Den An­woh­nern der Wo­bach­stra­ße stinkt’s ge­wal­tig

Bietigheimer Zeitung - - Bietigheim-bissingen -

Dia­log Beim Bis­sin­ger Bür­ger­ge­spräch am Don­ners­tag­abend ging es un­ter an­de­rem um den stren­gen Ge­ruch aus den Ka­nal­de­ckeln.

„In der Wo­bach­stra­ße stinkt’s“, sag­te Ul­la Stroh. Sie ist An­woh­ne­rin und war beim Bür­ger­ge­spräch mit Ober­bür­ger­meis­ter Jür­gen Kes­sing am Don­ners­tag­abend in der Bis­sin­ger Rom­mel­müh­le. Stroh war nur ei­ne von we­ni­gen An­woh­ner, die die Ge­le­gen­heit nutz­ten, mit der Stadt­ver­wal­tung über ih­re An­lie­gen zu spre­chen. Doch für die Bis­sin­ge­rin hat es sich ge­lohnt.

„Aus den Ka­nal­de­ckeln stinkt es nach Kloa­ke“, sag­te sie und er­klär­te, dass es für die Stadt kein gu­tes Bild nach au­ßen tra­ge. Denn vie­le Orts­frem­de gin­gen die Wo­bach­stra­ße ent­lang der Enz in die Stadt und hät­ten die­sen Ge­ruch in der Na­se. Da­bei wer­de das Re­gen­rück­hal­te­be­cken häu­fig als Klär­an­la­ge miss­in­ter­pre­tiert, sagt Ul­la Stroh. „Ich den­ke, dass es die He­be­an­la­ge ist“, füg­te sie als Ur­sa­che für den Gestank hin­zu. Die He­be- oder auch Pumpan­la­ge pumpt den Dreck aus dem Be­cken und fügt ihn der Ka­na­li­sa­ti­on zu. „Die Fens­ter in der Woh­nung müs­sen zu blei­ben, sonst riecht al­les da­nach“, er­klär­te die Bis­sin­ge­rin.

Claus-Dieter Jais­le, Lei­ter des Hoch- und Tief­bau­amts der Stadt, er­klär­te: „Die­ses Phä­no­men ha­ben wir in vie­len Stadt­ge­bie­ten. Das hängt da­mit zu­sam­men, dass es we­nig ge­reg­net hat.“Da­durch wer­de die Ka­na­li­sa­ti­on nicht gut durch­ge­spült und Ge­rü­che ent­ste­hen. „Die Lei­tun­gen müs­sen mal durch­ge­spült wer­den“, sag­te Jais­le und be­ton­te, dass er mit den Stadt­wer­ken spre­chen wer­de. Wie Stadt­spre­che­rin Anet­te Hoch­muth am Frei­tag der BZ ge­gen­über er­klär­te, ist dies be­reits ge­sche­hen: „So­wohl am Pump­werk als auch an al­len Ka­nal­de­ckeln wer­den Koh­le­fil­ter an­ge­bracht.“Die sol­len künf­tig un­an­ge­neh­me Ge­rü­che ver­hin­dern.

Sau­bach macht Saue­rei

Wäh­rend es teils ein sehr tro­cke­ner Som­mer war, gab es ein­zel­ne Ta­ge mit Stark­re­gen, der eben­falls für Pro­ble­me sorg­te. Das zu­min­dest be­rich­te­te ein An­woh­ner des Ge­biets Schleif­müh­le und dem dor­ti­gen Sau­bach. Der Sau­bach ent­springt na­he Tamm und mün­det in Bis­sin­gen in die Enz. „Wie der in den letz­ten Jah­ren an­ge­stie­gen ist“, sag­te der An­woh­ner und er­gänz­te: Der Sau­bach sei ein Bach, der schnell an­steigt. „Auf ei­nen Schlag kommt die Wel­le“und set­ze un­ter an­de­rem sei­ne Ga­ra­ge un­ter Was­ser.

Der Sau­bach fließt teils of­fen, teils ver­dolt. Bei Stark­re­gen tref­fen die Was­ser­mas­sen auf die ver­dol­ten Ab­schnit­te, es ent­steht ein Rück­stau und der Bach sucht sich Aus­weich­mög­lich­kei­ten. Doch die ver­dol­ten Ab­schnit­te zu ver­brei­tern, wie es der An­woh­ner vor­schlägt, sei kei­ne Lö­sung, ver­si­cher­te in­des Claus-Dieter Jais­le. „Das ist über­wie­gend Was­ser aus Tamm“, er­klär­te er. Auf Ge­mar­kung Tamm gibt es ge­gen­über der Kreis­stra­ße das Re­gen­rück­hal­te­be­cken „Schrei­be­rin“, doch das kön­ne nur nor­ma­len Re­gen ab­fan­gen, so der Hoch- und Tief­bau­amts­lei­ter. Stark­re­gen wie bei­spiels­wei­se am 4. Ju­li die­ses Jah­res schaf­fe das Be­cken nicht. Zu­dem be­ste­he die Mög­lich­keit, dass viel Was­ser vom frei­en Feld in den Sau­bach flie­ße. Jais­le er­klär­te, dass ge­mein­sam mit Tamm ei­ne Lö­sung ge­fun­den wer­den muss.

Kein Bür­ger­ge­spräch oh­ne das The­ma Ver­kehr. Gun­ther Zim­mer­mann brach­te es auf mit sei­ner Fra­ge, wel­che Ge­dan­ken sich die Stadt zur För­de­rung des öf­fent­li­chen Per­so­nen­nah­ver­kehrs ma­che. „Lud­wigs­burg geht da ei­nen gro­ßen Schritt“, sag­te Zim­mer­mann im Be­zug auf das ver­güns­tig­te Stadt­ti­cket. Er er­klär­te, dass es ihn mit dem Bus fünf Eu­ro bis zur Stadt­mit­te kos­te. „Das zahlt kei­ner, der zu Hau­se ein Au­to hat.“Durch at­trak­ti­ve Preis­bil­dung sol­le die Stadt die Men­schen da­zu brin­gen, den Bus häu­fi­ger zu neh­men. „Wir wol­len erst ab­war­ten, was es in Lud­wigs­burg bringt“, ent­geg­ne­te Ober­bür­ger­meis­ter Jür­gen Kes­sing. Denn noch scheint das güns­ti­ge Ti­cket kei­ne neu­en Fahr­gäs­te zu ge­ne­rie­ren, doch kos­te es die Stadt ei­nen sie­ben­stel­li­gen Be­trag. Zu­sätz­lich wies er auf den ge­ra­de ent­ste­hen­den Ver­kehrs­ent­wick­lungs­plan hin. Da­zu gibt es am 1. De­zem­ber ei­nen ers­ten öf­fent­li­chen Work­shop.

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