A Cu­re For Well­ness

Blu-ray Magazin - - Thriller - LEA BOSS

Der be­ruf­lich er­folg­rei­che Mr. Lock­hart (Da­ne DeHa­an) soll in die Schweiz flie­gen, um den Kol­le­gen Pem­bro­ke (Har­ry Groener) zu­rück zu ho­len, der sich in ein Well­ness­cen­ter be­ge­ben hat. Dort an­ge­kom­men, fin­det er ihn auch re­la­tiv schnell. Das Pro­blem: Pem­bro­ke will nicht zu­rück in sein al­tes Le­ben. Er hat in­mit­ten der ma­le­ri­schen Al­pen ei­nen Platz ge­fun­den, in dem Well­ness-Schloss zwi­schen vie­len an­de­ren ehe­mals er­folg­rei­chen Men­schen und zahl­rei­chen täg­li­chen An­wen­dun­gen. Lock­hart kommt es je­doch selt­sam vor, dass das frü­he­re Ar­beits­tier nicht wie­der­kom­men möch­te. Auf sei­nem Rück­weg zum Flug­ha­fen ver­un­glückt er und wacht er­neut im Well­ness­cen­ter auf. Nach und nach kommt ihm sei­ne Um­ge­bung im­mer sur­rea­ler vor, vor al­lem als er den Kli­nik­lei­ter Dr. Vol­mer (Ja­son Isaacs) ken­nen­lernt, der ein en­ges Ver­hält­nis zu dem „Spe­zi­al­fall“Han­nah (Mia Goth) zu ha­ben scheint, ei­ner jun­gen Frau, die schon ihr gan­zes Le­ben in dem Schloss ver­bracht hat. Lock­hart stößt auf die grau­sa­me Ge­schich­te der ehe­ma­li­gen Schloss­be­woh­ner und kommt nächt­li­chen, du­bio­sen Ma­chen­schaf­ten auf die Sch­li­che …

Mys­te­ry Noir

Re­gis­seur Go­re Ver­bin­ski, der un­ter an­de­rem durch „Fluch der Ka­ri­bik“und „Lo­ne Ran­ger“, be­kannt ist, nutzt ge­konnt mensch­li­che Urängs­te, um dem Zu­schau­er Gän­se­haut zu be­sche­ren. Dun­kel­heit, Angst vor dem Er­trin­ken, die Un­fä­hig­keit zu Han­deln – all dies er­fährt der Prot­ago­nist Lock­hart am ei­ge­nen Leib. Sind die Ge­scheh­nis­se wahr oder nur die Aus­ge­burt sei­nes durch die Ar­beit ge­stress­ten Ge­hirns? Klas­si­sche Gru­sel- und Hor­ro­r­ele­men­te kom­men zum Ein­satz, die in den Rah­men ei­ner Heil­an­stalt ge­setzt wur­den und ein Hitch­cock­sches Psy­cho-Thril­ler-Flair ver­brei­ten. Die an­ge­spann­te Grund­stim­mung ist von An­fang zu spü­ren und stei­gert sich stu­fen­wei­se mit den Er­leb­nis­sen des Haupt­cha­rak­ters. Da­ne DeHa­an legt als Lock­hart ei­ne be­mer­kens­wer­te Per­for­mance hin und über­zeugt durch Na­tür­lich­keit in sei­nem Han­deln. Auch sein Ge­gen­spie­ler Dr. Vol­mer, ge­spielt von Ja­son Isaacs, zeigt in die­ser Rol­le, wie das „Böse“im All­tag ei­nen Platz fin­det und nur durch Zu­fall und Be­harr­lich­keit ent­larvt wer­den kann. Die ab­ge­le­ge­ne und un­heim­li­che Ku­lis­se, die Ärz­te und auch das Ver­schwim­men von Rea­li­tät und Phan­ta­sie er­in­nern stark an „Shut­ter Is­land“, wo­bei sich das En­de enorm von ge­nann­tem Bei­spiel un­ter­schei­det. Die Ge­schich­te führt in ei­ne Rich­tung, die man nicht un­be­dingt er­war­tet, und das En­de ist auch nicht zwin­gend die gro­ße Stär­ke des Films. Es er­in­nert ent­fernt an „Das Phan­tom der Oper“in ei­ner Gru­sel­va­ri­an­te. Be­nutzt man „Shut­ter Is­land“nicht als Scha­blo­ne, so kann „A Cu­re For Well­ness“auch am En­de über­zeu­gen. Das Bild ist durch die wun­der­vol­len Auf­nah­men des Schlos­ses und der Al­pen ein Au­gen­schmaus. Die Far­ben sind et­was ge­dämpft, was die drü­cken­de Stim­mung des Plots un­ter­streicht. Das Ma­le­ri­sche wird mit Grau­en ge­füllt und wird so zu ei­ner in­ter­es­san­ten Zu­sam­men­set­zung, die durch­aus fes­seln kann. Hin­zu kommt der her­vor­ra­gen­de Sound­track, der den Film zu dem macht, was er ist. Im Gro­ßen und Gan­zen ein ge­lun­ge­nes Werk.

Die ma­le­ri­sche Land­schaft mit ih­rer Ab­ge­schie­den­heit und Schön­heit bie­tet ei­nen stil­vol­len Kon­trast zur Hand­lung in der Heil­an­stalt

Ein we­nig sieht Da­ne DeHa­an sei­nem Schau­spiel-Kol­le­gen DiCa­prio schon ähn­lich

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.