Wie geht es wei­ter bei DLW?

In­sol­venz In Ei­gen­ver­wal­tung soll DLW Floo­ring ge­ret­tet wer­den. Die Sa­nie­rer sind op­ti­mis­tisch, aber Ga­ran­ti­en ge­ben sie nicht.

Bietigheimer Zeitung - - VORDERSEITE - Andre­as Lu­kesch

Bie­tig­heim-Bissingen. In Ei­gen­ver­wal­tung soll das Un­ter­neh­men DLW Floo­ring ge­ret­tet wer­den. Die Sa­nie­rer sind op­ti­mis­tisch, aber Ga­ran­ti­en ge­ben sie nicht.

Bie­tig­heim-Bissingen. Hän­ge­par­ti­en sind für die Mit­ar­bei­ter des Tra­di­ti­ons­un­ter­neh­mens DLW in Bie­tig­heim nichts Neu­es. Zu vie­le ha­ben sie schon hin­ter sich, jetzt er­le­ben sie ei­ne wei­te­re. Dem seit 2015 un­ter DLW Floo­ring fun­gie­ren­de Her­stel­ler von Bo­den­be­lä­gen ist mit­ten im Sa­nie­rungs­pro­zess das Geld aus­ge­gan­gen und das Ma­nag­ment muss­te beim Amts­ge­richt ein so­ge­nann­tes In­sol­venz­ver­fah­ren in Ei­gen­ver­wal­tung be­an­tra­gen (die BZ be­rich­te­te am Don­ners­tag ak­tu­ell).

Da­mit nutz­te DLW Floo­ring mit Stand­or­ten in Bie­tig­heim und Del­men­horst ein seit 2012 be­ste­hen­des Ge­setz, das zah­lungs­un­fä­hi­gen Un­ter­neh­men da­zu be­we­gen soll, mög­lichst früh­zei­tig ei­nen An­trag zu stel­len und es ih­nen gleich­zei­tig mit der am­tie­ren­den­den Ge­schäfts­füh­rung er­mög­licht, die Un­ter­neh­mens­sa­nie­rung fort­zu­set­zen – un­ter Bei­stel­lung ei­nes so­ge­nann­ten „vor­läu­fi­gen Sach­wal­ters“.

Für die 370 Mit­ar­bei­ter am Stand­ort Bie­tig­heim-Bissingen (730 be­schäf­tigt DLW Floo­ring ins­ge­samt) be­deu­tet das, dass ih­re Löh­ne und Ge­häl­ter – wie in ei­nem In­sol­venz­ver­fah­ren üb­lich – bis En­de des Jah­res von der Ar­beits­agen­tur über­nom­men wer­den. Wie es da­nach wei­ter­geht, ist un­klar. Die Ge­schäfts­füh­rung be­müh­te sich in ei­ner Pres­se­mit­tei­lung, Op­ti­mis­mus zu ver­brei­ten. Ei­ne Ga­ran­tie für die Si­che­rung der Ar­beits­plät­ze nach Aus­lauf der Drei-Mo­nats­frist woll­te Pres­se­spre­cher Hol­ger Vo­s­kuhl ge­gen­über der BZ nicht ge­ben.

Statt­des­sen ließ Ge­schäfts­füh­rer Hans-Nor­bert Topp ver­brei­ten: „Die Sa­nie­rung kommt sehr gut vor­an und liegt in ver­schie­de­nen Be­rei­chen so­gar über den Vor­ga­ben des Kon­zep­tes.“Und: DLW Floo­ring sei „auf je­den Fall“wei­ter­hin sa­nie­rungs­fä­hig. Da­für nut­ze man nun die Mög­lich­kei­ten des Ei­gen­ver­wal­tungs­ver­fah­rens. Per­sön­lich woll­te Topp am Don­ners­tag nicht mit der BZ spre­chen.

In­ter­es­sier­te In­ves­to­ren

Lie­ber wur­de schrift­lich auf be­reits er­folg­rei­che Maß­nah­men ver­wie­sen. „Wir sind ef­fi­zi­en­ter ge­wor­den und ha­ben Pro­duk­te und Kol­lek­tio­nen op­ti­miert. Auch die Neu-Aus­rich­tung des Ver­triebs wur­de ein­ge­lei­tet“, so Topp. Auch hät­ten sich be­reits „ers­te po­ten­zi­el­le In­ves­to­ren“ge­mel­det und ihr In­ter­es­se an ei­ner Über­nah­me des Her­stel­lers von Bo­den­be­lä­gen si­gna­li­siert.

Bei den Zah­lungs­schwie­rig­kei­ten spricht DLW Floo­ring von ei­nem „kurz­fris­tig auf­ge­tre­te­nen Li­qui­di­täts­eng­pass“, der nicht ha­be aus­ge­gli­chen wer­den kön­nen und so den An­trag auf ein Ei­gen­ver­wal­tungs­ver­fah­ren not­wen­dig ge­macht ha­be. Ers­te Kon­se­quenz aus dem Ver­fah­ren ist zu­nächst ei­ne per­so­nel­le Auf­sto­ckung im Ma­nage­ment, denn die DLW-Spit­ze kann in die­sem be­son­de­ren In­sol­venz­ver­fah­ren nicht ganz al­lein agie­ren. Von der auf Sa­nie­run­gen spe­zia­li­sier­ten So­zie­tät Wel­len­siek wur­den Se­bas­ti­an Ru­dow und Patric Nau­mann mit ins Boot ge­holt, um die Gläu­bi­ger­inter­es­sen zu ge­währ­leis­ten. Vom Amts­ge­richt zum Sach­wal­ter be­stellt wur­de der Stutt­gar­ter Rechts­an­walt Dr. Ti­bor Braun. DLW Floo­ring macht wei­ter, das Ver­fah­ren be­hin­de­re das ope­ra­ti­ve Ge­schäft nicht, wie es heißt. Das Si­gnal soll vor al­len die Kun­den be­ru­hi­gen, die sich auf ei­ne Fort­set­zung des Ge­schäfts­be­triebs oh­ne Ein­schrän­kun­gen ver­las­sen könn­ten: Das Un­ter­neh­men sei wei­ter­hin mit ge­wohn­ter Qua­li­tät am Markt tä­tig.

DLW Floo­ring ist auf je­den Fall wei­ter­hin sa­nie­rungs­fä­hig.

Hans-Nor­bert Topp

Ge­schäfts­füh­rer

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