Ti­tel­sto­ry:

Guar­di­ans Of The Ga­la­xy Vol. 2

Blu-ray Magazin - - Contents - TYLER SÜSS

Als vor drei Jah­ren Pe­ter Quill aka Star-Lord ge­mein­sam mit Ga­mo­ra, Drax, Groot und Ro­cket zum ers­ten Mal auf den Plan trat, sorg­te das Cha­os­team so­fort für ge­wal­ti­ge Be­su­cher­zah­len und ei­ne gi­gan­ti­sche neue Fan­ba­se. Zwecks ei­ner spä­te­ren Zu­sam­men­füh­rung im fi­na­len In­fi­ni­ty Wars-Show­down mit den Aven­gers und dem ge­mein­sa­men Über­feind Tha­nos, wur­de die ge­schick­te Ein­flech­tung der ein­zel­nen In­fi­ni­ty-St­ei­ne be­son­ders ein­falls­reich in­ner­halb ei­nes der eher un­be­kann­te­ren Co­mics des Mar­vel-Uni­ver­sums zur über­ra­schen­den Er­folgs­ge­schich­te. Re­gis­seur und Mas­ter­mind Ja­mes Gunn hat hier et­was ge­schaf­fen, das mit läs­si­gem Witz, tol­ler Op­tik und ei­ner ge­wis­sen Un­be­schwert­heit da­her­kam, so­dass der zwei­te Auf­tritt – die B-Sei­te des „Awe­so­me-Ta­pes“– sehn­lichst er­war­tet wird. Lan­ge schon sind Co­mic-Ver­fil­mun­gen im All­ge­mei­nen mehr als nur ni­schen­taug­lich, wan­dert doch im­mer mehr Geld in die Be­set­zung, Ko­s­tü­me und Set­de­signs. Auch im Fal­le der „Guar­di­ans Of The Ga­la­xy“sor­gen et­li­che be­kann­te Ge­sich­ter und ein völ­lig ei­ge­ner, hoch­wer­ti­ger Sci­ence-Fic­tion-Look für den ver­dien­ten Er­folg des jun­gen Fran­chi­ses. Nach der Ret­tung des Orbs zum En­de des ers­ten Films, der ei­nen der letz­ten Baustei­ne von Tha­nos Hand­schuh der Macht dar­stell­te, scheint die Hand­lung in Teil zwei er­neut am Schei­de­punkt. Das Team wirkt ir­gend­wie zer­rüt­tet, ob­gleich der fa­mi­liä­re Zu­sam­men­halt nach wie vor obers­tes Ge­bot zu sein scheint.

Den bis­her be­kann­ten Sto­ry­de­tails zu­fol­ge be­kommt die Guar­di­ans-Fa­mi­lie je­doch reich­lich Zu­wachs. Ne­ben Star-Lord (Chris Pratt), Ga­mo­ra (Zoe Sald­a­na), Drax (Da­ve Bau­tis­ta), Ro­cket (Brad­ley Co­oper) und der al­ter­na­ti­ven, un­fass­bar sü­ßen Ver­si­on Groots (Vin Die­sel) tre­ten hie­rin Ga­mo­ras Schwes­ter und so­mit Tha­nos‘ (Josh Bro­lin) zwei­te Toch­ter Ne­bu­la (Ka­ren Gil­lan) so­wie Pe­ter Quills Zieh­va­ter und lei­den­schaft­li­cher Ra­va­ger Yon­du (Michael Roo­ker) als neue, al­te Be­kann­te mit wohl um­ge­kehr­ter Phi­lo­so­phie auf. Da­bei bleibt letz­te­res je­doch ab­zu­war­ten, war Yon­du im ers­ten Teil doch eben­falls kurz­zei­tig auf Sei­te der Guar­di­ans und ver­folgt auch stets ganz ei­ge­ne Zie­le.

Als wei­te­rer Neu­an­kömm­ling zählt die von Pom Kle­men­tieff dar­ge­stell­te Man­tis, die in den Co­mics als Schü­le­rin und ge­wis­ser­ma­ßen Zieh­toch­ter Egos (Kurt Rus­sell), Pe­ter Quills echt ga­lak­ti­schen Va­ter, auf­tritt. Da sie ihr Le­ben lang fern von zwi­schen - mensch­li­chen (?) Kon­tak­ten trai­niert und auf­ge­zo­gen wur­de, fehlt ihr jeg­li­ches Ge­spür für So­zi­al­ver­hal­ten und abs­trak­tes Den­ken. So­mit spielt ihr Cha­rak­ter Re­gis­seur Gunn wun­der­bar in die Kar­ten, da er nun die per­fek­te Ge­sprächs­part­ne­rin für den eben­falls, nen­nen wir es mal vor­sich­tig „so­zi­al schwie­ri­gen“Drax ge­fun­den hat. Drax, der Zer­stö­rer, ist im­mer­hin ei­nes der tief­grün­digs­ten und gleich­zei­tig herr­lich ver­korks­tes­ten Film­we­sen al­ler Zei­ten, wes­halb es ga­ran­tiert zu gran­dio­sen Dia­lo­gen zwi­schen den bei­den kom­men wird, bei de­nen Miss- und Un­ver­ständ­nis­se, aber viel­leicht auch ro­man­ti­sche Ge­mein­sam­kei­ten vor­pro­gram­miert sind. Be­vor am 27. April end­lich wie­der die Ga­la­xie vor dem Un­ter­gang be­wahrt wird – im­mer­hin kann man Ro­cket zu­fol­ge als zwei­fa­cher Ga­la­xie­ret­ter die Prei­se ge­wal­tig nach oben schrau­ben – lohnt sich nun ein­mal der Blick auf die Cha­rak­te­re. Wer steht dies­mal im Mit­tel­punkt, wer sorgt wohl für die meis­ten La­cher und be­son­de­ren Mo­men­te? Und ge­gen wen müs­sen die ga­lak­ti­schen Na­sen ei­gent­lich dies­mal an­tre­ten?

Den An­fang macht na­tür­lich der An­füh­rer des Teams: Star-Lord, eben­je­ner le­gen­dä­re Out­law, von dem ge­wiss schon je­der ir­gend­wann ein­mal ge­hört hat. Wie das En­de des ers­ten Films be­reits deut­lich mach­te, ist der ein­zi­ge Erd­ling des Teams of­fen­bar gar nicht so un­ga­lak­tisch wie an­fangs ver­mu­tet, da auch in sei­nem Kör­per Ali­en-Ge­ne exis­tie­ren. Spä­tes­tens seit der Ver­pflich­tung Kurt Rus­sels als Pe­ters bio­lo­gi­scher Über­va­ter Ego ist auch all de­nen, die we­ni­ger mit den Co­mics ver­traut sind, Quills in­ter­ga­lak­ti­sches Po­ten­ti­al klar. Ob Rus­sels Auf­tritt die ein­zi­ge Ver­kör­pe­rung Egos ist oder ob er auch wie in den Co­mics an­der­wei­tig in Er­schei­nung tritt, bleibt ab­zu­war­ten.

Ich bin (Ba­by) Groot!

Fakt ist, dass sich Re­gis­seur Ja­mes Gunn be­wusst für Ego als Va­ter­fi­gur ent­schie­den hat, in­dem er von der Vor­la­ge ab­weicht und nicht der Im­pe­ra­tor J’son bzw. „Ja­son von Spar­tax“ist. Und da die Rech­te an der Fi­gur nicht bei Dis­ney son­dern bei 20th Cen­tu­ry Fox lie­gen und es des­halb so­gar ei­nen spe­zi­el­len De­al be­züg­lich der Ver­wen­dung von „Ego“im neu­en „Guar­di­ans“-Film (im Ge­gen­zug zur Ve­rän­de­rung der Fä­hig­kei­ten von Ne­ga­so­nic Te­enage Warhead in „Dead­pool“) ge­ben muss­te, scheint Gunn doch recht viel da­ran ge­le­gen, aus­ge­rech­net das We­sen Ego zum Va­ter sei­nes Hel­den zu ma­chen. Auch die Be­set­zung mit Sci­ence-Fic­tion-Le­gen­de Kurt Rus­sel („Das Ding aus ei­ner an­de­ren Welt“, „Star Ga­te“, „Flucht aus L. A.“„Die Klap­per­schlan­ge“) wirkt wie ein klei­ner Ge­nie­streich, da sein an­haf­ten­des Sna­ke-Plissken-Image aus den 1980ern ide­al zur ab­strus-ge­nia­len aber auch rau­en Sci­ence-Fic­tion-At­mo­sphä­re rund um die Guar­di­ans passt. Gunns fei­nes Händ­chen wur­de je­doch zum ers­ten Mal bei der Ver­pflich­tung von Chris Pratt als Pe­ter Quill merk­lich, der in dem einst dick­li­chen Spaß­vo­gel et­li­cher Ko­mö­di­en Po­ten­zi­al für ei­nen un­glaub­lich sym­pa­thi­schen Ac­tion­hel­den sah. Mit Leich­tig­keit trieb Star-Lord Pratt im ers­ten Teil die Er­eig­nis­se und sein Team vor­an, so­dass er vie­le Fans an den Charme ei­nes Han So­lo oder ei­nes In­dia­na Jo­nes er­in­nert. Auch im zwei­ten Guar­di­ans-Aus­flug knüpft er an die­se ganz be­son­de­re Prä­senz an und trifft den Cha­rak­ter des sym­pa­thi­schen Be­rufs-Ver­bre­chers mit genau der rich­ti­gen Mi­schung an Me­lan­cho­lie (wel­cher an­de­re Sci­ence-Fic­tion-Held trägt noch ei­nen ech­ten Walk­man bei sich und hört Musik-Kas­set­ten?), kom­pro­miss­lo­ser Ent­schlos­sen­heit, Toll­pat­schig­keit, groß­schnäu­zi­gem Hu­mor und ei­nem im­mer­hin vor­han­de­nen Moral-Kom­pass auf den Punkt genau. Zu­dem scheint sich die be­reits an­ge­bahn­te Li­ai­son zwi­schen Quill und Ga­mo­ra im zwei­ten Teil zu ver­tie­fen (Stichwort: Pan­tof­fel­held-Pha­se) und dem Film so­mit ei­nen leicht ro­man­ti­schen, wenn auch wahr­schein­lich voll­kom­men un­er­war­tet ge­stal­te­ten Ein­schlag ver­lei­hen.

Die wohl ty­pi­sche Guar­di­ans-Ma­nier, in schein­bar mus­ter­gül­ti­gen, all­ge­mein be­reits be­kann­ten Szen­en­ty­pen mit den Er­war­tun­gen des Zu­schau­ers zu spie­len und letzt­lich oft­mals vol­l­ends zu bre­chen dürf­te auch in die­sem ro­man­ti­schen Be­reich wie­der für un­vor­her­seh­ba­ren Witz sor­gen.

Ge­schwis­ter­lie­be

Auch die Schwes­tern­be­zie­hung zwi­schen Zoe Sald­a­nas Ga­mo­ra und Ka­ren Gil­lans Ne­bu­la dürf­te auf so en­gem Raum in­ter­es­san­te Wen­dun­gen be­reit­hal­ten. So soll auch mehr über bei­der Ver­gan­gen­heit un­ter der Va­ter­schaft Tha­nos be­kannt und ins­ge­samt ein deut­lich emo­tio­na­le­rer Zu­gang zu den Fi­gu­ren ge­legt wer­den. Auch die be­reits er­wähn­te Cha­os­be­zie­hung zwi­schen Drax und Man­tis, die wohl vor­zugs­wei­se auf höchst nach­denk­li­cher aber eben­so stumpf­sin­ni­ger Ebe­ne funk­tio­nie­ren dürf­te, wird zahl­rei­che poin­tier­te Aus­flü­ge ins Ab­wechs­lungs­reich bie­ten.

Da­bei soll Da­ve Bau­ti­s­tas Drax auf sei­ne vor­aus­sicht­lich wich­ti­ge Rol­le in „Aven­gers: In­fi­ni­ty War“vor­be­reit wer­den, in­dem auch sei­ne Fi­gur nä­her be­leuch­tet und cha­rak­te­ris­tisch ver­tieft wird. In­wie­fern er letzt­lich für den Aus­gang des ge­wal­ti­gen Mar­vel-Kom­ple­xes die­nen wird, ist je­doch noch nicht klar, könn­te er in­des wohl min­des­tens mit sei­nen so­zio­lo­gisch schlich­ten­den Ak­tio­nen jetzt im­mer­hin als Kleb­stoff für den Zu­sam­men­halt des Teams wir­ken. Wo das Baum­we­sen Groot im ers­ten Teil noch als Be­schüt­zer Ro­ckets auf­trat, dürf­te die Rol­len­ver­tei­lung nach Groots Zer­stö­rung nun je­doch um­ge­kehrt sein. Als Ba­by-Groot lässt der kind­lich-quirr­li­ge Cha­rak­ter schon in den Trai­lern jeg­li­che Fan­her­zen schmel­zen und Ro­cket in den Wahn­sinn trei­ben. Ob er den ro­ten To­des­knopf wohl drü­cken wird? Oder be­lässt er es ein­fach da­bei, auch wäh­rend der hef­tigs­ten Ac­tion ein­fach nur rum­zu­ste­hen, süß aus­zu­se­hen und sei­nen Team-Ka­me­ra­den freund­schaft­lich und an­feu­ernd zu­zu­win­ken? Schon in den Cre­dit-Sze­nen des ers­ten Films wur­de mit der nied­li­chen Sym­pa­thie für die Mi­ni-Ver­si­on Groots ge­spielt. Egal ob Drax nun à la in­ter­ga­lak­ti­scher Ele­fant im Por­zel­lan­la­den mit dem klei­nen Baum­we­sen um­springt, Groot bei ris­kan­ten Flug­ma­nö­vern her­um­ge­schleu­dert wird oder Ro­cket in sei­ner neu­en „Va­ter-Rol­le“durch­ge­hend mehr als nur ein Au­ge auf den hol­zi­gen Frech­dachs ha­ben muss: Ba­by-Groot dürf­te wohl oh­ne Zwei­fel das zen­trals­te Ele­ment des Film-Hu­mors sein. Wit­zig ist da­bei, dass Vin Die­sel auch dies­mal wie­der die Syn­chro­ni­sa­ti­on über­nimmt und so­gar mit­tels Mo­ti­on-Cap­tu­ring für die rea­lis­ti­schen Be­we­gun­gen des Baum-Ba­bys ver­ant­wort­lich zeich­net. Re-

Gunn zu­fol­ge soll der Über­feind Tha­nos im zwei­ten Guar­di­ans-Aus­flug je­doch eher kei­ne Rol­le spie­len, da er erst im „In­fi­ni­ty War“-Fi­na­le zur zen­tra­len Fi­gur mu­tie­ren wird.

Feind für Feind

So soll die all­zeit prä­sen­te Ge­fahr durch Tha­nos‘ bis­her noch un­be­kann­te Kraft nur sub­til und hin­ter­grün­dig zu spü­ren sein, wäh­rend an­de­re Ga­la­xie-Geg­ner für Pro­ble­me und Cha­os sor­gen. Ne­ben dem ge­fähr­lich stump­fen und doch mäch­ti­gen Ra­va­ger Ta­ser­face, des­sen Rol­le Chris Sul­li­van („The Knick“) aus­füllt, stellt sich vor al­lem das Volk der So­ver­eign dem Auf­le­ben der Ga­la­xie ent­ge­gen. An­ge­führt von der gol­de­nen Ho­he­pries­te­rin Aye­sha, ver­kör­pert von der noch recht un­be­kann­ten Eliz­a­beth De­bi­cki („Co­de­na­me U.N.C.L.E.“), soll der in­ter­ga­lak­ti­sche Hilfs­trupp ver­nich­tet wer­den, was na­tür­lich rein gar nichts mit dem un­flä­ti­gen Ver­hal­ten ei­nes ge­wis­sen Ro­cket Ra­coon zu tun hat. Auch die Qu­er­ver­wei­se auf Su­per­held Adam War­lock und der stets un­ter­schied­lich be­nann­ten Ho­he­pries­te­rin aus den Co­mics fan­den in den „Eas­ter Eggs“des ers­ten Teils ih­re Be­stä­ti­gung. So wur­de bei ei­nem der et­li­chen An­spie­lun­gen in Teil eins ein­deu­tig ein Ko­kon zwi­schen den Be­sitz­tü­mern des Collec­tors (Be­ni­cio Del To­ro) aus­ge­macht, des­sen In­halt mit eben je­nem Mit­glied des Guar­di­ans-Teams aus den Co­mics ver­bun­den wur­de. Zwar ist ein Auf­tritt des Hel­den eher un­wahr­schein­lich, den­noch bie­ten die ein­deu­ti­gen Ver­bin­dun­gen ge­nug Platz für Spe­ku­la­tio­nen und Fan-Fan­ta­sie. Im­mer­hin ist der War­lock des Co­mic-Uni­ver­sums im Be­sitz des sechs­ten und fi­na­len In­fi­ni­ty-St­eins, der oh­ne Rea­li­sie­rung des Cha­rak­ters al­ter­na­tiv in das Mar­vel Ci­ne­ma­tic Uni­ver­se ge­bracht wer­den müss­te. Als ver­mut­li­cher Be­sit­zer des See­len­steins wird un­ter­des­sen Heim­d­all (Id­ris El­ba), all­se­hen­der Wäch­ter von As­gaard, dis­ku­tiert.

Gast­stars

Wel­che Rol­len bzw. wel­chen Ein­fluss die Cha­rak­te­re der hoch­ka­rä­ti­gen Gast­stars un­ter­des­sen ha­ben wer­den, bleibt ein wei­te­res, hoch span­nen­des Ele­ment. Ne­ben Syl­ves­ter Stallone, der mit ei­ner Funk­ti­on in­ner­halb des No­va Corps in Ver­bin­dung ge­bracht wird, steht vor al­lem Sci-Fi-Lieb­ling Nat- han Fil­li­on („Fi­re­fly“) als Si­mon Wil­li­ams im Fo­kus. Wo Sly einst be­reits Er­fah­run­gen als fu­tu­ris­ti­scher Ge­set­zes­hü­ter Judge Dredd ge­macht hat, könn­te Fil­li­ons Fi­gur un­ter sei­nem Su­per­hel­den-Al­ter Ego Won­der Man, der zeit­wei­se als Aven­ger in den Co­mics auf­trat, ei­nen ein­schnei­den­den Bei­trag zum Er­folg der Guar­di­ans leis­ten. Bei­de Film­cha­rak­te­re sol­len aus­rei­chend rund kon­zi­piert sein, um spä­te­re Auf­trit­te im Guar­di­ans-Fran­chise oder ei­nem an­de­ren Ab­le­ger der Mar­vel Stu­di­os zu er­mög­li­chen. Viel­mehr sprach Ja­mes Gunn kürz­lich so­gar da­von, dass er vor al­lem Kurt Rus­sels und Syl­ves­ter Stal­lo­nes Fi­gu­ren ab die­sem Auf­tritt als fes­ten und grö­ße­ren Be­stand­teil des ge­wal­ti­gen Mar­vel Ci­ne­ma­tic Uni­ver­se se­hen wür­de. Apro­pos Fran­chise: Auch hier­zu hat­te Gunn be­reits ei­ni­ges zu sa­gen, hof­fen die meis­ten der al­ten wie neu­en Guar­di­ans-Jün­ger auf ei­ne wei­te­re Ver­tie­fung des Co­mic-Stof­fes. Er selbst sieht die Ar­beit an die­sem Ma­te­ri­al eher als Momentaufnahme, schließt da­bei aber kei­nes­falls wei­te­re Aus­flü­ge mit dem cha­ris­ma­ti­schen Quin­tett, nun so­gar Ok­tett, aus. Gar nicht so ver­kehrt ei­gent­lich, wenn ein Er­folgs­re­gis­seur mit ge­sam­ter Kon­zen­tra­ti­on auf nur ein Werk und we­ni­ger ein um­fas­sen­des Ge­samt­kon­zept hin­ar­bei­tet. Ei­ne er­neu­te, bril­lan­te Ins­ze­nie­rung Be­ni­cio Del To­ros als der Collec­tor wird in­des hin­ge­gen erst in „Aven­gers: In­fi­ni­ty War“zu se­hen sein, da der ex­zen­tri­sche Samm­ler in­ter­ga­lak­ti­scher Son­der­hei­ten schlicht kei­nen Platz in der dich­ten Er­zäh­lung des zwei­ten Auf­tritts fand.

Ja­mes Gunn

Was wur­de die­ser Mann nicht arg kri­ti­siert und be­lä­chelt, als sei­ne Ver­pflich­tung für den Re­gie­stuhl ei­nes wo­mög­lich zen­tral wich­ti­gen Mar­vel-Kom­gis­seur

ple­xes be­kannt wur­de. Wie soll­te ein Re­gis­seur, der vor al­lem durch zu­ge­ge­ben er­folg­rei­che Hor­ror­fil­me („Slither“), tra­shi­ge Film­per­len („Su­per – Shut Up, Cri­me!“) und „Scoo­by-Doo“von sich re­den mach­te, ei­ne solch gro­ße Ver­ant­wor­tung tra­gen kön­nen? Als dann Spaß­na­se Pratt, Wrest­lin­gi­ko­ne Bau­tis­ta so­wie Hol­ly­wood­stars Co­oper und Die­sel als Voice­ac­tors oh­ne wirk­li­che Lein­wand­prä­senz auch noch für wich­ti­ge Haupt­rol­len des ac­tion­rei­chen Co­mic­a­ben­teu­ers be­setzt wur­den, sah sich die Ver­fil­mung über­wäl­ti­gen­der Kri­tik aus­ge­setzt. Doch be­reits der ers­te Tea­ser ließ eben­je­ne ver­stum­men, als der eher un­be­kann­te „Guar­di­ans“-Hand­lungs­strang zu ei­nem Ju­wel der jün­ge­ren Co­mic- und Sci­ence-Fic­tion-Ära mu­tier­te. Der Rest ist Ge­schich­te: Der Film wur­de mit Lo­bes­hym­nen über­häuft und Re­gis­seur wie Schau­spiel­rie­ge wur­den glei­cher­ma­ßen für ih­re Leis­tun­gen ge­prie­sen. Trotz der wahn­sin­ni­gen Schwie­rig­keit, statt nur ei­nen oder zwei voll­kom­men neue Pro- und An­t­ago­nis­ten gleich fünf Licht- und et­li­che wei­te­re Schat­ten­ge­stal­ten zu plat­zie­ren, wur­de in­ner­halb des ge­wähl­ten Rah­mens of­fen­sicht­lich ge­nug Platz für die Cha­rak­te­ri­sie­rung und das Ken­nen­ler­nen ge­schaf­fen. Kein Wun­der al­so, dass es be­reits wäh­rend des Ki­no­be­su­ches ge­fühlt je­den Zu­schau­er nach ei­ner Fort­set­zung dürs­te­te, ob­gleich ob des straf­fen Zeit­plans ein sol­ches da­mals na­tür­lich nicht in all­zu na­her Zu­kunft rea­li­sier­bar war. Drei Jah­re spä­ter steht Re­gis­seur und Dreh­buch­au­tor Ja­mes Gunn, der sei­nen Bru­der Se­an wie im­mer ge­schickt als ei­nen der ge­sprä­chi­ge­ren Ra­va­gers in­ner­halb des Fran­chi­ses plat­zier­te, vor ei­ner un­sag­bar ge­wal­ti­gen Mess­lat­te. Doch er ist sel­ber schuld, wenn man die bei sei­nem ers­ten ei­ge­nen wirk­lich gro­ßen Kinofilm gleich so hoch hängt. Nach dem gi­gan­ti­schen Er­folg ließ es sich der US-Ame­ri­ka­ner na­tür­lich nicht neh­men, ne­ben dem Re­gie­stuhl auch die Po­si­ti­on des Dreh­buch­au­tors aus­zu­fül­len. Ei­ne gu­te Ent­schei­dung, platz­te der ers­te Guar­di­ans-Aus­flug nur so vor Charme, Wort­witz, läs­sig-fre­chen Ein­zei­lern und ei­ner ins­ge­samt her­aus­ra­gen­den At­mo­sphä­re.

IMAX-Sze­nen & 3D

In Zei­ten, in de­nen die einst bahn­bre­chen­de Stan­dard-3D-Tech­no­lo­gie be­reits ver­al­tet und über­holt wirkt, lässt sich rein vi­su­ell be­trach­tet na­tür­lich schon ei­ni­ges mehr aus der bun­ten und fan­tas­ti­schen Grund­la­ge her­aus­ho­len. IMAX ist hier die De­vi­se. Wie Ja­mes Gunn seit je­her pre­digt, er­zielt erst ei­ne IMAX-Ver­si­on das ma­xi­mal über­wäl­ti­gen­de Ki­no­er­leb­nis. Das stellt er auch ein­deu­tig beim al­ter­na­ti­ven IMAX-Ne­on-Pos­ter des neu­en Guar­di­ans-Strei­fens klar. Von op­ti­mier­ten Sei­ten­ver­hält­nis­wech­seln und wirk­lich ech­tem 3D ist hier die Re­de, sorgt doch Re­gis­seur Gunn höchst selbst für die Per­fek­tio­nie­rung al­ler Sze­nen. Auch die erst­ma­li­ge Ver­wen­dung der hoch­mo­der­nen We­a­pon 8K-Ka­me­ra­tech­nik von RED soll für ei­nen spür­ba­ren Un­ter­schied sor­gen. Ge­wis­ser­ma­ßen als di­gi­ta­les Pen­dant zum 50er Jah­re 35-mm-For­mat Vis­taVi­si­on, er­mög­licht REDs neu­es­te Tech­no­lo­gie da­bei ex­tra ho­he Auf­lö­sung durch in­no­va­ti­ven He­li­um­ein­satz. Wei­ter­hin zeigt sich Gunn er­leich­tert und in gro­ßem Ma­ße dank­bar, da er bei der Pla­nung, Gestal­tung und Ins­ze­nie­rung sämt­li­che Frei­hei­ten be­kam. Na­tür­lich vor al­lem dem au­ßer­ge­wöhn­li­chen Er­folg des ers­ten Teils ge­schul­det, durf­te er bei der zwei­ten Aus­ein­an­der­set­zung mit sei­nen neu­en Lieb­lings­cha­rak­te­ren noch deut­lich mehr ex­pe­ri­men­tie­ren. Da­bei soll der Film als eher ei­gen­stän­di­ges und we­ni­ger schlich­tes Se­quel funk­tio­nie­ren und auch oh­ne den star­ren Blick auf das letzt­end­li­che „Aven­gers“-Fi­na­le an­zu­se­hen sein. Ne­ben den vie­len an­de­ren Mar­vel- und DC-Ver­öf­fent­li­chun­gen in die­sem Jahr, für die so ziem­lich je­der Fan­boy da drau­ßen so ei­ni­ge Spar­schwei­ne op­fern wird, steht „Guar­di­ans Of The Ga­la­xy, Vol. 2“je­den­falls nicht grund­los bei den meis­ten an ers­ter Stel­le. Ei­nen klei­nen aber fei­nen Hin­weis auf ei­ne der wohl er­neut zahl­rei­chen ver­steck­ten „Eas­ter Egg“-Fan­über­ra­schun­gen des neu­en Strei­fens ließ der Re­gis­seur jüngst an­klin­gen. Wenn die Zu­schau­er al­so ab dem 27. April in die Ki­nos strö­men, soll­ten sie dem Re­gis­seur zu­fol­ge da­her di­rekt zu Be­ginn des Films, in­ner­halb der vier­ten Ein­stel­lung be­son­ders acht­sam sein.

RO­CKET & NE­BU­LA SIND NICHT GERA­DE DIE SOZIALSTEN GE­NOS­SEN

GOL­DE­NE PERFEKTIONISTIN VS. BUNT GE­MISCH­TE FAMILIENBANDE

EIN­MAL DURCHSCHUETTELN BIT­TE!

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