Schie­ße­rei in Asperg wird nicht be­straft

Bietigheimer Zeitung - - Kreis Ludwigsburg -

Ge­richt Das Ver­fah­ren zur Schie­ße­rei vor der Shis­haBar wird ein­ge­stellt, da der An­ge­klag­te an­der­wei­tig här­ter be­straft wird.

Mit ei­ner Ein­stel­lung we­gen Un­er­heb­lich­keit en­de­te der Fall zu Schie­ße­rei in Asperg ges­tern vor der Schwur­ge­richts­kam­mer des Stutt­gar­ter Land­ge­richts. Un­ge­sühnt bleibt die Schie­ße­rei vom 25. Fe­bru­ar 2017 in der Bahn­hof­stra­ße, bei der die Glas­schei­be der Ein­gangs­tü­re des Lo­kals zer­split­ter­te, aber nie­mand ver­letzt wur­de. Un­ge­sühnt auch ein wei­te­rer Schuss vom 31. Fe­bru­ar auf das Fahr­zeug des Shi­sha-Bar-Be­sit­zers in Lud­wigs­burg-Eg­los­heim, bei dem der Bei­fah­rer leicht ver­letzt wur­de. Seit dem 7. Au­gust stritt der 24-Jäh­ri­ge vor Ge­richt den An­schlag ab und nann­te so­gar den Na­men des wirk­li­chen Schüt­zen. Den Schuss in Lud­wigs­burg gab er zu. Vom ver­such­ten Tot­schlag rück­te so­mit ges­tern das Schwur­ge­richt in ei­ner Er­klä­rung ab und wer­te­te die Fäl­le nur noch als ver­such­te ge­fähr­li­che Kör­per­ver­let­zung und Be­sitz ei­ner halb­au­to­ma­ti­schen Waf­fe. Die Fol­ge ei­ner seit Jah­ren dau­ern­den Ge­walt-Aus­ein­an­der­set­zung zwi­schen den ver­fein­de­ten Os­ma­nen Ger­ma­nia BC und der kur­di­schen Bahoz-Sze­ne, bei der der An­ge­klag­te die­se Ta­ten als Ra­che für ei­ne Prü­ge­lei An­fang Ja­nu­ar ver­übt ha­be.

Sitzt be­reits im Ge­fäng­nis

Doch der 24-Jäh­ri­ge sitzt be­reits ei­ne Stra­fe von knapp sechs Jah­ren we­gen Ver­ab­re­dung zum Mord, ver­hängt vom Land­ge­richt He­chin­gen, ab. Au­ßer­dem hat ihn das Amts­ge­richt Lud­wigs­burg im April und noch­mals im Ju­li die­ses Jah­res we­gen an­de­rer Straf­ta­ten zu wei­te­ren Haft­stra­fen ver­ur­teilt. Stra­fen, die man hät­te in ei­ne „Ge­samt­stra­fe“ein­bin­den müs­sen. Da sich dies aber nicht lohnt, weil es am En­de in der Straf­zu­mes­sung nicht mehr be­son­ders ins Ge­wicht ge­fal­len wä­re, kam der Vor­schlag vom Staats­an­walt, aus Grün­den der Un­er­heb­lich­keit die Schie­ße­rei­en von Asperg und Lud­wigs­burg vor­läu­fig ein­zu­stel­len, was nicht ei­nem Frei­spruch gleich kommt. Die Rich­ter der Schwur­ge­richts­kam­mer in Stutt­gart be­grüß­ten den Vor­schlag. Die Vor­sit­zen­de Rich­te­rin fand deut­li­che Wor­te in Rich­tung An­kla­ge­bank: „In den Krei­sen, wo Sie sich be­we­gen, wer­den Sie über kurz oder lang ei­ne Bauch­lan­dung hin­le­gen.“Grund ist, dass der An­ge­klag­te ge­gen sein Mord­ver­ab­re­dungs-Ur­teil Re­vi­si­on ein­ge­legt hat und die­se nicht zu­rück­nimmt. Die Ein­stel­lung des Pro­zes­ses sei al­ler­dings nicht end­gül­tig, kor­ri­gier­te ei­ner der Rich­ter den Be­schluss. Man kön­ne je­der­zeit das Ver­fah­ren neu auf­rol­len. Vor al­lem auch, weil vor ei­ner an­de­ren Stutt­gar­ter Straf­kam­mer ge­ra­de der Pro­zess ge­gen sei­nen da­ma­li­gen Kom­pli­zen läuft, der mut­maß­lich da­bei ge­we­sen sei, als die Schüs­se in Eg­los­heim auf das Fahr­zeug des Shi­sha-Wirts an­ge­ge­ben wur­den.

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