„Un­teil­bar“-De­mo spal­tet

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Lin­ke Sah­ra Wa­genk­necht sieht Pro­test­ak­ti­on ge­gen Rechts­ruck kri­tisch und ern­tet da­für Un­ver­ständ­nis in ih­rer Par­tei.

Am Di­ens­tag saß Sah­ra Wa­genk­necht in Ber­lin auf ei­ner Büh­ne und dis­ku­tier­te. Die Ex-Che­fin der Lin­ken, Ge­si­ne Lötzsch, frag­te nach der von Wa­genk­necht mit­ge­grün­de­ten Samm­lungs­be­we­gung „Auf­ste­hen“– und ob denn die Be­we­gung bei der De­mons­tra­ti­on „Un­teil­bar“am Sonn­abend teil­neh­men wür­de. Dar­auf die lin­ke Bun­des­tags­frak­ti­ons­che­fin: „Wir sind for­mal nicht da­bei.“Sie füg­te aber hin­zu, es wer­de „si­cher­lich Leu­te von uns ge­ben, die da hin­ge­hen. Ich hal­te es für ab­so­lut rich­tig, wenn vie­le Leu­te ge­gen Ras­sis­mus und Rechts­ent­wick­lung auf die Stra­ße ge­hen.“

Doch dann kri­ti­sier­te die 49-Jäh­ri­ge den Text des De­mo-Auf­ru­fes, we­gen der „Ten­denz“, nach der „of­fe­ne Gren­zen für al­le, schon wie­der als die be­stim­men­de Po­si­ti­on dar­ge­stellt wird“. Wa­genk­necht sieht des­halb je­ne aus­ge­grenzt, die kei­ne Ras­sis­ten sind und trotz­dem un­be­grenz­te Mi­gra­ti­on ab­leh­nen. Da­bei geht Wa­genk­nechts Kri­tik, was den Auf­ruf­text be­trifft, ins Lee­re. Von „of­fe­nen Gren­zen für al­le“ist nicht die Re­de. Viel­mehr heißt es dort: „Wir las­sen nicht zu, dass So­zi­al­staat, Flucht und Mi­gra­ti­on ge­gen­ein­an­der aus­ge­spielt wer­den.“

Dass Wa­genk­necht nicht zu ei­ner De­mo will, zu der die Link­s­par­tei und die Frak­ti­on auf­ru­fen, er­regt et­li­che Ge­nos­sen. Udo Wolf, Frak­ti­ons­chef der Lin­ken im Ber­li­ner Ab­ge­ord­ne­ten­haus, fin­det es „völ­lig ir­re­al, was sich Links­frak­ti­on und die Par­tei bie­ten las­sen“. Und Ste­fan Lie­bich, au­ßen­po­li­ti­scher Spre­cher der Bun­des­tags­frak­ti­on, meint, Wa­genk­necht ha­be „ei­ne Gren­ze über­schrit­ten“. Auf Twit­ter legt Lie­bich nach: „Wenn man als wich­ti­ge Po­li­ti­ke­rin ne­ben der ei­ge­nen Par­tei auch ei­ner Or­ga­ni­sa­ti­on an­ge­hört, die teil­wei­se an­de­re Zie­le ver­folgt, muss man sich im Kon­flikt­fall eben ent­schei­den, wo man hin­ge­hört.“Ko-Frak­ti­ons­chef Diet­mar Bartsch geht auf Dis­tanz: Er ha­be ih­re Po­si­tio­nie­rung „mit Ver­wun­de­rung“zur Kennt­nis ge­nom­men, sag­te Bartsch der „Frank­fur­ter All­ge­mei­nen Zei­tung“.

Aber auch bei „Auf­ste­hen“herrscht Un­ei­nig­keit. Wa­genk­nechts Mit­strei­ter Fa­bio De Ma­si wirbt auf der Face­book­sei­te der Be­we­gung of­fen für die De­mo. „Ich bin am Sams­tag bei ‚un­teil­bar‘ auf der Stra­ße“, sagt er in ei­ner Vi­deo­bot­schaft. Ein Kom­men­ta­tor schreibt auf der Face­book-Sei­te: „Die­se Spal­te­rei macht die Lin­ken so kraft- und saft­los. Wann ka­piert ihr das mal?“

In der Kri­tik: Lin­ken-Frak­ti­ons­che­fin Sah­ra Wa­genk­necht.

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