An­ti-Ter­ror-Er­folg in At­hen

Bietigheimer Zeitung - - Themen Des Tages / Politik -

Grie­chen­land Die Po­li­zei nimmt ei­nen mut­maß­li­chen Pa­ket­bom­ber fest, der auch Wolf­gang Schäu­b­le zum Ziel hat­te.

Den grie­chi­schen An­ti-Ter­ror-Fahn­dern ist of­fen­bar ein gro­ßer Fisch ins Netz ge­gan­gen: Sie ha­ben am Sams­tag in At­hen ei­nen 29-Jäh­ri­gen fest­ge­nom­men, der im Früh­jahr Brief­bom­ben an den frü­he­ren Pre­mier­mi­nis­ter Lu­cas Pa­pa­de­mos und den da­ma­li­gen deut­schen Fi­nanz­mi­nis­ter Wolf­gang Schäu­b­le (CDU) ge­schickt ha­ben soll.

Der Brief, auf­ge­ge­ben im März die­ses Jah­res in ei­nem Post­amt in At­hen und adres­siert an den Bun­des­fi­nanz­mi­nis­ter, soll­te tö­ten. Doch der mit Spreng­stoff ge­füll­te Um­schlag er­reich­te sei­nen Emp­fän­ger nicht. In der Post­stel­le des Fi­nanz­mi­nis­te­ri­ums wur­de die ex­plo­si­ve Sen­dung bei der Si­cher­heits­kon­trol­le ent­deckt und un­schäd­lich ge­macht.

We­ni­ger Glück hat­te zwei Mo­na­te spä­ter der frü­he­re grie­chi­sche Zen­tral­bank­chef und Pre­mier­mi­nis­ter Lu­cas Pa­pa­de­mos: Er öff­ne­te auf der Heim­fahrt vom Bü­ro im Fond sei­nes Wa­gens ei­nen Um­schlag, der Spreng­stoff ent­hielt. Pa­pa­de­mos wur­de er­heb­lich ver­letzt und muss­te ei­nen Mo­nat lang im Kran­ken­haus be­han­delt wer­den.

Ab­sen­der der Brief­bom­ben soll der 29-jäh­ri­ge Kon­stan­ti­nos G. ge­we­sen sein. Nach wo­chen­lan­ger Ob­ser­va­ti­on grif­fen die grie­chi­schen Ter­ror­fahn­der jetzt zu, als der Ver­däch­ti­ge ein Miets­haus am Athe­ner At­ti­ka-Platz ver­ließ. Er hat­te drei Rei­se­ta­schen und ei­nen Müll­sack bei sich.

Ver­bin­dung zu Links­ex­tre­mis­ten

Da­rin fan­den die Be­am­ten zwei Pis­to­len und 300 Schuss Mu­ni­ti­on, neun ge­fälsch­te Per­so­nal­aus­wei­se, Spreng­stoff, ei­nen Zeit­zün­der und an­de­res Ma­te­ri­al zum Bom­ben­bau. Of­fen­bar woll­te der Mann ei­ne kon­spi­ra­ti­ve Woh­nung räu­men, die er un­ter fal­schen Na­men in dem Haus an­ge­mie­tet hat­te. In der Woh­nung wur­den ein Lap­top-Com­pu­ter und wei­te­re In­di­zi­en si­cher­ge­stellt, dar­un­ter meh­re­re Adres­sen­auf­kle­ber. Sie deu­ten dar­auf hin, dass der 29-Jäh­ri­ge die Brief­bom­ben an Schäu­b­le und Pa­pa­de­mos so­wie wei­te­re Spreng­stoffsen­dun­gen ver­schickt hat. Dar­un­ter war ein Um­schlag an den In­ter­na­tio­na­len Wäh­rungs­fonds in Pa­ris, bei des­sen Öff­nung ei­ne Se­kre­tä­rin ver­letzt wur­de. Die Fahn­der wa­ren dem mut­maß­li­chen Tä­ter mit Auf­nah­men von Si­cher­heits­ka­me­ras auf die Spur ge­kom­men, die ihn bei der Auf­ga­be der Brie­fe in ver­schie­de­nen Po­st­äm­tern zeig­ten.

Kon­stan­ti­nos G. ist für die Po­li­zei kein Un­be­kann­ter. Er hat Ver­bin­dun­gen zu links­ex­tre­men Ter­ror­grup­pen, dar­un­ter zur Or­ga­ni­sa­ti­on „Ver­schwö­rung der Feu­er­zel­len“, die sich sei­ner­zeit zur Ab­sen­dung der Brief­bom­ben be­kann­te. Mit Hil­fe des ge­fun­de­nen Ma­te­ri­als hof­fen die Fahn­der jetzt wei­te­re Kom­pli­zen iden­ti­fi­zie­ren und fest­neh­men zu kön­nen.

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