punkt ei­ne et­wa sechs­köp­fi­ge Ab­tei­lung der Darstel­lungs­grup­pe „Al­te DSM 1864-1918“in Uni­form und mit his­to­ri­schen Aus­rüs­tungs­ge­gen­stän­den vor Ort sein. So wer­de die Grup­pe qua­si als „le­ben­des Ex­po­nat“zu­sätz­li­che Ein­drü­cke vom All­tag der Sol­da­ten ver­mit­teln, die an die Aus­stel­lung im Mu­se­ums­bun­ker an­knüp­fen.

Die Aus­stel­lung selbst do­ku­men­tie­re Aus­stat­tung und Zu­stand des Bun­kers bei sei­ner Fer­tig­stel­lung et­wa zum Zei­t­raum der Su­de­ten-Kri­se 1938, als die Neckar-Enz-Stel­lung erst­mals den Be­fehl zur Be­reit­schaft für ei­nen mög­li­chen Kriegs­aus­bruch er­hielt. Der voll­stän­dig re­kon­stru­ier­te Mu­se­ums­bun­ker sei ei­ner der we­ni­gen noch un­zer­stört er­hal­te­nen Bun­ker der Neckar-Enz-Stel­lung in Raum Bie­tig­heim-Bis­sin­gen, so Proth­mann.

Auf auf die bei­den Nach­bar­bau­wer­ke in un­mit­tel­ba­rer Nä­he (ei­ne Rui­ne in der Brand­hal­de und ein er­hal­te­ner Bun­ker an der Rom­mel­müh­le) geht die Aus­stel­lung eben­falls ein. Mit­glie­der des Ar­beits­kreis Bun­ker­for­schung des Ge­schichts­ver­eins Bie­tig­heim-Bis­sin­gen ste­hen Be­su­chern für Fra­gen zur Ver­fü­gung. Der Ein­tritt ist frei. An­fahrt: Park­platz Fir­ma Par­ker (un­ter­halb des Groz­tun­nels), der Fuß­weg von dort ist be­schil­dert.

Letz­ter er­hal­te­ner Stol­len

Am glei­chen Tag kann – eben­falls von 11 bis 17 Uhr – zu­dem der Luft­schutz­stol­len in der ehe­ma­li­gen Gais­hal­de in Bie­tig­heim-Bis­sin­gen be­sich­tigt wer­den. Der Stol­len liegt ne­ben der B 27 im Fels un­ter der ka­tho­li­schen Kir­che St. Lau­ren­ti­us (Bus­hal­te­stel­le Au­wie­sen­brü­cke). Park­mög­lich­kei­ten gibt es auf dem Al­di-Park­platz in der Wo­bach­stra­ße.

Wie da­zu mit­ge­teilt wird, wur­den Luft­schutz­stol­len ab dem Früh­jahr 1944 ge­baut. Nach den ers­ten Luft­an­grif­fen auf Bie­tig­heim im De­zem­ber 1944 und Ja­nu­ar 1945 di­en­ten sie auch ei­ni­gen Fa­mi­li­en als Not­un­ter­kunft, de­ren Häu­ser nicht mehr be­nutz­bar wa­ren.

Der Luft­schutz­stol­len Gais­hal­de ist der ein­zi­ge ehe­ma­li­ge Stol­len in Bie­tig­heim-Bis­sin­gen, der heu­te noch be­sich­tigt wer­den kann.

Fo­to: Hel­mut Pang­erl

Der Luft­schutz­stol­len Gais­hal­de.

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