Kampf ge­gen die Vi­ren

Bietigheimer Zeitung - - Kreis Ludwigsburg -

Kreis Im ver­gan­ge­nen Win­ter gab es im Land­kreis 2246 Grip­pe-Fäl­le. In­zwi­schen zah­len die ge­setz­li­chen Kran­ken­kas­sen auch den Vier­fach-Impf­stoff. Von Gün­ther Jung­nickl Vor al­lem Se­nio­ren ab dem 60. Le­bens­jahr und Pfle­ge­per­so­nal soll­ten sich imp­fen las­sen.

Nach dem De­sas­ter des ver­gan­ge­nen Win­ters mit bun­des­weit 1095 Grip­pe­to­ten zah­len die ge­setz­li­chen Kran­ken­kas­sen in­zwi­schen statt des Drei­fach- jetzt auch den Vier­fach-Impf­stoff. Denn im Win­ter 2017/18 gras­sier­te ei­ne Grip­pe­wel­le oh­ne­glei­chen in Deutsch­land. Al­lein 313 933 In­flu­en­za-In­fek­tio­nen wur­den dem Ro­bert-Koch-In­sti­tut (RKI) da­mals ge­mel­det. Da­von al­lein 2246 Fäl­le im Kreis Lud­wigs­burg.

Schuld dar­an wa­ren vor al­lem die in der Re­gel nur al­le zehn Jah-

Dr. Tho­mas Schö­nau­er ren auf­tau­chen­den Grip­pe­vi­ren des Typ B, ge­gen die die da­mals üb­li­chen Drei­fach-Imp­fun­gen kaum et­was ent­ge­gen­set­zen konn­ten. In den Jah­ren da­vor fie­len le­dig­lich elf (2014) bis ma­xi­mal 254 Men­schen (2010) dem Grip­pe­vi­rus Typ A zum Op­fer. Des­halb rät der Lei­ter des Kreis­ge­sund­heits­amts am Land­rats­amt Lud­wigs­burg, Dr. Tho­mas Schö­nau­er, im No­vem­ber zu den op­ti­ma­len Grip­pe­schutz­imp­fun­gen. „Vor al­lem Se­nio­ren ab dem 60. Le­bens­jahr und das Pfle­ge­per­so­nal in Kran­ken­häu­sern oder Al­ten­hei­men soll­ten sich imp­fen las­sen“, rät er.

Impf­ra­te von 35 Pro­zent

Denn nach sei­ner Er­fah­rung las­sen sich Se­nio­ren nur zu 35 Pro­zent schutz­imp­fen „und das me­di­zi­ni­sche Fach­per­so­nal noch we­ni­ger“. Ge­ra­de das Pfle­ge­per­so­nal sei da­zu auf­ge­ru­fen, „nicht weil sie sich selbst schüt­zen soll­ten, son­dern weil sie an­de­re an­ste­cken kön­nen“, sagt Schö­nau­er. Auch Schwan­ge­re ab dem vier­ten Mo­nat, chro­nisch Kran­ke mit Dia­be­tes, Asth­ma oder Herz-Kreis­lauf-Er­kran­kun­gen soll­ten sich vor­beu­gend imp­fen las­sen.

Die „Stif­tung Wa­ren­test“al­ler­dings emp­fiehlt, vor al­lem Kin­der und Ju­gend­li­che recht­zei­tig imp­fen zu las­sen. Denn auf­grund ih­rer aus­ge­präg­ten Im­mun­ant­wort sei­en sie da­durch be­son­ders gut ge­schützt. Au­ßer­dem ver­brei­te­ten sie die Vi­ren über ih­re zahl­rei­chen, en­gen So­zi­al­kon­tak­te wie et­wa Kin­der­gar­ten, Schu­le, Ver­ei­ne oder Dis­co be­son­ders stark. Ih­re Imp­fung schüt­ze auch Un­ge­impf­te und Ri­si­ko­grup­pen. Im Üb­ri­gen rei­che für Zwei- bis Sieb­zehn­jäh­ri­ge auch ein da­für zu­ge­las­se­nes Na­sen­spray.

Wenn man sich be­reits an­ge­steckt hat, soll­te man auf al­le Fäl­le den Haus­arzt auf­su­chen. Denn so ei­ne Grip­pe dau­ert in der Re­gel ein bis zwei Wo­chen. Die Vi­ren wer­den meist durch Hän­de­schüt­teln, häu­fig auch durch un­ge­schütz­tes Nie­sen oder Hus­ten ver­brei­tet.

Häu­fi­ges Hän­de­wa­schen

Des­halb soll­te man sich in den kal­ten Mo­na­ten bis hin­ein in den Mai nächs­ten Jah­res be­son­ders oft und häu­fig die Hän­de wa­schen. Vor al­lem wenn man von drau­ßen ins War­me kommt, vor dem Es­sen, nach dem Toi­let­ten­gang und vor der Zu­be­rei­tung von Spei­sen. Und zwar gründ­lich und mit Sei­fe bei flie­ßen­dem Was­ser, und das min­des­tens 20 bis 30 Se­kun­den lang, auch zwi­schen den Fin­gern. Auch rich­ti­ges Hus­ten oder Nie­sen ge­hört zur be­son­de­ren Hy­gie­ne: Denn die Re­gel „Hand vor den Mund“ist über­holt. Die Vi­ren blei­ben an der Hand haf­ten und über­tra­gen sich so rasch auf Ge­gen­stän­de oder Mit­men­schen. Bes­ser ist es, in den Är­mel be­zie­hungs­wei­se die Arm­beu­ge oder in ein Ein­mal-Ta­schen­tuch zu hus­ten oder zu nie­sen. In ge­schlos­se­nen Räu­men kann die Zahl der Vi­ren schnell stei­gen. „Da­ge­gen hilft nur re­gel­mä­ßi­ges Lüf­ten“, rät das Ro­bert-Koch-In­sti­tut in sei­nen Hy­gie­ne­vor­schlä­gen.

Fo­to: dpa

Die Re­gel „Hand vor den Mund“ist ver­al­tet. In die Arm­beu­ge oder oder ein Pa­pier­ta­schen­tuch soll man nie­sen.

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