Schwe­re Feh­ler im Fall Am­ri

At­ten­tat Der An­schlag auf den Weih­nachts­markt in der Bun­des­haupt­stadt wä­re wo­mög­lich zu ver­hin­dern ge­we­sen.

Bietigheimer Zeitung - - POLITIK -

Ber­lin. Die Fest­nah­me des is­la­mis­ti­schen At­ten­tä­ters Anis Am­ri vor sei­nem Ter­ror­an­schlag in Ber­lin schei­ter­te Son­der­er­mitt­ler Bru­no Jost zu­fol­ge mehr­fach an Feh­lern ver­schie­de­ner Po­li­zei­be­hör­den in Bund und Län­dern. Am­ri hat­te am 19. De­zem­ber 2016 bei sei­nem Ter­ror­an­schlag auf ei­nem Weih­nachts­markt zwölf Men­schen ge­tö­tet – ob­wohl er der Po­li­zei lan­ge als po­ten­zi­el­ler Is­la­mist und Dro­gen­händ­ler be­kannt ge­we­sen war.

Am­ri hät­te we­gen sei­nes Dro­gen­han­dels und ge­fälsch­ter Aus­wei­se mit ei­ner „re­el­len Chan­ce“ver­haf­tet und in U-Haft ge­sperrt wer­den kön­nen, stell­te Jost fest. Be­son­de­re Vor­wür­fe er­hob er ge­gen die Kri­po in Ber­lin. Sie hät­te Am­ri im Som­mer 2016 län­ger ob­ser­vie­ren müs­sen. Die Zu­sam­men­ar­beit der Dro­gen­fahn­der und der Ter­ro­ris­mus­ex­per­ten sei feh­ler­haft ge­we­sen.

Feh­ler sei­en aber auch in Ba­den-Würt­tem­berg ge­macht wor­den. Als Am­ri am 30. Ju­li 2016 in Fried­richs­ha­fen bei der ge­plan­ten Aus­rei­se in die Schweiz fest­ge­nom­men wur­de, wur­de nach Josts Wor­ten „fast al­les falsch ge­macht, was man falsch ma­chen kann“. Die Ver­neh­mung sei ober­fläch­lich und nicht an Am­ris Sta­tus als is­la­mis­ti­scher Ge­fähr­der ori­en­tiert ge­we­sen. Die Po­li­zei ha­be sein Han­dy nicht be­schlag­nahmt. Au­ßer­dem hät­te sich so­wohl die Kri­mi­nal­po­li­zei Ber­lin als auch die in NRW ein­schal­ten und Am­ri be­fra­gen müs­sen. „Es gab ei­ne rea­lis­ti­sche Chan­ce, ihn dort aus dem Ver­kehr zu zie­hen.“

Nach dem An­schlag wur­de schnell die Iden­ti­tät des Tä­ters be­kannt. Der Ber­li­ner Se­nat ver­lang­te vom LKA In­for­ma­tio­nen über Am­ri. In die­ser so­ge­nann­ten Füh­rungs­in­for­ma­ti­on vom 22. De­zem­ber 2016 wur­den von ei­nem der Au­to­ren die Fak­ten über das Aus­maß von Am­ris Dro­gen­han­del „ab­sicht­lich ver­schwie­gen“, wie Jost fest­hielt.

Ber­lins In­nen­se­na­tor Gei­sel sag­te, die Feh­ler vor dem An­schlag sei­en län­der­über­grei­fend und auch auf Bun­des­ebe­ne be­gan­gen wor­den. Da­her müs­se auch die Rol­le des Ter­ror­ab­wehr­zen­trums GTAZ und des Bun­des­kri­mi­nal­amts (BKA) hin­ter­fragt wer­den. dpa/neu

Fo­to: afp

Das Fo­to zeigt den Ber­li­ner At­ten­tä­ter Anis Am­ri.

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