Weller wir­belt auch Bad Nau­heim durch­ein­an­der

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Bie­tig­heim-Bis­sin­gen. Die Bie­tig­heim Stee­lers ge­win­nen ihr DEL-2-Heim­spiel ge­gen den EC Bad Nau­heim 4:1. Stür­mer Shawn Weller steu­ert zwei Tref­fer und ei­ne Vor­la­ge bei.

Eis­ho­ckey Der US-Ame­ri­ka­ner steu­ert zwei To­re zum 4:1-Heim­er­folg über die Hes­sen bei und wird als Spie­ler des Abends aus­ge­zeich­net. Von Jan Si­mecek

Mit Hal­lo­ween-Tri­kots im Ros­ti­ge-Ket­ten-De­sign und Rück­keh­rer Matt McK­night jag­ten die Bie­tig­heim Stee­lers dem EC Bad Nau­heim ei­nen or­dent­li­chen Schre­cken ein. Völ­lig ver­dient ge­wann das Team von Ke­vin Gau­det vor 2479 Zu­schau­ern mit 4:1 und bau­te da­mit sei­nen Vor­sprung an der Spit­ze der DEL 2 wie­der aus, denn Frank­furt un­ter­lag über­ra­schend deut­lich mit 1:5 in Dres­den.

Gau­det war am Frei­tag­abend trotz des ei­nen ver­lo­re­nen Punk­tes un­glaub­lich stolz auf die Leis­tung sei­nes Teams beim SC Ries­s­er­see ge­we­sen. Stolz konn­te er aber auch nach dem 4:1 ge­gen Bad Nau­heim sein. McK­night war zwar wie­der mit von der Par­tie, doch Shawn Weller trug nun den gol­de­nen Helm des Top­s­corers – und dem mach­te er gleich al­le Eh­re. Schon nach ex­akt ei­ner Mi­nu­te und elf Se­kun­den stand er beim blin­den Zu­spiel von Ty­ler McNee­ly wie­der gold­rich­tig und netz­te ein. Ein Auf­takt nach Maß ge­gen die bes­te De­fen­si­ve der Li­ga. Und Bie­tig­heim leg­te nach, mach­te or­dent­lich Druck. Die Hes­sen, die erst kürz­lich im Der­by den am­tie­ren­den Meis­ter Frank­furt ge­schla­gen hat­ten, ka­men kaum ein­mal ge­fähr­lich vor das Tor von Ilya Sha­ri­pov. Doch ein ein­zi­ges Mal ge­nüg­te ih­nen auch. Ein schnel­ler An­griff in der zehn­ten Mi­nu­te, die Stee­lers lie­fen et­was hin­ter­her und am En­de über­wand Ja­mes Li­vings­ton den Bie­tig­hei­mer Schluss­mann.

In ei­nem bä­ren­star­ken ers­ten Drit­tel lie­ßen sich die Stee­lers da­von je­doch nicht aus dem Kon­zept brin­gen. Knapp fünf Mi­nu­ten nach dem Aus­gleich schoss McK­night die Grün-Wei­ßen auch schon wie­der in Füh­rung. Von Ko­dy Schwarz auf die Rei­se ge­schickt, zog der bis­he­ri­ge Top­s­corer ein­fach mal aus dem rech­ten Bul­ly­kreis her­aus ab und über­wand da­mit Fe­lix Bick ein zwei­tes Mal. Und knapp zwei Mi­nu­ten vor dem En­de hät­te Schwarz, der we­gen der vie­len Ver­letz­ten im An­griff auf­lief, in ei­ner Bie­tig­hei­mer Drang­pha­se fast noch das 3:1 nach­ge­legt, doch in der ge­sam­ten EgeTrans-Are­na war ein sat­tes „Kling“vom Pfos­ten zu ver­neh­men.

Weller trifft im Po­wer­play

Das zwei­te Drit­tel be­gan­nen die Gäs­te in Über­zahl und nutz­ten dies für ei­ne or­dent­li­che Druck­pha­se – auch als Bie­tig­heim be­reits wie­der kom­plett war. Doch das Gau­det-Team konn­te sich nach und nach be­frei­en und hat­te dann sei­ner­seits nach knapp sechs Mi­nu­ten ei­ne Über­zahl­mög­lich­keit, als Bad Nau­heim ei­nen Spie­ler zu viel aufs Eis ge­schickt hat­te. Wie soll­te es an­ders sein, McNee­ly fand Gold­helm Weller, und es stand nach nur 14 Se­kun­den nu­me­ri­scher Über­le­gen­heit 3:1.

Nun lief die Par­tie end­gül­tig für die Gast­ge­ber. Vor al­lem En­de des zwei­ten Drit­tels hat­ten sie in Über­zahl bei­na­he im Se­kun­den­takt bes­te Mög­lich­kei­ten, das Er­geb­nis aus­zu­bau­en. Doch es blieb zu­nächst beim 3:1. Auch als Weller knapp sie­ben Mi­nu­ten vor dem En­de in Un­ter­zahl al­lein vor Bick auf­tauch­te, fiel noch nicht die Ent­schei­dung. Weller ver­such­te den Schluss­mann zu tun­neln, der brach­te recht­zei­tig die Scho­ner zu­sam­men. Drei Mi­nu­ten spä­ter war es dann aber so­weit. Dies­mal tauch­te Ben­ja­min Zi­en­tek ziem­lich un­be­drängt vor Bick auf und ließ dem Schluss­mann kei­ne Chan­ce. „Bei uns ha­ben zwar wich­ti­ge Leu­te ge­fehlt, Bie­tig­heim war heu­te aber ein­fach nur stark. Und gera­de hier, wo sie im­mer so viel Ver­let­zungs­pech ha­ben, dür­fen wir dann auch nicht jam­mern“, zoll­te Bad Nau­heims Trai­ner Pe­tri Ku­ja­la dem Geg­ner gro­ßen Re­spekt.

Gau­det konn­te sich dem nicht ver­schlie­ßen. „Ich bin ein­fach nur stolz, wie wir trotz der Aus­fäl­le in bei­den Spie­len am Wo­che­n­en­de 60 Mi­nu­ten lang ge­spielt ha­ben. Das ist wirk­lich nicht ein­fach in die­ser star­ken Li­ga“, sag­te der Stee­lers-Trai­ner.Be­dan­ken da­für durf­te er sich vor al­lem wie­der bei sei­ner Pa­ra­de­rei­he Weller, McNee­ly und Hau­ner. Aber auch Jus­tin Kel­ly zeig­te sich ge­gen­über den letz­ten Wo­chen stark ver­bes­sert. Zum bes­ten Spie­ler wur­de al­ler­dings Weller ge­wählt. Wie soll­te es bei zwei Tref­fern und ei­ner Vor­la­ge auch an­ders sein?

Fo­to: Jan Si­mecek

Der Mann mit dem gol­de­nen Helm in Ak­ti­on: Der zwei­fa­che Bie­tig­hei­mer Tor­schüt­ze Shawn Weller sto­chert nach der Schei­be. Bad Nau­heims Tor­hü­ter Fe­lix Bick (rechts) ver­sucht, die Si­tua­ti­on zu ent­schär­fen.

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