Wil­hel­ma wehrt sich ge­gen Vor­wür­fe

Bietigheimer Zeitung - - Stuttgart - Von Chris­ti­ne Bil­ger

An­geb­li­che Tier­quä­le­rei – Zoo wi­der­spricht Pe­ta-Vor­wür­fen

STUTT­GART. Knapp ei­ne Wo­che nach dem Ein­gang ei­ner Straf­an­zei­ge der Tier­rechts­or­ga­ni­sa­ti­on Pe­ta ge­gen 20 Zoos in Deutsch­land, in der Ver­stüm­me­lun­gen von Vö­geln an­ge­pran­gert wer­den, ver­öf­fent­licht die Wil­hel­ma nun ei­ne ers­te Stel­lung­nah­me. „Wir ken­nen die ge­nau­en Vor­wür­fe in der An­zei­ge nicht“, sagt ein Spre­cher des zoo­lo­gisch­bo­ta­ni­schen Gar­tens. So­lan­ge kön­ne man auch nicht im Ein­zel­nen auf die Vor­wür­fe ein­ge­hen. „Wir wis­sen nur, dass wir das Tier­schutz­ge­setz ein­hal­ten“, fügt er hin­zu. Das Amt für öf­fent­li­che Ord­nung der Stadt Stutt­gart be­stä­tigt dies: „Un­se­re Ve­te­ri­nä­re ha­ben kei­ne Ver­stö­ße fest­ge­stellt“, sagt ein Pres­se­spre­cher der Ver­wal­tung.

Pe­ta wirf 20 Tier­parks vor, sie wür­den die Flü­gel gro­ßer Vo­gel­ar­ten wie Fla­min­gos und Pe­li­ka­ne ver­stüm­meln, da­mit die­se nicht weg­flie­gen kön­nen. Die Wil­hel­ma ver­tei­digt sich zu­sam­men mit den wei­te­ren von der An­zei­ge be­trof­fe­nen Zoos in ei­ner Stel­lung­nah­me des Ver­bands der Zoo­lo­gi­schen Gär­ten (VDZ).

Man se­he den An­zei­gen der Tier­rechts­or­ga­ni­sa­ti­on ru­hig ent­ge­gen. „Für uns ist klar, dass un­se­re Mit­glie­der die Be­stim­mun­gen des Tier­schutz­ge­set­zes ge­wis­sen­haft ein­hal­ten – nicht zu­letzt, weil ne­ben der Be­treu­ung durch un­se­re Ve­te­ri­nä­re auch die um­fas­sen­de Kon­trol­le der Be­hör­den ge­ge­ben ist“, sag­te VDZ­Ge­schäfts­füh­rer Vol­ker Ho­mes. „Da­her wi­der­spre­chen wir den Vor­wür­fen von Pe­ta.“

Der Ver­bands­ge­schäfts­füh­rer kri­ti­siert die Tier­rechts­or­ga­ni­sa­ti­on: „Pe­ta ist im­mer schnell mit An­zei­gen und Ak­tio­nen. Aber die Nie­der­la­gen vor Ge­richt in der Ver­gan­gen­heit – auch in zahl­rei­chen Ver­fah­ren, die Zoos be­tref­fen – ha­ben ge­zeigt, dass es sich da­bei oft ge­nug um un­be­grün­de­ten Ak­tio­nis­mus han­delt“, sagt Ho­mes. Die Staats­an­walt­schaft Stutt­gart be­stä­tigt den Ein­gang der An­zei­ge in der Lan­des­haupt­stadt.

Die Wil­hel­ma ha­be bis­her le­dig­lich ei­ne Pres­se­mit­tei­lung in der Sa­che er­hal­ten, wie sie auch an die Me­di­en ging. Aber man ken­ne nicht den ge­nau­en Wort­laut der An­zei­ge. „Da wird man prü­fen müs­sen, ob pau­schal ge­gen al­le Zoos der glei­che Vor­wurf er­ho­ben wird oder ob die kon­kret auf un­se­re Tie­re ein­ge­hen“, sag­te der Zoo­spre­cher. Die Aus­le­gung des Tier­schutz­ge­set­zes sei Län­der­sa­che. Ba­den­Würt­tem­berg lässt zum Bei­spiel das Stut­zen der gro­ßen Flü­gel­fe­dern zu. Die­se wach­sen nach, dann muss das Stut­zen wie­der­holt wer­den. Ver­bo­ten sind Ein­grif­fe, bei de­nen dau­er­haft ein Teil der Flü­gel­kno­chen ent­fernt oder ver­stüm­melt wird.

Im Vi­sier von Tier­schüt­zern: Fla­min­goHal­tung in Zoos Fo­to: Wil­hel­ma

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