Schon die ers­ten An­zei­chen be­ach­ten

Bietigheimer Zeitung - - Bietigheim-bissingen - Su­san­ne Yvet­te Wal­ter

Be­ra­tung Beim Welt­dia­be­tes­tag in­for­mier­ten Selbst­hil­fe­grup­pen und Dia­be­tes­be­ra­te­rin­nen im Kran­ken­haus.

Wie ein Angst­ge­spenst geis­tert der Be­griff Dia­be­tes durch die Ge­sell­schaft: Zwei Mil­lio­nen Bun­des­bür­ger sol­len, laut Stu­die, oh­ne es zu wis­sen von der Zu­cker­krank­heit be­trof­fen sein, von der es drei Va­ri­an­ten gibt. Um Licht ins Dun­kel zu brin­gen, wur­de im Jahr 1991 am 14. No­vem­ber der Welt­dia­be­tes­tag ein­ge­führt. Im Bie­tig­hei­mer Kran­ken­haus gab es des­halb an die­sem Di­ens­tag am Dia­be­tis-Stand In­fos aus ers­ter Hand und Ge­le­gen­heit zu ei­nem Dia­be­tes-Check.

Der Welt­dia­be­tes­tag wur­de von der In­ter­na­tio­nal Dia­be­tes Fe­de­ra­ti­on, IDF, aus­ge­ru­fen, um drän­gen­de Fra­gen ins Be­wusst­sein zu rü­cken: Was sind An­zei­chen ei­ner be­gin­nen­den Dia­be­tes? Wie kann man ei­ner Dia­be­tes vor­beu­gen? Gibt es Zah­len, wie vie­le Men­schen be­trof­fen sind? Wel­che Ein­schrän­kun­gen ha­ben Per­so­nen, die bei­spiels­wei­se an Al­ters­dia­be­tes lei­den?

Im Bie­tig­hei­mer Kran­ken­haus stan­den gleich drei Fach­kräf­te zur Be­ra­tung zur Ver­fü­gung. Die Dia­be­ti­ker-Selbst­hil­fe­grup­pe aus Mar­bach tes­te­te mit ei­nem klei­nen Pick­ser in die Fin­ger­kup­pe, ob Dia­be­tes vor­liegt. „Wir sind als Dia­be­tes­kli­nik von der Deut­schen Dia­be­ti­ker-Ge­sell­schaft zer­ti­fi­ziert“, be­ton­te Dia­be­tes­be- ra­te­rin Eve­lyn Un­ver­zagt. Sie und ih­re Kol­le­gin­nen such­ten das Ge- spräch mit neu­gie­ri­gen Men­schen am Stand. Ev­lyn Un­ver­zagt, Ute Al­brecht und Ka­ri­na Hil­len­brand ha­ben al­le drei ei­ne ein­jäh­ri­ge Zu­satz­aus­bil­dung ge­macht, die sie als Kran­ken­schwes­tern oder Di­ät-As­sis­ten­tin­nen da­zu be­fä­higt, über das The­ma um­fas­send zu spre­chen.

„Zu den ers­ten An­zei­chen ge­hö­ren ver­stärk­tes Was­ser­las­sen, Mü­dig­keit und Er­schöp­fung und feh­len­de Ener­gie. Bei Dia­be­tes Typ eins kann so­gar ein Ge­wichts­ver­lust ein deut­li­ches In­diz für Dia­be­tes sein“, er­klärt Ute Al­brecht. Ri­si­ko­fak­to­ren gibt es ei­ni­ge: „Die Ver­er­bung und die Er­näh­rung spie­len bei Dia­be­tes ei­ne gro­ße Rol­le. Rau­cher sind stär­ker ge­fähr­det als Nicht­rau­cher,“er­läu­ter­te Dia­be­tes­be­ra­te­rin Ka­ri­na Hil­len­brand. Ist die Fa­mi­lie von Dia­be­tes be­trof­fen, hat der Ein­zel­ne ein Ri­si­ko zwi­schen 50 und 80 Pro­zent, selbst zu er­kran­ken. Men­schen mit Blut­hoch­druck sind wohl be­son­ders ge­fähr­det.

Des­halb über­lie­ßen die Be­ra­te­rin­nen nichts dem Zu­fall. Zu­erst füll­ten in­ter­es­sier­te Bür­ger ei­nen Fra­ge­bo­gen aus, mit dem Ver­er­bung und die Le­bens­wei­se über­prüft wer­den, dann ging es ans Ein­ge­mach­te mit dem ent­schei­den­den Pick­ser. „Frü­her sprach man ja von Al­ters­dia­be­tes, doch die gibt es so heu­te gar nicht mehr, weil es schon öf­ter vor­kam, dass selbst jun­ge Men­schen an Typ zwei er­kran­ken“, klär­te Ute Al­brecht auf. Be­we­gungs­man­gel führt sie als Ur­sa­che Num­mer eins für Dia­be­tes bei jün­ge­ren Men­schen an.

Im Fal­le ei­ner po­si­ti­ven Dia­be­tes­dia­gno­se muss der Pa­ti­ent nicht ver­zwei­feln, ist die po­si­ti­ve Nach­richt. „Wir zei­gen Pa­ti­en­ten gern, wie sie sich selbst sprit­zen kön­nen und wel­che Art der Er­näh­rung für sie op­ti­mal ist. Da darf man ru­hig mal ei­nen Ap­fel essen und so­gar ein Stück Scho­ko­la­de. Ent­schei­dend ist, dass man Koh­len­hy­dra­te in Nu­deln, Kar­tof­feln und Reis nur in Ma­ßen zu sich nimmt“, emp­fahl Ka­ri­na Hil­len­brand. Und na­tür­lich soll­ten Pa­ti­en­ten Zu­cker mei­den.

Fo­to: Mar­tin Kalb

Dr. Firuz Sa­dr gab im Bie­tig­hei­mer Kran­ken­haus In­for­ma­tio­nen über Dia­be­tes.

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