Stutt­gart 21 als di­ckes Brett

Bietigheimer Zeitung - - SÜDWESTUMSCHAU -

von Stutt­gart 21 hal­ten, was man will. Aber mit Blick auf Pro­jekt-Kom­mu­ni­ka­ti­on hat das Bau­vor­ha­ben nach schwa­chem Start ja mitt­ler­wei­le groß nach­ge­legt. Bro­schü­ren, Füh­run­gen, Mul­ti­me­dia-Bling-Bling: Die PR-Ma­schi­ne dreht sich ak­tu­ell so un­ge­bremst wie Tun­nel­boh­rer Su­se durch den Fil­der­bo­den. Doch nun zei­gen aus­ge­rech­net Nord­lich­ter, wie man in Sa­chen Öf­fent­lich­keits­be­ar­bei­tung wirk­lich gro­ße Lö­cher bohrt.

Es geht um ein gro­ßes, lan­ges Loch: das un­ter dem Feh­marn­belt hin­weg. Ein 17,6 Ki­lo­me­ter lan­ger Stra­ßen- und Bahn­tun­nel un­ter der Ost­see soll künf­tig das deut­sche Feh­marn und das dä­ni­sche Lol­land ver­bin­den – ei­ne In­ge­nieurs­leis­tung, die je­ner in und um Stutt­gart in nichts nach­steht. Um das zu wür­di­gen, ha­ben die Bau­herrn nun ein Brett­spiel ver­öf­fent­licht – ein fie­ses Stück Pro­pa­gan­da, schäu­men die Geg­ner des Vor­ha­bens.

Nun be­rich­tet das „Flens­bur­ger Ta­ge­blatt“, dass Tun­nel­Kon­kur­rent und Fäh­ren-Be­trei­ber Scand­li­nes gar kla­gen will. Denn im Spiel, bei dem man schnell von Ham­burg nach Ko­pen­ha­gen kom­men soll, kriegt der Spie­ler ei­ne Zeit­stra­fe, wenn er auf dem Fähr­ha­fen zum Ste­hen kommt. Der schnells­te Weg führt – lo­go – durch den neu­en, schö­nen Tun­nel.

Die lie­ben Klei­nen spie­le­risch auf Pro­jekt-Kurs brin­gen – wä­re das nicht was für Stutt­gart? Die Ide­en lie­gen auf der Hand: Wie wä­re es mit „Ver­zö­ge­re dich nicht“oder „Ma­gis­tra­lo­po­ly“. Auch „Das ver­gips­te La­by­rinth“ver­spricht Spaß. Das dicks­te Brett wä­re aber de­fi­ni­tiv die­ser Klas­si­ker: „Die Um­sied­ler von der Bahn“.

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